FBA-Baustein Nr. 6: Produktsuche für FBA – So findest du das perfekte Produkt! (Artikelversion inklusive Videos)

Willkommen zum sechsten Artikel aus der FBA-Baustein-Reihe.

Heute geht es endlich ans Eingemachte: Wir werden uns ganz praktisch anschauen, wie du dein erstes Produkt für FBA findest und worauf du bei der Produktsuche besonders achten musst!

Ich habe mich bei diesem Artikel besonders ins Zeug gelegt und mehr als eine Stunde Videomaterial aufgenommen. In diesen Videos findest du eine Vielzahl nützlicher Tipps und Hinweise, wie du praktisch bei der Produktsuche und -Auswahl vorgehst.

Die Videos befinden sich in der Mitte und im unteren Drittel des Artikels!

Die Produktsuche ist einer der mit Abstand wichtigsten Punkte auf deinem Weg zum erfolgreichen FBA-Seller. Sie ist ebenso entscheidend wie die Auswahl eines richtigen Lieferanten und die korrekte Optimierung deines Listings. Kurz gesagt ist die Wahl eines richtigen Produktes entscheidend fuer Erfolg oder Misserfolg des gesamten Unterfangens und du solltest hier mit grosser Sorgfalt vorgehen.

Deswegen werden wir in diesem Artikel Erfolgsfaktoren betrachten, die dafür sorgen, dass du mit deinem gewählten Produkt später logistisch möglichst geringe Probleme hast und dass es sich auf dem Markt gut verkauft.

Rechtliche Aspekte wie Gebrauchsmuster, Patentschutz, Zertifizierungen und Kennzeichnungspflichten werden wir in einem separaten Artikel besprechen. Sie werden daher - wenn überhaupt - hier nur am Rande erwähnt werden.

Falls noch nicht geschehen, solltest du in Erwägung ziehen, vorher die anderen Artikel aus der Reihe zu lesen. Ich habe mich bemüht, die Artikel so zu planen, dass sie aufeinander aufbauen und vor allem Neueinsteigern einen möglichst guten Einstieg in die Materie gewähren. Die Artikel findest du hier:

Dieser Artikel besteht aus folgenden Abschnitten:

  • Was KANN ich verkaufen: Für FBA geeignete Produktkategorien
  • Was SOLLTE ich verkaufen: Kriterien für ein gutes Einstiegsprodukt
  • Wie recherchiere ich: Vorgehensweise bei der Ideensammlung
  • Produktauswahl: So entscheidest du dich für ein Produkt

An wen richtet sich dieser Artikel?

Natürlich hängt die Vorgehensweise bei der Produktrecherche unter anderem von deinen strategischen Zielen und den Ressourcen ab, die du in den Aufbau deiner Marke investieren kannst.

FBA wird von manchen als statisches Modell dargestellt, dem man nur stumpf folgen müsse, damit sich der Erfolg einstellt - dem ist auf keinen Fall so. FBA ist, wie ich nicht müde werde zu betonen, eine gute Möglichkeit, um mit relativ wenig Kapitalbedarf in die Selbstständigkeit im E-Commerce einzusteigen - wie du dein Business langfristig aufbaust und expandierst ist aber eine ganz andere Angelegenheit, für die es kein Schritt-für-Schritt-Rezept gibt.

marketing-color-colors-wheelIch gehe daher in diesem Artikel ganz klar davon aus, dass dein Ziel am Anfang ist, ein möglichst unkompliziertes und profitables FBA-Business ohne unnötige Ausgaben aufzubauen, zu Beginn ein wenig komplexes Produkt zu verkaufen und vor allem erfolgreich zu lernen, worauf es bei diesem Geschäftsmodell ankommt.

Das war zumindest unsere Herangehensweise am Anfang und wir haben die in diesem Artikel besprochenen Punkte auch selbst beachtet.

Die hier besprochenen Inhalte zur Produktsuche richten sich daher in erster Linie an Einsteiger im deutschsprachigen Raum, die eine Standard-FBA-Strategie auf dem deutschen Marketplace verfolgen, um eine noch nicht existierende Marke zu erschaffen, zu der es noch keine externen Trafficquellen gibt.

Es kann aber auch für "alte Hasen" nicht schaden, sich den ein oder anderen Aspekt noch einmal ins Gedächtnis zu rufen - für Anregungen und Verbesserungen in Form von Kommentaren bin ich in diesem Zusammenhang wie immer sehr dankbar.


Was kann ich verkaufen? - Amazon-Produktkategorien

Bei der Suche nach dem richtigen Produkt müssen wir zuerst klären, was wir überhaupt verkaufen können bzw. dürfen. Wir werden dabei in diesem Artikel zunächst ausdrücklich nicht auf rein rechtliche Einschränkungen wie beispielsweise existierende Patente, Gebrauchsmuster oder spezifische Kennzeichnungspflichten eingehen. Dazu wird es in einem der nächsten Artikel mehr geben.

Stattdessen werden wir uns zuallererst die Einschränkungen ansehen, die vonseiten Amazons existieren.

Das Produktsortiment von Amazon ist nach Kategorien organisiert. Jeder Artikel gehört einer (oder manchmal mehreren) Kategorien an. Diese Kategorien sind der Ordnung halber wiederum in multiple Subkategorien aufgeteilt.

Hier findest du einen Ueberblick aller aktuellen Amazon-Produktkategorien.


Ungeeignete Kategorien

shield-1372620_640Lass uns zunächst einen Blick auf die Kategorien werfen, die sich generell weniger gut für einen Einsteiger im FBA-Business eignen.

Das bedeutet nicht, dass man in diesen Produktkategorien nicht erfolgreich eine eigene Brand hochziehen und unter Nutzung des FBA-Service vermarkten kann. Es bedeutet nur, dass eventuelle zusätzliche Hürden und ein höherer Aufwand es hier schwieriger machen, mit wenig Erfahrung erfolgreich zu sein.

Dies sind die weniger geeigneten Kategorien:

Beauty

screenshot-2016-11-09-02-22-24Diese Kategorie umfasst Verbrauchsgüter wie beispielsweise Make-Up oder Body Lotion. Diese Kategorie ist für einen neuen Seller schlecht geeignet, weil der Wettbewerb im Markt hoch ist, die Kunden anspruchsvoll sind und es sich um Produkte handelt, die strengen Reglementierungen und Vorgaben unterliegen, weil sie eben direkt mit der Haut und dem menschlichen Körper generell stark in Berührung kommen und dadurch im schlimmsten Fall gesundheitliche Schäden hervorrufen könnten. Ich würde aus diesen Gründen davon abraten, gleich zu Beginn in dieser Produktkategorie einzusteigen.

Bekleidung

Versteh mich nicht falsch, Bekleidung ist für E-Commerce generell eine SEHR interessante Produktkategorie. Längst haben Kunden sich daran gewöhnt, Bekleidung online zu kaufen, ohne diese vorher anzuprobieren. Beispielsweise im Sport- und Fitnessbereich, wo elastische Stoffe Verwendung finden können, ist es sehr beliebt, online zu bestellen. Hier lässt sich sehr viel Geld verdienen.

screenshot-2016-11-09-02-23-56Allerdings bringen Textilien auch wieder Probleme mit sich. Auch diese müssen wieder viele Vorgaben erfüllen und es kann am Anfang sehr schwer sein zu wissen, was man alles beachten muss, um erfolgreich in das Textilgeschäft einzusteigen. Außerdem ist die Konkurrenz stark und professionell organisiert. Das macht einen erfolgreichen Markteintritt oft sehr teuer, da man gleich von Anfang an viel in Marketing investieren muss.

Ich würde daher persönlich nur dann darüber nachdenken, gleich von Anfang auf Textilien zu setzen, wenn du Erfahrung in dieser Branche und gegebenenfalls gute Kontakte hast.


Beleuchtung

Du wolltest schon immer deinen eigenen Lampenladen haben? Ich würde mir das für den Anfang nochmal überlegen.

Leuchtmittel sind relativ stark reguliert und standardisiert und du wirst wohl kaum mit Erfolg deine eigenen Glühbirnen verkaufen. Wenn wir an die Lampen selbst denken, so sind diese oft zerbrechlich, was das Risiko mit sich bringt, dass diese beim Transport beschädigt werden oder dass generell die Retourenrate deutlich steigt. Außerdem handelt es sich um Artikel, die mit Elektrizität in Berührung kommen und deswegen auch wieder stärker kontrolliert und auf ihre Sicherheit geprüft werden müssen.


Bier, Wein & Spirituosen

Naja, das ist offensichtlich ein Thema für sich. Wenn du dich auf dem Gebiet nicht gut auskennst, dann solltest du die Finger von Spirituosen lassen. Habe noch von niemandem gehört, der ein Private Label in dem Bereich aufgebaut hat und wüsste auch nicht, wie man da vorgeht.

screenshot-2016-11-09-02-25-17Man müsste halt einen Winzer oder Brauer mit Abfüllanlage finden, der bereit wäre, auf seine Flaschen dein Logo aufzudrucken. Außerdem wollen wir keine Lebensmittel verkaufen, da das mit ausreichender Rendite kaum umsetzbar sein wird und Lebensmittel noch größere rechtliche Risiken mit sich bringen als Beautyprodukte.


Medien

Hierunter fallen zum Beispiel Bücher, Musik, DVDs und Blu-Rays. Hier kannst du keine eigene Marke aufbauen, indem du einfach ein bestehendes Produkt mit deiner Marke versiehst, sondern nur weiterverkaufen.

Was du natürlich machen kannst, ist, Ebooks auf Amazon zu verkaufen, die du selbst verkauft hast oder hast schreiben lassen. Das ist aber ein eigenes Online-Geschäftsmodell und hat direkt wenig mit FBA zu tun. Wenn dich dieses Thema interessiert, dann kannst du in diesen Videos von Projekt Passives Einkommen mehr Informationen dazu finden.


Elektronik und Elektronikzubehör

Für neue Seller würde ich empfehlen, sich für den Anfang eher von dieser Kategorie fernzuhalten. Der Grund ist, dass diese Artikel eher defekt sein und Schäden verursachen können. Außerdem müssen sie gründlich geprüft werden, was viel Geld kosten kann.

screenshot-2016-11-09-02-27-14Denken wir hierbei einfach mal an das Billig-Bügeleisen aus Fernost, das bei zu langem Betrieb anfängt zu schmelzen - du möchtest auf keinen Fall dafür verantwortlich sein, dass wegen einem deiner Produkte ein Haus abbrennt und womöglich noch jemand zu Schaden kommt.

Daher muss die Markteinführung eines Elektroartikels besonders gründlich vorbereitet werden, was eben wieder Kapital, Zeit und Fachwissen erfordert. Wenn du erst einmal erfolgreich verkaufst und funktionierende Unternehmensstrukturen etabliert hast, kann es sich aber natürlich lohnen, in diese Produktkategorie zu expandieren. Achte aber hier noch mehr als anderswo auf Qualität und nimm nicht den billigsten Hersteller.


Lebensmittel und Getränke

Hier gilt das gleiche wie bei den Spirituosen. Lebensmittel eignen sich nicht, wenn du keine Erfahrung in der Branche hast und nicht genug Kapital hast.


Schuhe und Handtaschen

screenshot-2016-11-09-02-28-36Es gilt im Kern das gleiche wie bei der Kategorie Bekleidung. Außerdem kann es schwer sein, Qualität zu gewährleisten und für deine noch unbekannte Marke Kunden zu finden - ganz zu schweigen davon, dass du unbedingt sicherstellen musst, dass du nicht aus Versehen eine Markenrechtsverletzung begehst, weil dein Lieferant einfach die Modelle bekannter Label kopiert.


Software und Videogames

Hierbei handelt es sich offensichtlich nicht um physische Produkte und du kannst sie auch nicht günstig irgendwo anders einkaufen und unter deiner Brand weiterverkaufen.


Kategorien mit Zulassungsbeschränkung

Einige der obigen Kategorien sind auch deswegen eher schlecht für einen Einstieg geeignet, weil sie bei Amazon zulassungsbeschränkt sind. Was bedeutet das?

Die Zugangsbeschränkung bedeutet, dass neue Verkäufer nicht automatisch in jeder Produktkategorie verkaufen können. Manchmal sind auch nur bestimmte Produkte einer ansonsten "offenen" Kategorie zugangsbeschränkt.

Es gibt sogar bestimmte Produktarten, die gar nicht bei Amazon verkauft werden dürfen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels handelt es sich dabei nach Informationen von Amazon um diese verbotenen Produkte:


Verbotene Produkte bei Amazon

  • Mobiltelefone mit Verträgen
  • Magazine und Zeitungen
  • Tabakprodukte
  • Geschenkgutscheine (außer natürlich die von Amazon selbst)
  • Verschreibungspflichtige Medikamente und andere Produkte mit genehmigungspflichtigen Substanzen
  • Waffen und Munition
  • Produkte, deren Werbung, Kundenansprache oder Marketing gegen geistiges Eigentum verstößt
  • Sonstige Produkte, die Amazon nach eigenem Ermessen nicht unterstützt

Bei den Kategorien mit Zugangsbeschränkung hingegen beschränkt Amazon oft die Aufnahme neuer Verkäufer und überwacht besonders genau die Verkäuferleistung. Dies soll sicherstellen, dass dem Kunden ein hochwertiges Kauferlebnis geboten wird.

pexels-photoAmazon tut dies vor allem bei Produkttypen, für die Kriterien wie Verbrauchersicherheit, Produktqualität, Markentreue oder Import-/Exportbeschränkungen noch wichtiger sind als sonst.

Um in einer zulassungsbeschränkten Kategorie Produkte auf Amazon.de verkaufen zu dürfen, musst du erst einen Antrag an Amazon stellen, um für die Produkte oder die gesamte Kategorie freigeschaltet zu werden.

Zu diesem Zeitpunkt habe ich noch nicht selbst in einer solchen Kategorie verkauft, kann hierzu also auch keine persönlichen Erfahrungen wiedergeben. Vielleicht verfasse ich hierzu in der Zukunft einmal einen Artikel.

Die folgenden Kategorien und zugehörigen Produktarten sind zulassungsbeschränkt:


Zulassungsbeschränkte Kategorien und Produktarten

  • Beauty (Parfüm, Body Lotion, Make-Up, Deodorants, Nagellack)
  • Bekleidung (Modische Bekleidung, modische Sonnenbrillen, individualisierbare Bekleidung (außer Fanartikel), Kinder- und Babybekleidung)
  • Bier, Wein & Spirituosen (Spirituosen, Liköre, Wein, Bier, Cidre, Sekt, alkoholische Getränke enthaltende Geschenksets)
  • Drogerie & Körperpflege (Medikamente zur äußeren Anwendung, Shampoo, Windeln, Wattestäbchen, Haarteile, Kontaktlinsen, elektrische Zigaretten)
  • Lebensmittel und Getränke, einschließlich Babynahrung
  • Spielwaren & Kinderwelt (Eine Zulassung ist für diese Produktkategorie aufgrund des Weihnachtsgeschäfts nur für den Zeitraum von November bis Januar erforderlich; außerhalb dieser Zeit brauchst du keine Zulassung. Die von Amazon explizit so genannten Produktarten für diese Oberkategorie sind: Spiele, Plüschtiere, Faschingskostüme, Modellbau, Kinderbastelartikel, Briefmarken & Münzen (Sammlerstücke) (Spielzeug!?))
  • Uhren & Schmuck (Armbanduhren, Luxusuhren, Taschenuhren, Uhren-Werkzeug, Modische Ringe, Ketten, Armschmuck, Diamanten & Perlen, Ohrringe, Verlobungsringe, Charms & Beads, Manschettenknöpfe, Edelsteine, Broschen)

Außerdem gibt es Kategorien, die nicht von Vorneherein zulassungsbeschränkt sind, in denen der Verkauf bestimmter Artikel aber die Zustimmung eines zuständigen Kategorie-Managers erfordern kann. Falls du einmal eine Nachricht erhalten solltest, dass ein bestimmter Artikel nur durch für diesen Artikel zugelassene Verkäufer angeboten werden darf, dann kontaktiere am besten sofort Amazon mit der Bitte um Freischaltung deines Verkäuferkontos für diesen Artikel.

Falls du einmal planen solltest, in einer solchen Kategorie zu verkaufen, kannst du dich sicherheitshalber vorher bei Amazon erkundigen, ob du einen bestimmten Artikel ohne Freischaltung verkaufen kannst. Kategorien mit solchen selektiven Produktbeschränkungen sind Elektronik, Elektronikzubehör und Software.

Wie bereits weiter oben angesprochen, ist es noch lange nicht damit getan, eine geeignete Produktkategorie auszuwählen. Auch wenn Amazon dir den Verkauf eines bestimmten Produktes erlauben mag, liegt es immer noch in deiner Verantwortung sicherzustellen, dass dieses Produkt allen gesetzlichen Anforderungen, z.B. im Hinblick auf Verbraucherschutz, entspricht und keine gültigen Schutzrechte Dritter (z.B. Patente) verletzt. Wir werden uns aber in diesem Artikel nicht um diese Aspekte kümmern, die aber SEHR wichtig sind!

Stattdessen werden wir uns nun ansehen, was ein gutes Einstiegsprodukt alles haben und welche Anforderungen es erfüllen sollte.


Kriterien für ein gutes Einstiegsprodukt

Die folgenden Kriterien habe ich aufgrund meiner Erfahrung und unter Zusammenfassung anderer Ressourcen aufgestellt, die ich online gefunden habe und die ich für zweckmäßig halte, um ein gutes Einstiegsprodukt zu finden.

Ich ordne die Kriterien dabei folgenden 6 Aspekten zu:

  • Einfachheit der Umsetzung
  • Marktseitige Nachfrage
  • Konkurrenz
  • Anschaffungskosten
  • Rendite
  • Optimierungsfähigkeit & Traffic

Zu jedem Aspekt der Produktsuche gibt es wichtigere und weniger wichtige Punkte. Du willst generell sichergehen, dass dein Produkt die wichtigeren Kriterien jedes Aspekts erfüllt, um deine Erfolgswahrscheinlichkeit zu erhöhen.

Die wichtigsten Kriterien kennzeichne ich als KernkriterienDiese sollten auf jeden Fall im Großen und Ganzen erfüllt sein.

Es bringt dir als angehendem Seller nichts, wenn du zum Beispiel ein Produkt mit hoher Nachfrage, geringer Konkurrenz und niedrigen Anschaffungskosten findest, wenn es unmöglich schwer in der Praxis umzusetzen ist oder die Rendite so niedrig ist, dass sich der ganze Aufwand für dich nicht lohnt.

Außerdem sollte dein Produkt auf irgendeine Art und Weise verbesserbar sein, damit du dich auch langfristig absetzen und gegen die Konkurrenz verteidigen kannst. Das kann auch schon einfach besseres Marketing und die Generierung von zusätzlichem Traffic durch Social Media Marketing oder eine SEO-optimierte Website mit interessantem Content sein, die potentielle Käufer direkt zu deinem Produkt führt.

Die Straße zum nachhaltigen Erfolg führt über Produktdifferenzierung und das Schaffen echter Mehrwerte
Die Straße zum nachhaltigen Erfolg führt über Produktdifferenzierung und das Schaffen echter Mehrwerte

Es ist mir noch wichtig darauf hinzuweisen, dass die Suche nach einem "perfekten" Produkt genau wie FBA im Allgemeinen nicht als simples Rezept verstanden werden darf. Du kannst nicht einfach nur darauf vertrauen, anhand bestimmter, online zu findender Checklisten blind Punkte zu verteilen und ab einem bestimmten Score davon ausgehen, dass das Projekt auf jeden Fall erfolgreich sein wird. Es gibt "Make-or-Break-Kriterien", die wichtiger sind als andere und erfüllt sein müssen.

Da der ganze Prozess der Produktsuche außerdem in den strategischen Kontext deines Unternehmens- und Markenaufbaus eingebettet ist, kann eine Checkliste als Entscheidungshilfe, nicht aber als Allheilmittel bei der Produktsuche betrachtet werden.

Ich halte es daher für wichtiger, zu erklären, warum manche Kriterien wichtig sind und beachtet werden sollten. Auf Grundlage dieses Verständnisses wirst du mit der Zeit und durch praktische Anwendung im Rahmen der Produktsuche langsam ein Gefühl dafür entwickeln, was ein geeignetes Produkt ausmacht.

Jetzt aber genug der Vorrede und auf zum ersten Aspekt.


Einfachheit der Umsetzung

Als Einsteiger bei FBA - vor allem wenn du so wie ich vorher keine Erfahrung als Selbstständiger oder Unternehmer sammeln konntest - werden viele Dinge neu und manchmal sogar entmutigend sein. Das Risiko besteht immer, dass der Stress irgendwann zu groß wird, vor allem dann, wenn du alles perfekt machen willst und eher zum Pessimismus neigst.

simpleAußerdem baust du eben ein Business mit größtenteils virtueller Infrastruktur auf. Die Kommunikation mit deinem Supplier, mit Amazon, Logistikern und anderen Parteien wird fast ausschließlich über das Internet verfolgen. Das ist gleichzeitig eine Stärke und eine Schwäche deines Unternehmens.

Eine Stärke ist es, weil du lean, flexibel und mit geringen Kosten starten kannst.

Gleichzeitig kann es aber schnell zu einer Schwäche werden, wenn du dich auf ein Glied in der Kette deiner Geschäftspartner nicht voll verlassen kannst. Kontrolle ist bei FBA nur schwer durchzuführen, weil du eben nicht mal schnell ins Werk fahren kannst, um zu überprüfen, was denn jetzt mit der nächsten Charge ist.

Aufgrund dieser Fragilität ist es eben vor allem am Anfang meiner Meinung nach entscheidend, dass du dein neues Wissen möglichst schnell und einfach in ein funktionierendes Geschäftsmodell umsetzen kannst, bei dem du noch den Überblick über alle Prozesse behalten kannst - der Aspekt der Einfachheit der Umsetzung eben.

Lass aber vor allem auch die Finger von Produkten, die die Gesundheit der Nutzer gefährden könnten und die aufgrund ihrer Beschaffenheit ein hohes Risiko für Qualitätsprobleme haben.

Robustheit (Kernkriterium)

pexels-photo-28833Dein Produkt sollte möglichst robust sein, damit es nicht leicht während des langen Transports oder bei der Lieferung an den Kunden beschädigt werden kann. Dadurch verringerst du auch das Risiko von Retouren, die deine Rendite mindern.

Idealerweise besteht es außerdem aus einem einzigen oder möglichst wenigen Einzelteilen. Von einem sehr komplexen oder zerbrechlichen Produkt solltest du am Anfang die Finger lassen. Später, wenn du über ausreichend Risikokapital verfügst und gut abschätzen kannst, wie sehr du auf deinen Supplier und deinen Logistiker zählen kannst, kannst du dich natürlich auch an solche Produkte heranwagen. Ich sage also auf keinen Fall, dass du für alle Zeiten die Finger von zerbrechlicheren Produkten lassen solltest, am Anfang aber besser schon, da einiges schief gehen kann.


Einfachheit des Sourcings (Kernkriterium)

Eigentlich offensichtlich, sollte es zu Beginn relativ einfach für dich sein, einen Hersteller für dein Produkt zu finden und die Produktion z.B. nach China outzusourcen. Wenn du lange suchen musst, um einen passenden Anbieter auf gängigen Plattformen wie Alibaba.com zu finden, hast du am Ende einfach nicht die Auswahl, um dich zwischen mehreren Alternativen für den vertrauenswürdigsten Supplier entscheiden zu können.

Schwerer wiegt aber fast noch folgende Überlegung: Wenn es zu einem Produkt niemanden gibt, der es verkaufen möchte, dann gibt es wahrscheinlich nicht genug Nachfrage danach. Wenn du stattdessen schnell und einfach viele Hersteller findest, dann wird es wahrscheinlich auch eine entsprechende Nachfrage geben, da die Fabriken und ihre Mitarbeiter ja auch verkaufen müssen, um zu leben. Je einfacher also zu Beginn das Sourcing ist, umso mehr Auswahl hast du und umso wahrscheinlicher wirst du dein Produkt auch verkaufen können.


Es ist kein Elektrogerät und kann niemanden verletzen (Kernkriterium)

Dieses wichtige Kriterium für neue Seller hängt zum Einen mit dem Kernkriterium der Robustheit zusammen. Elektrogeräte sind eher komplex und verfügen häufig über bewegliche Teile, die mit Strom betrieben werden. Dies ist ein potentieller Schwachpunkt, der zu Beschädigungen während des Transports oder späteren Defekten führen kann, falls der Supplier über keine ausreichende Qualitätssicherung verfügt.

Viel gravierender ist aber, dass elektrische Geräte zu Stromschlägen führen, sich erhitzen, brennen oder sogar explodieren können. Eine Gefahr droht auch beim Austreten von Batteriesäure.

Lass nicht zu, dass eines deiner Produkte dafür verantwortlich ist...
Lass nicht zu, dass eines deiner Produkte dafür verantwortlich ist...

Falls ein Unfall passieren sollte, brauchst du erst gar nicht daran zu denken, die Verantwortung an deinen Supplier abschieben zu wollen. Als Importeur und Inverkehrbringer bist du absolut dafür verantwortlich, dass das Produkt sicher ist und alles europäischen und deutschen Vorschriften entspricht. Vor allem wenn dein Logo auf dem Produkt angebracht ist, wäre es noch lächerlicher, sich auf diese Art und Weise aus der Affäre ziehen zu wollen.

Wenn du alles richtig machen und kein Risiko eingehen willst, musst du also einen vertrauenswürdigen Supplier finden und dessen Produkte prüfen und zertifizieren lassen, falls er selbst keine gültigen Zertifikate für den deutschen Markt vorweisen kann. Auch dies spricht wieder gegen den Start mit einem Elektrogerät. Selbstverständlich sollte dein Gerät aus denselben Gründen nicht gefährlich sein und niemanden verletzen können.

Falls du also schon immer deine eigenen Elektromesser verkaufen wolltest, spar dir das vielleicht für später auf, wenn du genug Kapital und Erfahrung hast, um alles auf Herz und Nieren testen und die Qualität der Ingenieurleistung sicherstellen zu können.


Unbeschränkte Produktkategorie

Diesen Punkt führe ich hier auf, weil es dir als neuem Seller in manchen Produktkategorien schwer fallen könnte, eine Zulassung von Amazon zu erhalten. Es ist nicht unmöglich, in einer zugangsbeschränkten Kategorie zu starten, vor allem wenn eine hohe Nachfrage auf der Kundenseite für ein bestimmtes Gut herrschen sollte. In zugangsbeschränkten Kategorien sind aber auch oft die Qualitätsansprüche höher und die Konkurrenz besonders professionell und hart. Deswegen würde ich nicht in einer solchen Kategorie starten.


Niedriges anfängliches Bestellvolumen

Hiermit ist gemeint, dass du einen Hersteller findest, der es dir ermöglicht, mit einer relativ niedrigen ersten Bestellmenge zu starten. Ein grober Anhalt hier sind oft 500 Exemplare deines Produktes. Das ist natürlich nur ein Richtwert und ist vom Preis deines Produktes abhängig.

Du willst am Anfang nicht zu viele Exemplare bestellen, weil du ja noch nicht weißt, wie schnell die Absatzgeschwindigkeit deines Produktes sein wird. Wenn du bei der Produktsuche gründlich vorgehst und ein gutes Listing erstellst, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass sich dein Produkt gar nicht verkaufen wird. Es kann aber natürlich passieren, dass die Nachfrage doch geringer ist als gedacht und es daher länger dauert, bis alles abverkauft ist. Das kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass du ein Produkt verwirfst und ein neues ausprobierst. Deswegen möchtest du nicht gleich bei der ersten Bestellung tausende Artikel im Lager haben.

Auf der anderen Seite berichten wiederum viele Seller davon, dass sie sich wünschten, sie hätten bei der ersten Bestellung gleich die doppelte Menge geordert, weil die Nachfrage höher war als ursprünglich gedacht und das Produkt sich zu schnell abverkaufte, was zu Stress bei der Beschaffung von Nachschub führte. Ich hielt das zunächst für eine Übertreibung oder ein lächerliches Luxusproblem - bis René und mir genau das gleiche passierte wie anderen erfolgreichen Sellern, die über ihre Erfahrungen schreiben.

Auf der anderen Seite sehe ich aber auch nicht, dass wir zwangsweise etwas anders gemacht hätten, wenn wir noch mal beginnen könnten.

Man kann halt am Anfang nicht wissen, ob ein Produkt wirklich "laufen" wird, weswegen man meiner Meinung nach am Anfang lieber auf Nummer Sicher gehen und halt Umsatzeinbußen in Kauf nehmen sollte - dafür lernt man aber trotzdem, worauf es im Business ankommt und weiß vor der nächsten, dann größeren Bestellung, ob sich ein Produkt verkauft oder nicht.


Einfache Verpackung

Die Verpackung ist ein wichtiger Bestandteil deines Angebotes an den Kunden. Sie schützt dein Produkt und sollte attraktiv gestaltet sein, um das Kundeninteresse zu wecken. Gleichzeitig sollte sie aber auch nicht zu komplex und aufwendig sein, da dann natürlich auch bei der Produktion und dem Druck der Verpackung mehr schief gehen kann.

Ein Produkt, das eine komplexe Verpackung erfordert, ist auch selbst oft komplex oder mit Risiken behaftet. Eine einfache Verpackung ist daher auch ein Indikator für ein auch sonst einfaches Sourcing deines Produktes.


Soziale Verträglichkeit

Du möchtest dein Produkt vielen Menschen bekannt machen und erfolgreich verkaufen. Dazu könntest du am Anfang auf Freunde und Bekannte angewiesen sein. Falls du nicht genau weißt, was ich damit meine, dann lies dir meinen letzten FBA-Baustein-Artikel Nr. 4 durch um nachzuvollziehen, wie Amazon funktioniert und wie du deine Verkäufe zu Beginn unterstützen kannst.

pexels-photo-12211Du solltest für einen leichteren Start ein Produkt wählen, zu dem Kunden auch gerne ein Review abgeben würden und das sie anderen Personen problemlos weiterempfehlen würden. Es darf ihnen nicht unangenehm sein, über dein Produkt zu sprechen - das meine ich mit "sozialer Verträglichkeit". Auf diese Art und Weise kannst du leichter starten und mehr verkaufen.

Besonders toll ist es natürlich, wenn du einen Supplier finden kannst, der unter ethisch korrekten oder Fair-Trade-Bedingungen operiert, sofern dies für dein Produkt möglich und relevant ist. Dies kannst du dann ganz aktiv für dein Marketing nutzen und dir auf die Fahnen schreiben. Für manche Kunden ist die soziale Verträglichkeit von Produkten ein kaufentscheidendes Kriterium und solche Kunden sind sehr häufig auch bereit, dementsprechend positive Kommentare und Bewertungen zu hinterlassen und deine Marke in ihrem Bekanntenkreis zu erwähnen.

Pia von baumfrei.de bietet hier ein erfolgreiches Beispiel, wie man mit einem ökologischen Naturprodukt und einfachen Mitteln sehr erfolgreich Marketing betreiben und langfristig Kunden binden kann.


Marktseitige Nachfrage

Der zweite Aspekt, die marktseitige Nachfrage, vereint in sich Kriterien, die sicherstellen sollen, dass es auch genügend Kunden gibt, die dein Produkt auf Amazon kaufen möchten und dass dein Produkt nicht so leicht durch ein alternatives Produkt ersetzt werden kann.

Hier gibt es eine Menge von Kennzahlen, an denen man sich orientieren kann. Kennzahlen sind in diesem Zusammenhang klare numerische Werte, aus denen man Informationen über das "Abschneiden" eines Produktes auf dem Markt ableiten möchte.

Wie immer ist hier Vorsicht geboten, um sich nicht zu sklavisch an Aussagen wie "mehr als X ist gut, weniger als X ist schlecht" zu orientieren. Zum Einen können Kennzahlen von Produktkategorie zu Produktkategorie unterschiedliche Ausprägungen haben. Zum Anderen muss man sich auch immer fragen, für welchen Zeitraum eine Kennzahl Gültigkeit besitzt.

Eine Kennzahl stellt manchmal nur eine Momentaufnahme dar und ein Produkt, das kurzzeitig an der Spitze der Verkäufe steht, kann zwei Wochen später ein Ladenhüter sein. Ein Produkt kann zum Beispiel an der Spitze der Verkäufe in einer Unterkategorie stehen, dies muss aber nichts aussagen, wenn die Verkäufe nur künstlich durch Rabattgutscheine oder einen langfristig nicht haltbaren Preis erzeugt werden.

Wenn man sich aber grob an häufig genutzten Anhaltswerten orientiert, können Kennzahlen einen unschätzbaren Beitrag zum Abschätzen der Nachfrage bilden, da sie schließlich aus real getätigten Käufen und Suchanfragen abgeleitet werden.


Bestseller Rank (Kernkriterium)

Eines der entscheidenden Kernkriterien, an dem man sich beim Abschätzen der Nachfrage orientieren kann, ist der Bestseller Rank oder kurz BSR. Hierbei wird meistens der BSR eines mit deiner Produktidee vergleichbaren Produktes für die übergeordnete Kategorie betrachtet.

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Den BSR eines Produktes findet man auf der Produktdetailseite des jeweiligen Produktes im Feld "Zusätzliche Produktinformationen". Im obigen Bild ist es die dritte Zeile von oben mit dem Titel "Amazon Bestseller-Rang". Wie du siehst, finden sich dort drei BSRs:

  • Ein BSR von 105.783 in der Kategorie Küche & Haushalt
  • Ein BSR von 18 in der Kategorie Schablonen, einer weit verzweigten Unterkategorie von Küche & Haushalt
  • Ein BSR von 8.904 in der relativ weit oben angesiedelten Unterkategorie Küchenhelfer & Kochzubehör

Betrachtet wird in den meisten Fällen nur der BSR für die Oberkategorie, das heißt in diesem Fall Küche & Haushalt. Wenn wir also vom BSR für ein Produkt sprechen, dann ist damit der BSR der ganz oben angesiedelten, übergeordneten Kategorie gemeint.

Da der BSR die Verkaufszahlen eines Produktes widerspiegelt, eignet er sich gut dazu, die Nachfrage abzuschätzen. Man orientiert sich dabei für jede übergeordnete Kategorie an anderen Schwellenwerten. Da zum Beispiel die Gesamtzahl der Verkäufe in der Kategorie Küche & Haushalt nicht identisch mit den Verkäufen in der Kategorie Garten sind, spiegelt ein BSR von 1000 in jeder Kategorie unterschiedliche Verkaufszahlen wider.

Mit etwa 10 bis 15 Verkäufen pro Tag kannst du in verschiedenen Kategorien bei den BSRs in der folgenden Tabelle rechnen. Das sind natürlich nur ungefähre Werte, wenn sich dein Produkt in der entsprechenden Größenordnung befindet, dann ist das gut, auch wenn es ein wenig unter dem genannten Wert liegen sollte. Liegt dein Produkt darüber, umso besser. Je mehr in einer Kategorie insgesamt verkauft wird, umso niedriger darf der BSR deines Produktes sein. Deswegen kann ein BSR von 2.800 in der Kategorie Küche & Haushalt für genau so viele Verkäufe pro Tag sorgen wie ein deutlich "besserer" BSR von 400 in der Kategorie Auto.

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Daneben gibt es natürlich auch noch andere "Faustregeln". Manche Seller meinen, der BSR des bestverkauften Produktes, das deinem ähnlich ist, solle unter 500 liegen, während das Produkt, das sich am fünftbesten verkauft noch unter 3.000 liegen sollte. Eine andere "Regel" besagt, dass die 4 bestverkauften ähnlichen Produkte alle einen BSR von unter 8.000 haben sollten.

Du merkst sicher schon selbst, wie unzusammenhängend und unpräzise diese Angaben erscheinen, vor allem weil es sich immer um schön gerundete Werte handelt. Es geht aber auch gar nicht darum, eine exakte Zahl zu identifizieren, ab der du mit einer spezifischen Nachfrage rechnen kannst. Stattdessen sollen die BSR-Werte und Faustregeln dir einen Eindruck von der Größenordnung vermitteln, in der du dich bewegen solltest.

Falls alle vergleichbaren Produkte einen BSR von 100.000 haben, wirst du höchstwahrscheinlich weit jenseits von Gut und Böse sein. Natürlich kannst du auch solche Produkte erfolgreich verkaufen, fährst dann aber eine andere Strategie, weil du mit einer sehr viel niedrigeren Nachfrage und damit Verkaufsgeschwindigkeit rechnen musst.

Ein nützliches kleines Tool ist in diesem Zusammenhang der AMZ Seller Browser. Diese kostenlose Browsererweiterung für Google Chrome zeigt dir zu jedem Produkt auf Amazon gleich den zugehörigen BSR an und erspart dir so einen Klick, um auf die Produktdetailseite zu gelangen. Dadurch kannst du schneller recherchieren und BSRs vergleichen.

Amazon Prouktsuche FBA Business Builder AMZ Seller Browser
Mit dem kostenlosen AMZ Seller Browser-Tool siehst du auf einen Blick den BSR (hier z.B. 613 bzw. 827) und erhältst weitere nützliche Infos zum Produkt, zum Beispiel über die Entwicklung des Verkaufspreises über einen längeren Zeitraum hinweg.

Das Tool findest du hier kostenlos, wenn du Google Chrome nutzt.


Suchvolumen

Ein weiteres sehr wichtiges Kriterium bei der Bestimmung der Nachfrage nach einer bestimmten Produktart ist ein Blick auf das Suchvolumen: Wie oft wird das Produkt bei Google gesucht?

Um hierüber Informationen zu gewinnen, kannst du kostenlos den Google Keyword Planner nutzen.

Was du herausfinden willst ist, ob genügend Leute regelmäßig nach den wichtigsten Suchbegriffen suchen, die dein potentielles Produkt beschreiben. Diese Suchbegriffe musst du natürlich vorher finden aber auch hierbei hilft dir der Google Keyword Planner, wenn du dort eine Bezeichnung deines Produktes eingibst und dir weitere dazu passende Suchbegriffe anzeigen lässt.

Für die wichtigsten Hauptsuchbegriffe/keywords sollten 10.000 bis 100.000 oder mehr Suchanfragen pro Monat vorhanden sein. Die durchschnittlichen monatlichen Suchanfragen für alle vom Keywordplanner ausgegebenen Begriffe dürfen gerne bei 1 Million bis 10 Millionen oder höher liegen, da hier auch eher entfernte passende Keywords mit einbezogen werden. Wenn diese bei zehntausend bis hunderttausend liegen ist das auch nicht schlimm.

Dein Ziel ist es aber nicht, dich an Zahlen aufzuhängen sondern ungefähr zu prüfen, ob es eine größere Gruppe von Personen gibt, die monatlich nach deinem Produkt suchen. Vergiss nicht, wichtiger als die Anzahl der Personen, die außerhalb von Amazon nach deinem Produkt suchen, ist die Menge an Kunden, die auf Amazon nach deinem Produkt suchen und es auch kaufen, repräsentiert durch den BSR. Die Überprüfung des Suchvolumens mit dem Keyword-Planner ist aber eine weitere nützliche Maßnahme, die dir hilft abzuschätzen, wie stark nach verschiedenen Suchbegriffen für ein Produkt gesucht wird. Dies kann dir später auch beim Aufbau einer eigenen Website für deine Marke helfen, um darüber ebenfalls Käufer zu gewinnen.


Umschlagshäufigkeit

Die Umschlagshäufigkeit ist ein Kriterium, dass darüber Aufschluss gibt, wie viele Produkte pro Tag oder in einer anderen Zeitperiode verkauft werden. Generell haben Produkte mit einem hohen BSR natürlich auch eine höhere Umschlagshäufigkeit, da sie sich natürlich insgesamt öfter verkaufen.

Wir wissen beim BSR aber natürlich nicht genau, wie viele Produkte sich pro Tag verkaufen. Ein relativ hoher BSR sagt nur aus, dass in dieser bestimmten Kategorie relativ viele Exemplare verkauft werden. Wenn die Kategorie selbst aber eher verkaufsschwach ist, kann das trotzdem bedeuten, dass nur einige wenige Exemplare pro Tag verkauft werden.

Deswegen zielen wir bei der Umschlagshäufigkeit darauf ab herauszufinden, wie viele ähnliche Produkte unsere Konkurrenten pro Tag verkaufen.

Eine sehr generalisierte (!) Faustregel hierbei ist, dass die ersten 10 Listings/Produkte zusammen mindestens etwa 80 bis 90 Verkäufe pro Tag generieren sollten. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass sich die Verkäufe nicht zum Beispiel alle nur auf die obersten Seller verteilen, sondern dass auch die Listings weiter unten noch eine vertretbare Anzahl an Verkäufen generieren.

999

Jetzt werden deine potentiellen zukünftigen Konkurrenten sicher nicht so freundlich sein, dir mitzuteilen, wie viel sie denn im Durchschnitt so pro Tag verkaufen. Du musst also irgendwie an diese Verkaufsinformationen gelangen. Zu diesem Zweck kannst du dich einer Excel-Tabelle und des so genannten "999-Tricks" bedienen, den du dir im folgenden Video ansehen kannst. Beachte bitte, dass der Trick nur dann funktioniert, wenn dein Konkurrent weniger als 1.000 Exemplare eines spezifischen Artikels auf Lager hat.

Auf diese Art und Weise kannst du also im Laufe mehrerer Tage feststellen, wie hoch die Umschlagshäufigkeit ist. Ein gutes Produkt darf gerne 10 bis 15 mal am Tag verkauft werden, um einen kontinuierlichen Cash-Inflow zu gewährleisten.


Produktreviews

Produktreviews sind ein weiteres Kriterium, anhand dessen du abschätzen kannst, ob Nachfrage nach einem Produkt besteht. Je mehr Reviews ein Referenzprodukt hat, umso mehr Verkäufe werden generiert.

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Wenn die ersten 10 Produkte fast alle 40 oder mehr Reviews haben, dann kannst du stark davon ausgehen, dass eine hohe Nachfrage herrscht. Wie immer ist aber auch dieser Wert nur eine Hilfe und nicht als starres Kriterium zu verstehen. Was du vermeiden willst ist, dass die Produkte nur sehr wenige Reviews haben oder sich diese Reviews fast ausschließlich auf wenige Top-Seller verteilen, da dann entweder keine Nachfrage herrscht oder einige wenige Produkte eine marktbeherrschende Position einnehmen und es schwierig werden könnte, sich mit einem ähnlichen Produkt erfolgreich zu positionieren.


PPC

PPC steht für Pay per Click und ist eine häufig genutzte Abkürzung für die Werbung, die Händler auf Amazon für ihre Produkte schalten können. Auf das Grundkonzept bin ich im 4. Baustein-Artikel bereits eingegangen.

Es ist ein gutes Zeichen, wenn du bei der Suche nach deiner Produktidee auf Amazon feststellst, dass alle 3 bis 4 PPC-Plätze in den Suchergebnissen belegt sind. Dies zeigt an, dass die Verkäufer aktiv Werbung schalten, was auf eine existierende Marktdynamik und entsprechende Nachfrage hinweist.

Ebenso kannst du prüfen, ob für die Keywords des potentiellen Produktes auf Google Werbeanzeigen geschaltet werden. Existierende AdWords-Kampagnen sind genau wie PPC-Kampagnen auf Amazon ein Indikator dafür, dass Händler gut verkaufen und es sich lohnt, Werbung zu schalten.


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Werbeanzeigen in den Google-Suchergebnissen sind ein gutes Zeichen für einen profitablen Markt.

Alternative Verkaufsplattformen

Natürliche gibt es auch noch andere Verkaufsplattformen als Amazon.de und es ist ein gutes Zeichen, wenn das potentielle Produkt auch dort angeboten wird.

So kannst du beispielsweise eBay abchecken und prüfen, ob es dort viele Seller gibt. Falls ja, deutet dies auf jeden Fall eine starke Nachfragesituation an.

Sehr zu empfehlen ist es auch, sich bei vielen Produktideen am viel größeren amerikanischen Markt zu orientieren. Geh dazu einfach auf Amazon.com, den amerikanischen Amazon-Marketplace und such nach deinem potentiellen Produkt. Wenn es sich um eine gute Idee handelt, wirst du wahrscheinlich bereits viele FBA-Seller finden.

Das liegt daran, dass der amerikanische Markt wie gesagt größer, dynamischer und härter umkämpft ist. Wenn ein Produkt in den USA verkauft wird, dann wirst du damit vermutlich auch in Deutschland gute Ergebnisse erzielen können. Außerdem findest du auf dem amerikanischen Markt hervorragende Inspirationen für dein Listing und ggf. das Customizing deines Produktes und kannst herausfinden, welche Variationen des Produktes sich besonders gut verkaufen könnten.

Sei aber vorsichtig, falls du zwar viele Seller in den USA aber fast keine in Deutschland findest. Es könnte sich in einem solchen Fall auch um ein kulturspezifisches Produkt handeln, das die Amerikaner vielleicht lieben, mit dem Deutsche aber gar nichts anfangen können.


Ersetzbarkeit

Je weniger dein Produkt substituierbar, d.h. ersetzbar, ist, um so besser. Es sollte zu dem angebotenen Artikel möglichst wenige gute Alternativen geben, da die Kunden sonst einfach die Alternative kaufen könnten.

Das bedeutet nicht, dass es überhaupt keine Alternativen zu deinem Produkt geben darf, allerdings solltest du im Rahmen deines Marketings und deines Listings dem Kunden genau darlegen können, warum er deine Lösung für sein Problem und nicht eine Alternative nutzen sollte.

Lass nicht zu, dass deine Produkte veralten und abgehängt werden...
Lass nicht zu, dass deine Produkte veralten und abgehängt werden...

Stell dir dazu einfach mal vor, du müsstest jemandem erklären, warum er deine Pferdekutsche anstelle eines Autos benutzen sollte. In der modernen Zeit hättest du es in den meisten Fällen ziemlich schwer, viele Kunden von den Vorteilen der Kutsche zu überzeugen. Du möchtest gleich von Anfang an vermeiden, etwas zu verkaufen, das sich nicht gegen eine Alternative durchsetzen kann.

Dazu sollte dein Produkt einen deutlichen Mehrwert bieten, möglichst wenige Alternativen aufweisen oder gar irrelevant werden. Optimal ist es dann noch, wenn das Produkt wenige Distributionswege aufweist, was bedeutet, dass es zum Beispiel nicht einfach im nächsten Laden um die Ecke gekauft werden kann. Dadurch werden mehr Kunden im Internet auf Amazon danach suchen was die für dich relevante Nachfrage erhöht.


Saisonalität

Saisonale Produkte sind Produkte, die sich nur zu einer bestimmten Zeit im Jahr verkaufen. Ein aufblasbares Planschbecken wird sich beispielsweise fast nur im Sommer verkaufen, Schneeschaufeln fast nur im Winter.

pexels-photo-65977Ein Verkauf das ganze Jahr hinweg kann aber besser sein, da so durchgehend Geld in die Kasse kommt, mit dem du deine Ausgaben decken kannst.

Daher würde ich jedem neuen Seller empfehlen, am Anfang auf ein Produkt zu setzen, dass sich das ganze Jahr über verkauft. Neben dem gesunden Menschenverstand kannst du auch Google Trends nutzen um herauszufinden, ob die Menge an Suchanfragen nach einem bestimmten Produkt das ganze Jahr über durchgehend stabil ist oder im Jahresverlauf hohen Schwankungen unterliegt. Im folgenden Video erfährst du, wie das geht.

Zielgruppe

Schließlich solltest du bei den Überlegungen zur Nachfrage auch beachten, wer deine Zielgruppe ist und ob diese auch groß genug ist, damit sich der Verkauf eines Produktes lohnt.

Es ist zum Beispiel oft eine gute Idee, Produkte zu verkaufen, die Frauen ansprechen, da Frauen generell mehr shoppen als Männer und auch häufiger Impulskäufe tätigen, das heißt Käufe tätigen, die aus dem Bauch heraus geschehen und eigentlich nicht geplant waren. Wer schon mal mit seiner Frau oder Freundin shoppen war weiß wahrscheinlich, was ich meine.

Denk immer daran, dass das Produkt in erster Linie den Geschmack deiner Zielgruppe treffen muss, nicht deinen Geschmack. Es ist auch nicht relevant, ob du das Produkt persönlich für sinnvoll hältst und brauchst oder nicht, sondern ob der Kunde es braucht. Je deutlicher du identifizieren kannst, wer deine Zielgruppe ist, umso klarer kannst du auch abschätzen, ob die Nachfrage nach deinem Produkt groß genug sein wird.


 Konkurrenz

Der dritte wichtige Aspekt beim Abschätzen der Geeignetheit eines Produktes ist die Konkurrenz. Wie wir im obigen Abschnitt gesehen haben, ist dabei Konkurrenz an sich nicht schlecht, da die Existenz von Konkurrenten auf eine gesunde Marktnachfrage hinweist.

Allerdings hilft dir das gar nichts, wenn du dich nicht gegen die Konkurrenz durchsetzen kannst. Du musst also ein Produkt finden, für das es zwar bereits eine Anzahl an Verkäufern gibt, die aber weder unschlagbar noch zu schwach sind.

Stärke der Konkurrenz (Kernkriterium)

Bei der Auswahl deines Produktes möchtest du unbedingt vermeiden, dass sich viele übermächtige Markenhersteller unter den Konkurrenten befinden. Der Grund hierfür ist einfach, dass es für dich praktisch unmöglich sein kann, mit diesen zu konkurrieren oder von deinem Angebot zu überzeugen.

Dir bliebe in so einem Fall als No-Name-Anbieter nur die Möglichkeit einer absoluten Niedrigpreisstrategie oder extremer Differenzierung durch unglaublich hohe Qualität - für beide Strategien wirst du vermutlich zu Beginn deines Business nicht die Ressourcen haben.

Auf dem deutschen Amazon-Marktplatz kann es auch hilfreich sein, sich an der Anzahl der Reviews zu orientieren. Wenn der Topseller deines Referenzproduktes unzählige hundert Bewertungen hat und auch die Produkte direkt darunter hunderte Bewertungen aufweisen, dann gibt es zwar sehr wahrscheinlich viele Kunden, aber die Topseller haben sich auch bereits etabliert, was es dir schwer machen wird, diesen mit deinen begrenzten Ressourcen ohne klare Differenzierung deines Produktes oder einen massiven Preisvorteil für den Kunden Marktanteile abzuringen.

Starke Konkurrenz mit hunderten oder tausenden Reviews kann schwer zu mnacken sein...
Starke Konkurrenz mit hunderten oder tausenden Reviews kann schwer zu knacken sein...

Natürlich kann man sich auch hier wieder an ungefähren Werten orientieren, die aber auch nicht der Weisheit letzter Schluss sind. Wir haben am Anfang darauf geachtet, dass die 3 bestverkauften Produkte zu einer Produktidee im Bestfall nicht mehr als jeweils 200 Reviews hatten. Außerdem sollte es auf der ersten Seite der Suchergebnisse auch ein paar Produkte mit weniger als etwa 50 Rezensionen geben. Wie du dir diese Suchergebnisse anzeigen lässt, erkläre ich später im Text.

Keine Panik wenn der Topseller jetzt über 200 Bewertungen haben sollte. Das bedeutet bei weitem nicht, dass die Konkurrenz zu stark ist. Schau einfach, ob es auf der ersten Seite auch schwächere Produkte mit weniger Rezensionen gibt, die du schlagen kannst und sieh die obigen Werte als flexible Anhaltspunkte an, nicht als starre Grenzwerte.

Vor allem solltest du aber auch sehr vorsichtig sein, mit einem Produkt direkt konkurrieren zu wollen, das Amazon selbst verkauft. Es ist schließlich Amazons Marktplatz und du kannst davon ausgehen, dass deren Produkt deinem Produkt gegenüber immer einen deutlichen Vorteil haben wird.


Markttiefe (Kenrkriterium)

Hierunter verstehe ich, dass sich nicht alle Verkäufe für die Produktidee auf einen oder einige wenige Seller beschränken, während alle anderen leer ausgehen. Im Idealfall möchtest du, dass sich die Verkäufe möglichst gleichmäßig auf multiple Seller verteilen.

Ob dies der Fall ist, sieht du zum einen an der Anzahl der Rezensionen. Wenn die Rezensionen auf der ersten Seite und ggf. weiteren Ergebnisseiten gleichmäßig verteilt sind, dann wird das sehr wahrscheinlich auch für die Verkäufe gelten.

Zum anderen erkennst du eine gleichmäßige Verteilung von Sales auch am BSR der angezeigten Produktergebnisse für ein Suchwort. Je näher beieinander der BSR liegt, umso gleichmäßiger die Verteilung der Verkäufe.

Um noch genauere Informationen zu gewinnen, kannst du natürlich auch hier wieder den 999-Trick anwenden, den ich weiter oben vorgestellt habe.


Vorhandensein erfahrener Marketer und Private Label-Seller

Auf den ersten Blick mag dies merkwürdig erscheinen, denn wer wünscht sich schon starke Konkurrenz. Wie ich aber im letzten Artikel dargelegt habe, ist es nicht unser Ziel, etwas völlig neues zu machen, sondern Geld mit dem zu verdienen, was andere bereits erfolgreich vormachen.

Wenn sich also nun andere Private Label-Seller wie du im Markt befinden, die du sehr schnell an deren Brands, Eigenmarken und der Produktzusammensetzung von deren Shops erkennen wirst, dann kannst du stark davon ausgehen, dass es sich lohnt dieses Produkt zu verkaufen.

Gut gemachte Listings von Private Label Sellern können auf ein profitables Produkt hinweisen...
Gut gemachte Listings von Private Label Sellern können auf ein profitables Produkt hinweisen...

Wenn du also gut gemachte Listings kleiner Marken erkennst, dann siehst du, dass sich hier ggf. erfahrene Online-Marketer bewegen und dass es sich lohnen könnte, sich hier ein Stück vom Kuchen zu sichern.

Vor allem erkennst du in diesem Zusammenhang aber auch, dass das spezifische Produkt so beschaffen ist, dass Kunden nicht nur von etablierten Markenherstellern kaufen, die Kundenbindung und -loyalität also nicht so hoch sein kann, dass sie den Markteintritt für dich unmöglich machen würde.


Möglichkeit zur Listing-Optimierung

Bei der Abschätzung der Konkurrenz solltest du auch darauf achten, ob es Produkte gibt, die sich gut verkaufen, obwohl sie ein schlechtes Listing haben. Solche Gelegenheiten sind Gold wert, denn sie erlauben es dir, dich mit relativ wenig Aufwand besser zu positionieren und Verkäufe zu generieren.

Du solltest dir die Frage stellen, ob du dein Produkt besser bei Amazon anbieten kannst. Auf folgende Anzeichen für ein nicht optimiertes Produktlisting solltest du beispielsweise achten:

  • Kein oder nur ein Produktbild
  • Produktbilder schlechter Qualität
  • Kurzer und nicht beschreibender Titel ohne relevante Keywords
  • Schlecht gemachte Bullet Points
  • Keine, minimale oder schlechte Beschreibung des Produktes
  • Falsches Deutsch, was auf einen ausländischen Verkäufer hinweisen kann
  • Wichtige Informationen fehlen

Wenn sich ein Produkt trotz offensichtlicher Listing-Schwächen trotzdem gut verkauft und einen akzeptablen BSR hat, dann zeigt dies auch an, dass die Kunden nicht zwangsweise nur von einer hochprofessionellen, großen Marke kaufen, was ebenfalls gut für dich ist und dir einen relativ einfachen Markteintritt ermöglicht.


Anschaffungskosten

Der nächste relevante Aspekt dreht sich darum, wie Attribute deiner Produktidee sich auf deine späteren Kosten beim Vermarkten und Anbieten des Produktes auswirken. Das Ziel bei unserer FBA-Strategie ist es, mit einer möglichst geringen Anfangsinvestition eine möglichst hohe Rendite zu erwirtschaften, damit wir mit unserem kleinen Business Kapital generieren können, um weiter zu wachsen und unser Geschäft zu stabilisieren.

Alles, was die Kosten im Zusammenhang mit einem Produkt erhöhen könnte, ist uns daher zunächst einmal eher unangenehm und sollte vermieden werden.


Abmessungen und Gewicht (Kernkriterium)

Vor allem dein erstes Produkt sollte möglichst klein, kompakt und leicht sein. Der Grund hierfür ist, dass du die Transportkosten nach Deutschland möglichst gering halten möchtest. Je schwerer und sperriger das Produkt, umso höher die Transportkosten.

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Auch hier gibt es natürlich keine perfekte Größe und jeder wird dir etwas anderes sagen, wie schwer denn ein Produkt maximal sein sollte, damit es sich lohnt. Ich finde, das Gewicht sollte am Anfang auf jeden Fall geringer als 1 bis 1,5 kg sein, optimalerweise aber nicht mehr als etwa 500 Gramm betragen.

Gleichzeitig sollte es inklusive Verpackung nicht die Maße eines Schuhkartons überschreiten, also etwa 45*45*45 cm.

Ich möchte dir an dieser Stelle auch einmal eine meiner glorreichen ersten Produktideen vorstellen. Bist du bereit?

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Mit 3,5 kg bisschen schwer aber damals kam es mir wie eine ziemlich gute Idee vor...

Ja, ich hatte ganz am Anfang tatsächlich mal daran gedacht, falls möglich dieses wunderschöne knallgelbe Schubkarrenrad zu verkaufen. Mir ist dabei nur entgangen, das es mit 3,5 kg ein bisschen schwer ist und nicht ganz das optimale Produkt darstellt. Zum Glück habe ich mir das ganze dann noch mal überlegt. Auf jeden Fall sieht man daran, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen ist und dass man einige Zeit braucht, bis man alle relevanten Kriterien bei der Recherche nach möglichen Produkten in seine Entscheidungsfindung einbezieht.


Preis und Lieferkosten

Generell solltest du ein genaues Auge darauf haben, wie hoch die Herstellungs- und Transportkosten in Relation zum geplanten späteren Verkaufspreis sind. Dabei solltest du auch beachten, dass von dem Geld, dass der Kunde an dich bezahlt, natürlich der Versand und die Verkaufsgebühren an Amazon abgeführt werden. Außerdem fließen 19 Prozent Umsatzsteuer an das Finanzamt ab, sobald du nicht mehr als Kleinunternehmer agierst, was bei Erfolg deines Business sehr schnell passieren wird.

Update, 13.11.2016: Nima Ghandily und Bernd Glückert haben mich in unserer Facebook-Gruppe glücklicherweise darauf hingewiesen, dass man trotz Kleinunternehmerregelung auf die Gebühren, die man an Amazon bezahlt, auch noch Umsatzsteuer an das Finanzamt entrichten und in diesem Zusammenhang Umsatzsteuer-Voranmeldungen vornehmen müsse, da das so genannte "Reverse Charge-Verfahren" zur Anwendung komme. Ich möchte mich bei beiden auch an dieser Stelle für den wertvollen Hinweis sehr bedanken - diese Ergänzungen und Korrekturen sind genau der Grund, warum die Community so wertvoll ist!

Überleg dir also gut im Vorhinein, welche Rendite du anpeilst, damit du dementsprechend bestimmen kannst, wie viel dein Produkt maximal kosten darf.

Als einfachen und unkomplizierten Richtwert kannst du dir zum Beispiel merken, dass das Produkt für 20 bis 25 Prozent oder weniger des Verkaufspreises hergestellt werden sollte. Wenn du also für 25 Euro verkaufst, dann sollte der Herstellungspreis im Bestfall nicht über etwa 5 Euro liegen, da du ja auch noch Transportkosten, Amazongebühren, Zoll und Steuern zahlen musst.

Die Orientierung an solchen Richtwerten soll dafür sorgen, dass du nach Abzug aller sonstigen Kosten und Abgaben im Normalfall noch eine ordentliche Rendite erwirtschaftest.


Rendite

Neben der Kostenseite müssen wir aber natürlich bei der Produktsuche darauf achten, dass die Gewinnseite stimmt und sich der ganze Aufwand auch lohnt.

Hier möchten wir uns daher ansehen, welche Kriterien erfüllt sein müssen, damit du mit dem Verkauf deines Produktes auch ordentlich Geld verdienen kannst.

Verkaufspreis (Kernkriterium)

Der Verkaufspreis sollte nicht zu hoch und nicht zu niedrig sein.

Ist er zu hoch, verkaufst du wenig und die Kunden werden es sich zweimal überlegen, bevor sie bestellen. Je höher der Preis, umso niedriger ist außerdem die Wahrscheinleichkeit von Impulskäufen und umso mehr Konkurrenzangebote und Preise wird ein Kunde vergleichen, bevor er eine Kaufentscheidung trifft.

Meiner Meinung nach sollte ein guter Verkaufspreis für FBA zwischen 15 und 50 Euro liegen, andere Quellen empfehlen auch schon mal bis zu 70 oder 75 Euro. Darüber würde ich am Anfang nicht verkaufen, da dann viele Kunden einfach zu lange überlegen und du dich für erfolgreiche Verkäufe noch deutlicher von der Konkurrenz absetzen musst.

Weniger als 15 Euro würde ich persönlich auch nicht nehmen, da dein Produkt dann schon in der Herstellung sehr günstig sein muss, und sehr niedrige Transportkosten haben muss.

Außerdem gibt es noch einen anderen Grund, weshalb du lieber anstreben solltest, etwas teurer zu verkaufen. Je mehr Menschen nämlich in etwas investieren, umso eher rechtfertigen sie den Kauf dann sich selbst gegenüber und tendieren dazu, zufriedener zu sein, weil sie sich ja etwas "gegönnt" haben. Menschen die mehr bezahlen sind oft angenehmere Kunden, beschweren sich seltener und sorgen für weniger Reklamationen und Arbeitsaufwand für dich.

Eine Faustregel, an der du dich bei der Preisgestaltung orientieren kannst, ist, dass dein Gewinn am Ende mindestens 100 Prozent deines Einkaufspreises betragen sollte. Wenn du also für 5 Euro pro Artikel produzieren lässt, dann sollte nach Abzug aller Kosten und Abgaben ein Gewinn von mindestens 5 Euro drin sein - es darf natürlich immer gerne mehr sein!


Mehrfachbestellungen & Upsell-Potential

Optimal ist es, wenn du ein Produkt findest, dass den Kunden auch langfristig an dich und deine Marke bindet und zu wiederkehrenden Käufen oder Mehrfachbestellungen animiert.

Wenn sich Teile deines Produktes regelmäßig abnutzen oder verbraucht werden und erneuert werden müssen, so kannst du deine Brand später um die entsprechenden Verbrauchsgüter erweitern und so Stammkunden kreieren.

Dieses Verkaufen von Zubehör, Verbrauchsmaterial und sich ergänzenden Produkten bezeichnet man als Cross Selling.

Stammkunden sind super, da durch sie regelmäßig und verlässlich Geld in die Kasse kommt. Außerdem sagt man oft, dass es etwa 10 mal günstiger ist, einen bestehenden Kunden zu behalten, als einen neuen Kunden zu gewinnen. Es kann sich also später für den Ausbau deiner Brand extrem lohnen, wenn du von Anfang an darauf geachtet hast, ein Produkt zu wählen, zu dem du weitere Produkte verkaufen kannst.


Optimierungsfähigkeit & Traffic

Der letzte Aspekt, dem wir uns in diesem Artikel widmen möchten, betrifft die Optimierungsfähigkeit und den potentiellen Traffic, den du zu einem Produkt generieren kannst. Unter Traffic verstehe ich dabei die Menge an Personen, die du online auf dein Produkt aufmerksam machen und zu einem Kauf bewegen kannst.

Branding & Brandausbau

Je nachdem, welche Strategie du verfolgst, kann deine Eigenmarke ein oder mehrere verschiedene Produkte enthalten. Ich persönlich halte es für sinnvoll, langfristig anzustreben eine Marke aufzubauen, die mehr als ein Produkt enthält, sofern es mehrere mögliche Produkte gibt.

brandEs wirkt einfach sehr viel glaubwürdiger, wenn deine Produkte sich einem bestimmten Thema widmen und du unter dem Dach deiner Marke mit deinen Produkten mehrere Probleme löst, die mit diesem Thema zusammenhängen. Im Bestfall fällt es dir nicht schwer, z.B. 4 weitere geeignete Produkte aufzuzählen, die du später in deine Brand integrieren könntest.

Um aber überhaupt eine Markenstrategie mit einer Mehrzahl an Produkten verfolgen zu können, muss sich dein erstes Produkt auch für ein gut sichtbares Branding eignen. Das bedeutet, dass du gut sichtbar deinen Markennamen und/oder dein Logo anbringen können musst und dass es die Kunden zumindest ein wenig interessiert, welche Marke sie da überhaupt kaufen.

Beachte dabei auch, dass es bei manchen Produkten vielleicht komisch erscheinen könnte, dein Logo auf dem Produkt anzubringen. Das mindert natürlich das Potential, ein Bewusstsein für die Markenidentität deiner Produkte bei den Käufern zu schaffen.


Verbesserungspotential

Das ist ein sehr wichtiger Punkt, der in Zukunft vermutlich noch viel wichtiger werden wird, um sich im zunehmenden Wettbewerb als FBAler zu behaupten.

Du solltest gleich von Anfang an nach einem Produkt suchen, das du auf irgendeine Art und Weise verbessern kannst, um dich von der Konkurrenz abzusetzen und für längere Zeit einen Marktanteil behaupten zu können.

Wertschaffende Produktänderungen müssen nicht immer große Verbesserungen sein, oft reicht es auch schon, die Farbe oder andere Attribute des Produktes zu verändern oder kleine Beigaben wie z.B. ein eBook hinzuzufügen, um ein Produkt besser zu positionieren. Unterschätze in diesem Zusammenhang niemals die Macht von Marketing und stelle jeden noch so kleinen Vorteil deines Produktes deutlich heraus.

Noch besser ist es natürlich, wenn du ein Produkt erstellen (lassen) kannst, das den Angeboten der Konkurrenz deutlich überlegen ist.

Wie du herausfinden kannst, was du besser machen kannst? Ganz einfach, die Kunden sagen es dir!

Eine der coolen Sachen an Amazon als Marktplatz ist, dass du die Bewertungen der Kunden zu den Produkten deiner Konkurrenten lesen kannst. Hier solltest du vor allem die negativen 1, 2 und 3-Sterne-Bewertungen sichten und dir alle Punkte aufschreiben, die den Kunden an den Konkurrenzprodukten nicht gefallen. So gewinnst du gleich wertvolles Feedback, was du alles machen könntest, um besser zu sein.

Negative Rezensionen für Konkurrenten helfen dir rauszufinden, was du besser machen kannst
Negative Rezensionen für Konkurrenten helfen dir rauszufinden, was du besser machen kannst

Keywords

Dieses Kriterium dreht sich um die Möglichkeiten, Traffic für dein Produkt zu generieren.

Im Bestfall gibt es für ein entsprechendes Produkt multiple Keywords, das heißt Bezeichnungen und Suchanfragen, die Kunden oder Interessenten nutzen, um danach zu suchen. Das erhöht deine Chancen, dich für ein oder mehrere dieser Keywords durch Listing-Optimierung und PPC an der Spitze zu positionieren.

Besonders interessant ist es dabei, auf die Keywords zu achten, die eine deutliche Kaufabsicht anzeigen. Zu diesen Keywords kannst du dann beispielsweise eine Website erstellen und Artikel verfassen, von denen aus du auf dein Angebot verlinkst, um so mehr Käufer zu gewinnen.


Content

Grundvoraussetzung für die oben beschriebene Nutzung multipler Keywords zum Boosten deiner Verkäufe ist natürlich die Contentfähigkeit deines Produktes, das heißt, ob du überhaupt über etwas im Zusammenhang mit deinem Produkt schreiben oder anderweitige Inhalte, wie zum Beispiel Bilder oder Videos, erstellen kannst.

Nur wenn du deinen Kunden auch wirklich einen Mehrwert in Form interessanter und nützlicher Informationen liefern kannst, lohnt es sich auch, dazu eine Website bzw. Affiliate-Seite zu erstellen.


Social Media-Marketing

Last but not least ist es hervorragend, wenn du Social Media nutzen kannst, um Interesse für deine Marke zu schaffen und deren Vermarktung zu unterstützen.

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Wenn sich beispielsweise User auf Facebook für dein Produkt interessieren, dann kannst du rund um das Thema, mit dem sich dein Produkt beschäftigt, eine Seite erstellen und erst einmal Content kreieren, um so eine kleine Community aufzubauen.

Diese Seite nennst du am besten nicht so wie dein Produkt, sondern wählst einen themenspezifischen Namen. Wenn du also beispielsweise eine Grillzange verkaufst, könntest du eine Gruppe rund ums Grillen anlegen und dann im Laufe der Zeit gute Inhalte erstellen, um langfristig Gruppenmitglieder und Interessenten zu Kunden zu machen.

Social Media-Marketing ist ein wichtiger Bestandteil des Marketing-Mix vieler Unternehmen und wird aufgrund der direkten und persönlichen Kommunikation zwischen Kunden und Unternehmen in Zukunft vermutlich immer wichtiger werden, um Kunden zu gewinnen und zu behalten. Es würde den Rahmen sprengen, hier genauer auf dieses Thema eingehen zu wollen, aber es kann auf jeden Fall ein gewaltiger Vorteil sein, wenn du von Anfang an ein Produkt wählst, zu dem du eine Präsenz auf Facebook und anderen Plattformen aufbauen kannst.


Wie recherchiere ich: Vorgehensweise bei der Ideensammlung

Wir haben jetzt rausgefunden, in welchen Amazon-Kategorien sich dein Produkt befinden sollte (bzw. in welchen nicht) und einige der wichtigsten Kriterien angesprochen, die es bei der Auswahl zu beachten gilt.

Das tolle an unserem Geschäftsmodell ist, dass du nicht "kreativ" sein musst, um das richtige Produkt zu finden. Kreativität wird oft so verstanden, als müsstest du Ideen aus dem Nichts kreieren - dabei kann Kreativität auch einfach die Rekombination bekannter Elemente sein und als zielgerichteter Prozess ablaufen, in dem du klar strukturierte Methoden anwendest, um zu neuen Ergebnissen zu gelangen.

Ich möchte dir daher hier nicht nur gesagt haben, worauf du bei der Produktsache zu achten hast, sondern dir auch eine Anleitung an die Hand geben, wie du bei der Produktsuche praktisch vorgehen kannst, damit du keine Ausrede mehr hast, dein Projekt nicht weiter zu verfolgen. Wie mein Freund und Geschäftspartner René immer wieder sagt: "FBA steht für Fang Bald An".

Los geht's also mit einer der wohl "beliebtesten" Möglichkeit, der Produktrecherche auf Amazon.


FBA-Produktsuche auf Amazon

Du kannst passende FBA-Produkte finden, indem du die Bestseller multipler Amazon-Unterkategorien im Ziel-Marketplace durchstöberst.

Amazons Kategorien sind in einer Baumstruktur angeordnet und weitverzweigt. Die Bestseller der Kategorien und Unterkategorien kannst du dir hier anzeigen lassen:

https://www.amazon.de/gp/bestsellers

Wenn du auf den Link klickst, siehst du auf der linken Seite den Kategoriebaum und auf der rechten Seite jeweils einen Überblick der 100 Artikel, die zum Zeitpunkt deiner Suche als Bestseller geführt werden. Diese Zusammenstellung kannst du jetzt nutzen, um systematisch erst einmal Produktideen zu sammeln.

Das gilt natürlich nicht nur für die großen Oberkategorien wie z.B. Sport & Freizeit, sondern auch für alle jeweiligen Unterkategorien. So kannst du dich systematisch durch Unterkategorien durchklicken und nach Ideen suchen.

Ich möchte dabei betonen, dass wir uns hier noch im ersten Schritt der Produktsuche befinden, der Ideenfindung. Es geht jetzt noch nicht darum, nur Produkte aufzuschreiben, die auf jeden Fall geeignet sind, sondern eine Liste mit Produkten zu erstellen, die geeignet sein könnten. Die aufgeführten Produkte kannst du dann später anhand der weiter oben besprochenen Kriterien genauer prüfen.

Da der Amazon-Kategoriebaum sehr weit verzweigt sein kann, würde ich den Unterkategorien nur bis etwa zur dritten oder maximal vierten Unterebene folgen. Eine sehr einfache Möglichkeit, um dabei den Überblick über deine Produktideen zu behalten, ist, einfach während der Ideensuche ein Textdokument geöffnet zu haben und alle URLs von Produkten hineinzukopieren, die in Frage kommen könnten.

Damit du auch genau siehst, wie so eine Ideensuche abläuft, habe ich auch hierzu ein Video gemacht:

Leider bricht das Video aufgrund eines technischen Problems nach 15 Minuten ab. Glücklicherweise hatte ich zu diesem Zeitpunkt bereits alles erklärt, worauf ich im Screencast hinweisen wollte.

Es ist eine sehr gute Möglichkeit, Ideen zu generieren, indem du dir ein paar mal in der Woche einige Stunden Zeit nimmst und systematisch die Bestseller geeigneter Kategorien und Unterkategorien durchgehst. Sei bei der Aufnahme potentieller Produkte nicht zu kritisch, schließlich ist die Ideenfindung nur der erste Schritt und nicht passende Produktideen kannst du später immer noch im Rahmen einer detaillierten Prüfung aussondern, indem du alle Kriterien systematisch anwendest, die ich weiter oben beschrieben habe. Wie du dabei vorgehst erfährst du ebenfalls weiter unten in diesem Artikel, da ich auch zur detaillierteren Prüfung ein Video erstellt habe.


Alternative Inspirationsquellen

Es gibt natürlich auch noch andere Möglichkeiten als Amazon, wie du nach Ideen für neue Produkte suchen kannst.

So kannst du beispielsweise genau wie Amazon auch andere Verkaufsplattformen nach Ideen durchsuchen und dabei ebenfalls nach Kategorien vorgehen.

Hier bietet sich vor allem eBay an, da es ebenfalls über viele Kunden und eine Unmenge an Produkten verfügt. Außerdem kannst du bei eBay auch eine Menge darüber herausfinden, wie viele Produkte verkauft wurden, welche Produkte sich gut verkaufen, welche nicht und zu welchem Preis. Die zusätzlichen Möglichkeiten von eBay lassen sich am besten in einem kurzen Video erläutern.

Du kannst aber auch auf der Seite der Supplier schauen, um Ideen zu sammeln. Auch Alibaba.com verfügt über eine Kategoriestruktur, die du unter alibaba.com/Products aufrufen kannst.

Dort werden dir auf jeden Fall niemals die potentiellen Produktideen ausgehen und wenn ein Produkt von besonders vielen Herstellern angeboten wird, dann kannst du auch davon ausgehen, dass eine entsprechende Nachfrage existiert, da es sich hier um ganze Fabriken handelt, die das Produkt ja in großen Mengen absetzen müssen, um profitabel zu sein.

Du solltest aber immer vorsichtig sein und dich vergewissern, ob die Nachfrage nach dem Produkt auch speziell in Deutschland existiert.

Schließlich kannst du natürlich auch den Google Keyword Planner nutzen, um dir zu Suchbegriffen weitere Ideen anzeigen zu lassen und ansonsten solltest du auch im Alltag bewusst auf deine Umgebung achten. Oft kommen wir auf die besten Produktideen in unserem Umfeld durch den Rat von Bekannten.


Produktauswahl: So entscheidest du dich für ein Produkt

Nachdem du eine Zeitlang gesucht hast, solltest du eine lange Liste mit Produktideen vor dir haben. Vielleicht hast du die eine oder andere dieser Ideen auch bereits wie weiter oben beschrieben bei eBay abgecheckt um zu sehen, zu welchem Preis sich die entsprechenden Produkte verkaufen könnten.

Nun ist es aber an der Zeit, diese Ideen genauer auf Herz und Nieren zu prüfen, um festzustellen, ob diese die in der Mitte dieses Artikels aufgestellten Kriterien erfüllen.

Dein Ziel muss es dabei sein, die ungeeigneten Ideen zu eliminieren und nur die geeigneten beizubehalten, zwischen denen du am Ende wählen kannst. Dabei willst du Schritt für Schritt und systematisch vorgehen, da hier besondere Sorgfalt geboten ist.

Ich habe auch hierzu ein längeres Video erstellt, dass dir genau zeigt, worauf du dabei achten solltest. Ich gehe darin nicht nur Schritt für Schritt alle Kriterien aller 6 Aspekte durch, die ich hier aufgestellt habe, sondern zeige dir auch, wie du sofort erkennen kannst, was du besser als die Konkurrenz machen kannst, was dir potentiell gleich einen Vorteil verschafft.

Das ist das mit Abstand wichtigste Video in diesem Artikel, nimm dir also bitte die Zeit, es trotz seiner Länge zu sichten, da es bei vielen FBAlern auf positive Resonanz gestoßen ist.

Ich weiß, dass die Menge an Informationen und Dingen, die man beachten muss am, Anfang sehr hoch erscheinen kann. Ich garantiere dir aber, dass du mit der Zeit ein Gefühl dafür entwickeln wirst, worauf du achten musst, wenn du genügend Zeit in die Produktrecherche investiert hast.

Du wirst nach einigen Stunden deutlich schneller werden und es wird dir leichter fallen, unpassende Produktideen zu eliminieren und sich auf die erfolgversprechenden zu konzentrieren.

Am Ende solltest du dann ca. 10 oder mehr Produktideen haben, die den meisten Kriterien entsprechen und zwischen denen du dich mit gutem Gewissen entscheiden kannst. Am besten schreibst du diese dann auf ein großes Blatt Papier oder ein Whiteboard auf und diskutierst alle Ideen ausführlich mit einer Person deines Vertrauens, die dich bei deinem Vorhaben voll und ganz unterstützt.

Schreib alle Pros und Contras, die dir einfallen, für jede der verbliebenen Produktideen auf und stelle sie gegenüber. Am Ende musst du aber doch eine Wahl treffen und dich für eines dieser Produkte entscheiden. Du kannst dabei auch bereits gucken, welche Supplier du für die verschiedenen Ideen ad hoc auf Alibaba.com findest und wie es preislich aussieht, um diese Informationen in deine Auswahl einfließen zu lassen.

Überlege dir alles gründlich aber schiebe die Entscheidung auch nicht endlos auf.

Keine Ausreden!

Falls du später partout keinen passenden Supplier finden solltest, kannst du schließlich immer noch zurückgehen und dich für ein anderes Produkt entscheiden.

Besonders gut finde ich persönlich übrigens Produkte, die über eine deutliche Markttiefe verfügen, schlecht optimierte Konkurrenzlistings aufweisen und bei denen man sich durch Produktverbesserungen klar von der Masse abheben kann.

Im Moment arbeiten wir, insbesondere René, an einem noch spezifischeren und ausgefeilteren Konzept für die Auswahl profitabler FBA-Produkte. Das Ergebnis wird auch noch genauer auf diese Phase und die vorangehenden Phasen der Produktsuche und -Auswahl eingehen, um das Risiko weiter zu minimieren und die Profitabilität und Zielorientierung deines Business zu erhöhen.


Fazit

In diesem Artikel wollte ich dir einen fundamentalen Überblick über die Produktsuche und -auswahl im Rahmen von FBA geben. Mein Ziel war es dabei, dir einen realistischen Eindruck davon zu vermitteln, was es alles zu beachten gibt. Dabei war mir vor allem wichtig, dass du auch verstehst, warum die verschiedenen Kriterien zur Anwendung kommen, damit du nicht nur stumpf irgendwelche Checklisten abarbeitest, sondern mit ein wenig Übung wirklich ein Gefühl dafür entwickeln kannst, warum sich bestimmte Produkte besser eignen als andere.

Die Produktsuche ist einer der vermutlich wichtigsten, anstrengendsten und am Anfang aufregendsten Schritte auf deiner Reise zum erfolgreichen FBA-Seller. Man kann sich eigentlich gar nicht genug damit beschäftigen, da mit der Wahl des Produktes dein ganzes Business stehen und fallen kann. Wenn du dich aber an den Hinweisen in diesem Artikel orientierst, dann solltest du in die richtige Richtung unterwegs sein.

Es kann aber niemals schaden, Feedback einzuholen, wenn man sich bei bestimmten Punkten nicht sicher ist (ohne dabei jedoch die eigene Produktidee unbekannten Personen zu verraten). Zu diesem Zweck möchte ich dich am Ende dieses langen Artikels herzlich einladen, ein Mitglied unserer Facebookgruppe zu werden und dich für unseren Newsletter einzutragen, damit du keine für deinen Erfolg nützlichen Informationen verpasst und im Notfall immer schnell Ansprechpartner in unserer Gemeinschaft finden kannst, die dich bei Fragen und Problemen unterstützen können.

Nachdem wir uns heute vor allem mit der Marktseite beschäftigt haben, möchte ich in einem der nächsten Artikel auch auf rechtliche Aspekte eingehen, die du bei der Auswahl des richtigen Produktes beachten musst.

Ich danke dir, dass du dir die Mühe gemacht hast, dich durch diesen langen Artikel durchzuarbeiten und möchte dich ermutigen, dir so schnell wie möglich die Zeit zu nehmen, um dich systematisch auf die Suche nach einem passenden Produkt zu machen, damit dir nicht Angst oder Trägheit einen Strich durch die Rechnung machen.

Du weißt schließlich, wofür FBA steht - Fang Bald An!

Beste Grüße und viel Erfolg,
Gleb