FBA Etikettierung: EAN, ASIN, FNSKU – Was ist was und was kommt auf die Produktverpackung?

FBA Etikettierung EAN ASIN FNSKU Verpackung

Immer wieder sorgen Abkürzungen bei neuen Onlinehändlern für Verwirrung. Ganz oben auf der Liste der „Übeltäter“ stehen ASIN, EAN & FNSKU. Für Kopfzerbrechen sorgt dabei vor allem die Frage: Was kommt denn jetzt auf meine Produktverpackung – und was nicht? In diesem Beitrag findest du es heraus.

Falls du keine Lust haben solltest, den ganzen Artikel zu lesen, kannst du für praktische Handlungsanweisungen auch gleich zu Punkt 5 „So etikettierst/kennzeichnest du dein Produkt richtig für Amazon“ springen.

…oder du siehst dir das Video an, das ich zusätzlich zu diesem Blogartikel erstellt habe.

(Auf YouTube ansehen)


Kontext ist alles

Ich weiß noch, wie es mir ging, als ich mit FBA anfing. Ich hatte kein tieferes Verständnis von der Materie und es war nicht unbedingt hilfreich, wenn verschiedene Leute mit einer Reihe kryptischer Buchstaben um sich warfen. Ich kannte die Abkürzungen nicht und konnte sie auch nicht in einen Kontext einordnen.

Ich könnte jetzt genau so hier anfangen, munter drauflos schreiben und dir eine nach der anderen die Abkürzungen erklären. Dabei würde ich wahrscheinlich weitere Begriffe verwenden, die dir vielleicht noch nicht bekannt sind und du wärst auch nicht sehr viel schlauer als vorher.

Um das zu vermeiden und ein tieferes Verständnis des Systems zu erreichen, brauchen wir Kontext. Hier kommt er.


Unterschiedliche Alternativen

EAN, FNSKU & Co. sind unterschiedlich wichtig in Abhängigkeit vom Typ des Verkäufers auf Amazon. Es ist wichtig, dies zu verstehen.

Zwei Typen, die für uns hier relevant sind, lassen sich grob unterscheiden.

Auf der einen Seite ist da der „typische“ Online-Händler. Er verkauft überwiegend nicht Produkte seiner eigenen Marke, sondern verdient sein Geld damit, dass er Produkte anderer Marken verkauft. Damit ist er natürlich nicht allein, denn auch jeder andere Händler, der dieser Markenprodukte legal habhaft werden kann, wird es sich nicht nehmen lassen, diese Waren anzubieten.


Hier sehen wir ein typisches Produkt, das von insgesamt 11 Verkäufern angeboten wird.

 


Daraus folgen mehrere Sachverhalte: Zum einen finden sich für solche Produkte auf Amazon häufig mehrere Seller, die sich gegenseitig die Buybox streitig machen. Zum anderen wird die Produktdetailseite solcher Produkte bereits vorhanden sein, wenn du diese ebenfalls verkaufen willst. Jemand anders war dann schon vorher da und hat das Produkt im Amazon-Katalog angelegt (es sei denn natürlich, du wärst der erste).

Auch die Produktinformationen können in diesem Fall von verschiedenen Händlern verändert und angepasst werden, außer der eigentliche Markeninhaber ist ebenfalls neben den dritten Händlern auf Amazon unterwegs und hat die Amazon-Markenregistrierung durchgeführt. In diesem Fall hat er die absolute Kontrolle über die Informationen auf der Produktdetailseite und keiner der anderen Händler kann etwas wichtiges darin verändern.

(Hier kannst du mehr zur Amazon-Markenregistrierung lesen.)

Es ist also wichtig zu verstehen, dass die Produkte auf Amazon zum überwiegenden Teil nicht von Amazon angelegt werden, sondern von den unabhängigen Händlern und Unternehmern, die Amazons Marktplatz nutzen. Das ist auch ein Grund, warum Amazon wachsen kann, ohne dass sich um jedes Detail die eigenen Mitarbeiter kümmern müssen.

Auf der anderen Seite gibt es dann Leute wie viele von uns, die ich häufig als FBA-Seller bezeichne. Eigentlich ist die Bezeichnung nicht richtig, denn streng genommen bezeichnet FBA ja nur den Versand und das Fulfillment durch Amazon, bezieht sich also an und für sich überwiegend auf die Logistik. Korrekter ist Private Label Seller.

Solche Seller unterscheiden sich dadurch von „typischen“ Händlern, dass sie Eigenmarken verkaufen und damit quasi als Hersteller auftreten. Da die Marken vieler von uns zu Beginn unserer FBA-Karriere noch unglaublich klein und unbekannt sind, sind wir dann auch die einzelnen Seller dieser Produkte. Wir legen also unsere Produkte auch selbst bei Amazon an und sind die einzigen, die diese Produkte legal verkaufen dürfen.

Vielleicht war dir das auch alles schon klar, ich wollte die beiden Alternativen nur noch einmal ganz klar benennen. Diese Unterscheidung ist für das weitere Verständnis entscheidend.


Identifikationsnummern

Nachdem wir die Einleitung aus dem Weg geräumt haben, wollen wir uns einmal durch die Buchstabensuppe der wichtigsten Abkürzungen löffeln. Hier einmal einige der Abkürzungen für Identifikationsnummern, die du häufiger hören wirst.


GTIN

GTIN steht für Global Trade Item Number. Es ist eine weltweit gültige Nummer, die einmalig vergeben wird, um unterschiedliche Produkte und Produktvarianten zu kennzeichnen. Diese Nummern werden in Deutschland von der GS1 Germany vergeben.

GTIN-13, Etikettierung, FBA
GTIN-13 auf der Verpackung eines Ventilators.

Die GTIN ist übrigens identisch mit der EAN, der Europäischen Artikelnummer, und Amazon Deutschland verwendet auch meist den Begriff der EAN. In den USA wird meistens der UPC (Universal Product Code), in Japan die JAN (Japanese Article Number) verwendet. Bei allen handelt es sich um unterschiedliche GTIN-Varianten, die von GS1-Gesellschaften weltweit verwaltet werden.

Ich möchte jetzt an dieser Stelle nicht wieder zu einem epischen Monolog über die GTIN ansetzen und ausufernd beschreiben, wo man die herbekommt, wie teuer das doch alles ist und welche Alternativen es dazu gibt. Dazu gibt es bereits genug Informationen und auch ich habe das in meinen früheren Artikeln bereits besprochen.

Ich möchte es kurz machen: In den meisten Fällen wirst du eine GTIN/EAN brauchen, wenn du ein Produkt neu bei Amazon anlegen möchtest. Das wird, wenn du Private Label Selling betreibst, regelmäßig der Fall sein. Hol dir die Nummer bei der GS1 Deutschland (oder ggf. bei der GS1 Niederlande, da ist es günstiger, aber ich habe es dort nicht selbst ausprobiert) und du bist handlungsfähig.

Du solltest dir die Nummern besser nicht von Drittanbietern holen. Das kann nach hinten losgehen, denn die von diesen verkauften Nummern sind an und für sich auf ein anderes Unternehmen registriert und wenn Amazon das mitbekommt, dann kann das nach meinen Informationen im schlimmsten Fall zu einer Schließung deines Verkäuferkontos führen. Also, lieber keine Experimente eingehen.

Standard in Deutschland ist meistens die GTIN-13, eine – Überraschung – 13-stellige Nummer. Bei kleinformatigen Verpackungen mit wenig Platz wird häufig auch die GTIN-8 verwendet.


ASIN

Die Amazon Standard Identification Number, kurz ASIN, ist eine von Amazon geführte, interne Katalognummer mit 10 Stellen. Jedem Produkt auf Amazon wird eine ASIN zugeordnet, die dieses eindeutig im Amazonsystem identifiziert.

Dies ASIN in den Produktinformationen

Die ASIN befindet sich auch im URL jeder Produktdetailseite und indem du die ASIN im URL austauschst, gelangst du zu einer anderen Produktdetailseite.

Die ASIN als Bestandteil des URL einer Produktdetailseite

Für die Frage, welche Identifikationsnummer denn schließlich auf deine Produktverpackung gehört, ist die ASIN nicht so wichtig, da sie in keinem Fall da drauf gehört und du mit Vergabe oder Nutzung der ASIN wenig am Hut hast.


FNSKU

Bei der FNSKU handelt es sich um die Fulfillment Network Stock Keeping Unit, eine Amazon-interne Lagerhaltungsnummer, mit der der Lagerbestand eines Verkäufers individuell identifiziert werden kann.

Hier wird es interessant und wir müssen ganz genau auf den Wortlaut achten: Mit der FNSKU wird der Lagerbestand EINES BESTIMMTEN VERKÄUFERS individuell identifiziert!

Wir erinnern uns, dass die EAN dafür benutzt wird, ein ganz bestimmtes Produkt weltweit eindeutig zu identifizieren. Wenn jetzt zwei Verkäufer auf Amazon das gleiche Produkt mit der gleichen EAN verkaufen, und ihre Waren direkt bei Amazon lagern lassen, dann verkaufen Sie zwar beide das gleiche Produkt mit der gleichen EAN, können allerdings 2 verschiedene Lagerbestände haben!

Ein Lagerbestand, das ist übrigens einfach die Summe an Produkten, die einem Händler bei Amazon gehören. Und diese verschiedenen Lagerbestände unserer beiden Händler möchte Amazon ja irgendwie auseinander halten, um auch immer zu wissen, welche Knoblauchzange jetzt welchem der 237 unterschiedlichen Händler gehört…

Genau dafür gibt es die FNSKU-Nummer. Jeder unserer Händler kann also auf seinen Produktverpackungen jeweils andere FNSKU-Nummern haben, um diese von gleichen Produkte anderer Händler unterscheiden zu können, obwohl es sonst exakt das gleiche Produkt mit der gleichen EAN ist, das unter der gleichen ASIN gelistet und dem Kunden auf der gleichen Produktdetailseite angezeigt wird.

Die FNSKU wird deinem Produkt von Amazon zugeteilt. Das entsprechende Versandetikett kannst du in Seller Central unter „Lagerbestand verwalten > Bearbeiten > Artikeletiketten drucken“ ausdrucken.


Getrennter und vermischter Lagerbestand

Zumindest sieht so wie oben beschrieben der Standardfall aus – es wäre ja auch zu einfach, wenn es nur diese eine Möglichkeit gäbe. Denn es kann auch sein, dass sich unsere Händler dafür entscheiden, ihre Lagerbestände bei Amazon eben NICHT sauber voneinander abzugrenzen. Lass uns deswegen einmal über die beiden Alternativen des vermischten und getrennten Lagerbestands sprechen.


Vermischter Lagerbestand ohne FBA-Versandetikett

Wie bereits oben angesprochen, muss generell der Eigentümer jedes bei Amazon gelagerten Produktes identifizierbar sein. Wäre ja sonst auch blöd, wenn da was rumliegt und niemand weiß, wem es gehört.

Die Identifizierung kann entweder über einen EAN-Code oder über einen FNSKU-Code auf der Produktverpackung erfolgen. Jede Nummer muss dabei immer auch als scanbarer Barcode vorliegen.

Obwohl generell der Eigentümer jeder lagernden Einheit eindeutig identifizierbar sein muss, gibt es aber Ausnahmen. Für viele Produkte kannst du deinen Lagerbestand nämlich mit dem Lagerbestand anderer Händler virtuell mischen lassen, sofern es sich um ein identisches Produkt handelt.

Das führt dann dazu, dass solche Artikel, die du an Amazon geschickt hast, im Rahmen des Versands an den Endkunden oder im Falle einer Remission – das heißt einer Rücksendung des Lagerbestands an dich – gegen Einheiten mit der gleichen EAN, die ursprünglich von anderen Händlern eingelagert worden sind, ausgetauscht werden können.

Das ist dann der Fall, wenn du und die anderen Händler die Option „vermischter Lagerbestand ohne Etikett“ aktiviert haben – und zu einer Vermischung kommt es natürlich auch nur dann, wenn mehr als ein Händler ein Produkt mit einer spezifischen EAN verkauft!

Die Auswahl des vermischten Lagerbestands führt auch dazu, dass du kein FBA-Versandetikett mit FNSKU drauf auf dein Produkt kleben musst (was die Standard-Vorgehensweise wäre). Stattdessen muss sich eine scanbare EAN auf der Verpackung befinden.

Den vermischten Lagerbestand ohne Etikett kannst du aktivieren, wenn du zum ersten Mal ein Produkt an ein Amazon-Warenlager schickst. Du kannst diese Option auch später jederzeit in Seller Central aktivieren und deaktivieren. Gehe dazu auf „Einstellungen > Versand durch Amazon > Einstellungen für „Versand durch Amazon“-Produktstrichcode > Bearbeiten“.

Was sind die Vorteile des vermischten Lagerbestands ohne Etikett? Zum einen brauchst du natürlich kein FNSKU-Versandetikett, die EAN auf der Verpackung reicht aus.

(Übringens, wenn du die FNSKU verwenden möchtest, dann musst du nicht zwingend ein Etikett nutzen. Genau wie die EAN, so kannst du auch die FNSKU + Barcode direkt auf deine Verpackung drucken lassen. Dir sollte dabei nur klar sein, dass die EAN universelle Gültigkeit besitzt und z.B. auch außerhalb von Amazon genutzt werden könnte, währende die FNSKU eine Nummer ist, die nur durch Amazon genutzt wird.)

Ein weiterer potentieller Vorteil des vermischten Lagerbestands ist, dass Amazon deine Einheiten gegebenenfalls näher bei den Kunden lagern und dadurch die Versandgeschwindigkeit erhöhen kann. Das ist aber eher bei Massenartikeln im Reselling-Bereich relevant.

Du siehst generell, dass viele der Probleme bei der Nutzung des vermischten Lagerbestands eigentlich nur dann eine Rolle spielen, wenn du nicht der einzige Verkäufer eines Produktes bist. Als Private Label-Seller ist das zwar weniger wahrscheinlich, ich möchte aber dennoch darauf eingehen, um ein besseres Verständnis für die Zusammenhänge zu vermitteln.

Eine Frage in diesem Zusammenhang ist, was denn passiert, wenn sich Kunden beschweren oder es zu sonstigen Problemen kommt? Wenn deine Artikel mit denen anderer Händler vermischt werden, könnte man am Ende nicht wissen, wer denn für einen Produktmangel die Verantwortung zu tragen hat.

Amazon gibt dazu an, es könne trotzdem nachverfolgt werden, von welchem Verkäufer ein mit FBA an einen Kunden gelieferter Artikel stammt, falls es Probleme geben sollte.

Mir ist allerdings nicht ganz klar, wie das praktisch funktionieren soll, wenn alle Artikel verschiedener Händler die gleiche Verpackung und den gleichen EAN-Code zur Identifizierung haben sollten. Schließlich gibt Amazon ja auch an, dass beim Versand und bei der Remission die eigenen Artikel mit denen anderer Händler ausgetauscht werden können.

Eine Zuordnung von Mängeln zu individuellen Verkäufern würde erfordern, dass selbst trotz vermischten Lagerbestands die eingelagerten Artikel in den Versandzentren physisch nach Händlern voneinander getrennt sein müssten. Ich weiß nicht, ob das der Fall ist und ob beim vermischten Lagerbestand wirklich im Endeffekt zuzuordnen wäre, falls ein Händler z.B. eine Reihe von Raubkopien beigemischt haben sollte, die eine geringere Qualität haben und nicht auf den ersten Blick erkannt worden sind. Amazon schreibt dazu hier folgendes:

„An Amazon als vermischter Lagerbestand gesendete Produkte werden zwar virtuell mit denen anderer Verkäufer zusammengeführt, es wird jedoch nachverfolgt, welcher Verkäufer Einheiten an unsere Versandzentren geliefert hat, und zwar ab dem Zeitpunkt, zu dem eine Einheit im Lager eingeht, bis zur Sendung an den Kunden. So können wir sehen, von welchem Verkäufer der an einen Kunden gesendete Artikel stammt und im Falle eines Problems die Komplikationen für den Kunden und die anderen Verkäufer möglichst gering halten.“

Hoffentlich ist das bei Resellern tatsächlich so und funktioniert auch immer reibungslos. Falls du mehr dazu wissen solltest, hinterlasse bitte einen Kommentar.

Es gibt allerdings auch Produkte, für die der vermischte Lagerbestand generell nicht zulässig ist. Bei derartigen Produkten kommst du um die Nutzung der FNSKU nicht herum. Deine Produkte werden dann als „getrennter Lagerbestand“ verwaltet. Amazon sagt dazu auch:

„Nicht alle Produkte sind für den vermischten Lagerbestand ohne Etikett zulässig. Insbesondere Produkte der Kategorie Lebensmittel sowie Parfümerie & Kosmetik und Medienprodukte müssen immer mit einem Versand durch Amazon-Etikett versehen werden. Amazon bewertet die Kategorien und Produkte kontinuierlich und kann die Zulassung von Produkten jederzeit ändern.“

(Außerdem darf der verwendete EAN-Code immer nur einer ASIN, das heißt einer Produktdetailseite auf Amazon, zugeordnet sein. Falls dies nicht der Fall sein sollte, brauchst du auch wieder ein FNSKU-Etikett.)

Ich weiß, das ganze kann auf den ersten Blick ziemlich verwirrend sein, vor allem, da vieles nicht direkt für Private Label Seller relevant ist. Lass dich davon trotzdem nicht entmutigen, ich will am Ende versuchen, noch einmal eine klare Handlungsanweisung abzuleiten. Weitere Informationen zum Komplex des vermischten Lagerbestands findest du hier.


Etikettierter Lagerbestand

Eigentlich ist ja der vermischte Lagerbestand ohne Etikett die Alternative. Die „normale“ Vorgehensweise bei FBA ist der etikettierte Lagerbestand.

Bei diesem getrennten Lagerbestand mit FBA-Versandetikett (das mit der FNSKU drauf) werden deine Produkte virtuell wie physisch immer separat von den Lagerbeständen anderer potentieller Verkäufer gelagert/geführt, so dass es keine Vermischung gibt.

Natürlich ist auch das wieder nur für Reseller relevant, da Private Label Seller für gewöhnlich ohnehin die einzigen sind, die ihr Produkt verkaufen.


So etikettierst/kennzeichnest du dein Produkt richtig für Amazon

Es gibt hier 2 Vorgehensweisen, die für Private Label Seller etwa gleich zielführend sind. Für beide brauchst du aber erst einmal eine EAN-Nummer.


Variante A)

Hier legst du zuerst unter Verwendung einer noch nicht verwendeten EAN ein neues Produkt an. Wichtig ist, dass du den vermischten Lagerbestand ohne Etikett wie oben beschrieben aktiviert hast.

Dann lässt du von deinem Hersteller die zum Anlegen des Produktes (oder der Produktvariante) verwendete EAN + Barcode auf deiner Produktverpackung anbringen. Dadurch ermöglichst du es den Amazon-Mitarbeitern im Lager, dein Produkt mittels der EAN der ASIN, d.h. der Produktkatalogseite von Amazon, zuzuordnen.

Damit hast du soweit alles erledigt. Dies ist eine einfache und unkomplizierte Variante, die z.B. auch Lukas Mankow in einem Video vorgeschlagen hat, das du dir hier auf YouTube anschauen kannst.


Variante B)

Falls du den vermischten Lagerbestand ohne Etikett für dein Konto nicht wie oben beschrieben aktiviert haben solltest – oder wenn dies für deine Produktart nicht gestattet sein sollte – nutzt du die Variante B. Diese funktioniert ausnahmslos immer und ist die standardmäßige Vorgehensweise.

Hierbei nimmst du das FBA-Versandetikett – auf diesem befindet sich die von Amazon vergebene FNSKU, die eindeutig das Produkt als Teil deines individuellen Lagerbestands kennzeichnet – und lässt es (von deinem Supplier) auf deine Produktverpackung kleben. Alternativ kannst du natürlich die FNSKU direkt auf die Verpackung drucken lassen.

Achte immer darauf, dass nur ein Barcode scanbar ist! Falls sich auf deiner Verpackung bereits ein EAN-Code befinden sollte, dann überklebe diesen mit dem FBA-Versandetikett!

Alternativ kannst du das Anbringen des Etiketts auch Amazon überlassen. In diesem Fall werden Lagerarbeiter das Etikett auf jedes deiner Produkte bei der Anlieferung im Amazon-Warenlager anbringen. Dieser Service kostet normalerweise 15 Cent pro Produkt und mehr dazu findest du hier.

Variante B ist die Vorgehensweise, für die René und ich uns entschieden haben. Wir lassen Etiketten mit einer FNSKU drauf an unseren Artikeln anbringen.

Man kann jetzt nicht eindeutig sagen, welcher Weg besser und welcher schlechter ist. Beides funktioniert und ich habe auch schon Private Label-Produkte gesehen, auf deren Verpackung die FNSKU direkt drauf gedruckt war, obwohl die EAN es auch getan hätte. So ein festes Anbringen der FNSKU macht aus meiner Sicht natürlich nur dann Sinn, wenn man sich absolut sicher ist, dass man ausschließlich über Amazon und auch in Zukunft nicht über andere Vetriebskanäle verkaufen will, da die FNSKU abseits von Amazon ja keinerlei Bedeutung hat – im Gegensatz zur universell einsetzbaren GTIN.


Fazit

Ich hoffe, ich konnte in diesem Artikel ein wenig Licht ins Dunkel bringen und habe nicht für noch mehr Verwirrung gesorgt als vorher.

Vielleicht geht es nur mir so, aber ich habe total lange gebraucht, bis ich den ganzen Sachverhalt erst mal gecheckt hatte…falls also der Groschen noch nicht gefallen sein sollte, keine Sorge: Ich habe WOCHEN gebraucht um diese paar Sachen mit dem Lagerbestand und den ganzen Nummern halbwegs richtig zusammen zu bekommen – und manche Sachen kapiere ich ehrlich gesagt immer noch nicht so ganz. 😀

Naja, gut Ding will Weile haben…

Auf jeden Fall solltest du die folgenden Punkte auseinander halten:

  • EAN = GTIN: Kaufst du von der GS1, ist universell gültig, brauchst du (normalerweise) um dein Produkt bei Amazon im System anzulegen.
  • ASIN: Die Nummer, die deine Produktdetail-/-katalogseite eindeutig identifiziert und die du oben im Browserfenster als Teil des URL siehst.
  • FNSKU: Wird deinem Produkt in deinem Lagerbestand zugeordnet und steht auf dem FBA-Versandetikett drauf, das du in Seller Central ausdrucken kannst.
  • Getrennter Lagerbestand mit Versandetikett: Kleb das FBA-Versandetikett mit FNSKU drauf auf dein Produkt.
  • Vermischter Lagerbestand ohne Etikett: Bring die EAN + Barcode auf deinem Produkt an.

So, und damit soll es dann auch wirklich genug sein. Vielleicht hältst du mich für verrückt, jetzt hier wieder sowas endloses zu schreiben, wo es doch nur um 2 Nummern und die Frage geht, was ich denn jetzt auf mein Produkt kleben soll.

Na ja, wie gesagt, das hat mir alles ziemlich lange Kopfzerbrechen bereitet… 😉

Hoffe, dass ich dich bald wieder hier begrüßen kann! Beste Grüße,
Gleb

PS: Und falls dir was komisch vorkommen sollte oder du eine Frage hast, dann lass mir gerne einen Kommentar dar. Oder einfach nur so, freut mich auch.


Nützliche Links:


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2 Gedanken zu „FBA Etikettierung: EAN, ASIN, FNSKU – Was ist was und was kommt auf die Produktverpackung?“

  1. Hallo Gleb,

    vielen Dank für den Beitrag. Das hat mir den Einstieg in die Thematik schon mal bedeutend erleichtert.
    Dennoch bleibt bei mir eine Frage auf: Aktuell ist mein Private Label Produkt in Produktion. Nun stehen die Etiketten an, welche ich direkt in Asien auf das Produkt kleben lasse. Wenn man sich für EAN Codes entscheidet, bekomme ich die Codes via GS1 und kann sie direkt weiterleiten. Angenommen ich möchte aber mit FNSKU arbeiten, wie du es schilderst:
    a) Brauche ich dennoch eine EAN? Du überklebst deine ja.
    b) Wie bekomme ich die FNSKU, wenn ich das Produkt noch nicht anlegen konnte im Seller Central? Mein Produkt bedarf der Freischaltung einer Kategorie, die ich erst machen kann, wenn ich Rechnungen etc. eingereicht habe. Also das Produkt bereits da ist. Da wäre ja eine Etikettierung zu spät..
    Ich würde mich über einen Rat freuen vom Profi 🙂

    LG
    Saphir

    1. Hallo Saphir,

      als Profi würde ich mich zwar nicht bezeichnen – vielleicht fortgeschritten in einigen Feldern – aber trotzdem freue ich mich, dass der Artikel dir ein wenig helfen konnte. In diesem Sinne auch danke für das Kompliment. 🙂

      Dann wollen wir uns mal der Frage annehmen: Also, du hast ein Produkt in einer beschränkten Kategorie und konntest es noch nicht im Seller Central anlegen, wenn ich das richtig verstanden habe.

      Dann erstmal zur Frage b): Die FNSKU bekommst du ohne ein Anlegen deines Produktes nicht.

      Zu Frage a): Du brauchst auf jeden Fall in den allermeisten Fällen eine EAN, um das Produkt in Seller Central anzulegen. Es gibt auch die Möglichkeit, ein Produkt ohne EAN anzulegen, dazu musst du aber zunächst die Amazon-Markenregistrierung durchführen und dann ein identifizierendes Attribut wählen, das dein Produkt anstelle der EAN eindeutig identifizieren würde. Ich weiß, das klingt in diesem Zusammenhang ein wenig kompliziert, deswegen würde ich dir zur Vermeidung etwaiger Probleme und Missverständnisse raten, den Standardweg zu gehen und dir eine EAN zu besorgen. Um Kosten zu sparen kannst du dies auch bei der GS1 Niederlande machen. Da muss man online ein paar besondere Sachen eingeben, die du am besten in der Facebookgruppe erfragst, da ich das selbst noch nicht gemacht habe, aber weiß, dass es einige andere Mitglieder gibt. Kannst gerne darauf verweisen, dass ich dich zu einer Nachfrage aufgefordert habe, um ggf. die Antwortbereitschaft zu erhöhen.

      Mein Rat, bzw. was ich machen würde: Ich würde mir eine EAN holen und diese im Rahmen des Anlegens des Produktes nutzen, sobald du die Rechnungen etc. vorliegen hast. Dann würde ich im Rahmen der Anlieferung an Amazon einfach den Amazon-Etikettierservice nutzen. Das kostet 15 Cent pro Einheit, dann ist aber garantiert alles richtig und du hast keine Probleme mit dem Timing bzw. dem Nichtvorhandensein bestimmter Informationen zu bestimmten Zeitpunkten. Die FNSKU wird dann von Amazon selbst auf deiner Produktverpackung angebracht, sobald diese bei Amazon eingeht. Es ist dann auch keine EAN oder sonst eine Kennzeichnung (außer natürlich den gesetzlich vorgeschriebenen Kennzeichnungsplichten) auf deiner Verpackung erforderlich.

      Also langer Rede kurzer Sinn: Bei der ersten Lieferung den Etikettierservice von Amazon nutzen und in Zukunft dann ggf. die FNSKU selbst vom Supplier anbringen lassen, da du ja nach der ersten Lieferung auf jeden Fall die FNSKU vorliegen haben wirst.

      Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem Produkt, bei weiteren Fragen oder falls etwas noch unklar sein sollte, gerne einfach hier schreiben!

      Beste Grüße!
      Gleb

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