FBA-Baustein Nr. 3: Kapitalbedarf für FBA – Startkosten, solide Finanzierung und die Liquiditätslücke

Kapitalbedarf FBA Private Label Finanzierung

Willkommen zum dritten FBA-Baustein auf dem Weg zu deinem eigenen, erfolgreichen FBA-Business.

In den letzten beiden Artikeln habe ich eine Einführung in das Geschäftsmodell Private Label FBA und die 10 Phasen gegeben, die du bis zum ersten Erfolg durchlaufen musst. Falls du noch nicht lange von FBA weißt, empfehle ich dir, diese Artikel ebenfalls zu lesen. Sie vermitteln einen Eindruck davon, worauf du dich einlässt:

Im dritten Artikel geht es darum, wie viel Kapital du brauchst, um erfolgreich mit FBA zu starten.

Diese Überlegung muss ganz am Anfang stehen, da du genau wissen musst, ob du zum jetzigen Zeitpunkt das nötige Kapital hast, um das Geschäftsmodell umzusetzen.

Es macht keinen Sinn, ein Produkt und einen Lieferanten zu suchen, wenn man vorher nicht geprüft hat, ob man die finanziellen Anforderungen erfüllt. Das Ziel ist eine realistische Einschätzung und Erhöhung der eigenen Erfolgschancen.

In diesem Artikel findest du folgendes:

  1. Eine realitätsnahe Kalkulation der direkten Kosten für das Sourcing einer ersten Bestellung und der Gewinnmarge 
  2. Eine Übersicht der direkt anfallenden einmaligen Kosten beim Starten deines Business
  3. Einen Überblick über regelmäßig wiederkehrende Neben- und Gemeinkosten
  4. Informationen zur Liquiditätslücke und zum - häufig übersehenen - Kapitalmangel, der zwischen der ersten und zweiten Bestellung auftreten kann, wenn du mit einem Minimalbudget startest

Falls du neu dabei bist, könnten einige Begriffe noch unbekannt sein. Vielleicht fragst du dich, warum ich nicht zuerst andere Aspekte von FBA behandle? Die Antwort darauf ist, dass das Thema Finanzen zentrale Bedeutung hat. Du musst gleich zu Beginn abschätzen, ob es zum jetzigen Zeitpunkt Sinn macht, mit FBA zu beginnen oder ob du noch weiteres Kapital benötigst.

Versuch die Berechnungen in diesem Artikel generell nachzuvollziehen und den Schlussfolgerungen zu folgen, die sich für deinen Kapitalbedarf und dein späteres Vorgehen ergeben, auch wenn dir manche Begriffe noch unbekannt sein sollten.

Gleich mit FBA loslegen oder noch Kapital ansparen? Eine wichtige Frage, die wohl überlegt sein will.
Gleich loslegen oder noch sparen? Eine wichtige Frage, die wohl überlegt sein will.

Am Ende solltest du einen realistischen Eindruck von den Kosten gewonnen haben, bei Behauptungen anderer wie "du kannst schon mit 500 Euro erfolgreich starten" skeptisch werden und dir der potentiellen Liquiditätslücke bewusst sein.


Wie teuer wird dein erstes Produkt?

Da jedes Produkt unterschiedlich ist, lässt sich diese Frage nicht pauschal beantworten. Folgende Beispielrechnung soll daher einen Eindruck von den Kosten vermitteln.

Grundannahmen

  • Das Gewicht deines Produktes beträgt 400 Gramm.
  • Der Einfuhrumsatzsteuersatz ist 19 %.
  • Der Zollsatz für dein Produkt beträgt 3,5 %.
    • Den Zollsatz für bestimmte Produkte kannst du per Mail an info.gewerblich@zoll.de erfragen.
  • Anfallende Bankgebühren bei der Überweisung werden nicht berücksichtigt.
  • Der an deinen Supplier zu zahlende Preis für die Herstellung deines Produktes beträgt USD (US-Dollar) 3,50 pro Stück.
    • Dies ergibt bei einem angenommenen Wechselkurs von 1,1219 USD/EUR = EUR 3,12 pro Stück.
  • Die Bestellmenge der 1. Order ist 500 Stück.
  • Die Frachtkosten mit Air Cargo betragen ca. EUR 800.
  • Die Inspektionskosten betragen EUR 100.

Bezugskosten bis Verkaufsbeginn

Berechnet werden hier nur die Bezugskosten auf Grundlage der oben getroffenen Annahmen. Das ist also der Betrag, den du bezahlen musst, um dein Produkt herstellen und in ein deutsches Amazon-Warenlager transportieren zu lassen.

Herstellungskosten (an Supplier zu zahlen):
EUR 3,12 * 500 = EUR 1.560

Transportkosten:
EUR 800 
(Eine Annahme auf Grundlage unserer Erfahrungen)

Zoll:
3,5 % * (EUR 1.560 + EUR 800) = EUR 82,60

Einfuhrumsatzsteuer:
19 % * (EUR 1.560 + EUR 800 + EUR 82,60) = EUR 464,09


Update, 11.10.2016: Tatsächlich ist die Berechnung von Zoll und Einfuhrumsatzsteuer ein wenig komplexer. Zoll fällt nämlich in der Realität in den mir bekannten Fällen nur auf Herstellungskosten + 70% der Frachtkosten bis zur deutschen Grenze (!) an. Logistikkosten in Deutschland oder z.B. Umschlagskosten am Flughafen werden nicht erfasst. Die Einfuhrumsatzsteuer hingegen fällt auf die kompletten Herstellungskosten, die Zollgebühr und alle Logistikkosten (außer Lagergebühren) an. Die obige Rechnung ist zum besseren Verständnis vereinfacht, da die Differenz nicht gravierend ist und es sich ohnehin um angenommene Werte handelt. Weiterhin ist zu beachten, dass du die entrichtete Einfuhrumsatzsteuer als Vorsteuer geltend machen und dir vom Finanzamt rückerstatten lassen kannst. Vereinbare generell möglichst frühzeitig einen Termin beim Steuerberater!


Inspektionskosten:
EUR 100 (So viel bezahlen wir.)

Bezugskosten:
EUR 1.560 + EUR 800 + EUR 82,60 + EUR 464,09 + EUR 100 = EUR 3.006,69

FBA Bezugskosten Rechnung Kalkulation Startkapital

Allein für den Bezug wären bei diesem Produkt also bereits zu Beginn EUR 3.000 an Kapital gebunden, bevor du mit dem Verkauf beginnen kannst.


Wie hoch ist deine Marge?

Unter Marge verstehe ich den Gewinn, die Rendite, die du mit deinem Produkt erzielen kannst. Auch bei dieser Beispielberechnung müssen wir mit Annahmen arbeiten. Ich habe Werte gewählt, die nach unserer Erfahrung realistisch sind.

Grundannahmen

  • Zur Vereinfachung der Berechnung wird an dieser Stelle die Umsatzsteuer nicht berücksichtigt! Du solltest aber unbedingt gleich zu Beginn deines Business einen Steuerberater aufsuchen und nicht vergessen, aus deinen Gewinnen eine Rücklage für die zu entrichtende Steuer zu bilden! Ein erfahrener Seller hat mich hierauf hingewiesen und deutlich gemacht, dass dies einer der größten Fehler ist, den Seller mit noch wenig Erfahrung machen!
  • Der Verkaufspreis auf Amazon betrage EUR 19,50 pro Stück.
  • Die Amazon-Gebühren pro Stück betragen EUR 6,62, bestehend aus:
    • EUR 2,41 Amazon-Versandgebühren
    • EUR 3,71 Amazon-Verkaufsgebühren
    • Annahme hochgerechneter PPC-Gebühren (Gebühren für Werbung auf Amazon) von EUR 0,50

Update, 13.11.2016: Nima Ghandily und Bernd Glückert haben mich in unserer Facebook-Gruppe glücklicherweise darauf hingewiesen, dass man trotz Kleinunternehmerregelung auf die Gebühren, die man an Amazon bezahlt, auch noch Umsatzsteuer an das Finanzamt entrichten und in diesem Zusammenhang Umsatzsteuer-Voranmeldungen vornehmen müsse, da das so genannte "Reverse Charge-Verfahren" zur Anwendung komme. Ich möchte mich bei beiden auch an dieser Stelle für den wertvollen Hinweis sehr bedanken - diese Ergänzungen und Korrekturen sind genau der Grund, warum die Community so wertvoll ist! Engagiert zur qualifizierten Klärung solcher Sachverhalte bitte so früh wie möglich einen Steuerberater!

Cash Inflow

Vereinfacht ausgedrückt ist der Cash Inflow die Menge an Geld, die dir durch deine Verkäufe - nach Abzug der Gebühren - zufließt. Mit diesem Geld kannst du wieder Produkte und Dienstleistungen bezahlen. Der Cash Inflow pro Stück beträgt:

EUR 19,50 (Verkaufspreis) - Eur 6,62 (Amazon-Gebühren) = EUR 12,88

Der Cash Inflow nach Verkauf aller 500 Stück beträgt:

EUR 12,88 * 500 = EUR 6.440

Man sollte aber berücksichtigen, dass vor allem beim Launch eines Produktes zusätzliche Kosten bzw. Mindereinnahmen auftreten können, z.B. weil du mit einem einem günstigeren Preis startest oder Testexemplare vergünstigt zur Verfügung stellst.

Dieser Wert ist so nicht bezifferbar. Wir treffen hier die Annahme von etwa EUR 500 an Mindereinnahmen. Damit ergibt sich ein bereinigter Cash Inflow von:

EUR 6.440 - EUR 500 = EUR 5.940

Beachte aber, dass dieser Wert nicht dein Gewinn ist. Dazu musst du zuerst noch die Bezugskosten abziehen:

EUR 5.940 - EUR 3006,69 = EUR 2933.31

Für dieses Produkt hättest du also ohne Berücksichtigung weiterer Kosten nach Verkauf aller Einheiten einen Gewinn von knapp EUR 3.000 erzielt.

Natürlich musst du auf diesen Gewinn noch Steuern zahlen und darfst diesen auf keinen Fall (!) komplett reinvestieren. Du solltest daher eine Rücklage für Steuern bilden und das Thema mit einem qualifizierten Steuerberater besprechen, da ich hier nur einen groben Überblick geben kann und kein Steuerfachmann bin!

Es ist realistisch, bei einem normalen FBA-Produkt im Durchschnitt von 15 verkauften Produkten pro Tag auszugehen, nachdem es sich erst einmal etabliert hat.

Mit dem kompletten Abverkauf deiner ersten Order kannst du daher nach etwa 1 bis 2 Monaten rechnen, bei späteren Ordern mit der gleichen Bestellmenge von 500 Stück eher mit 1 Monat.

Profit Gewinn FBA Startkapital Kalkulation
Bei richtiger Kalkulation und Produktauswahl winken bei FBA gute Gewinne.

3.000 Euro Gewinn (vor Steuern) pro Monat mit einem Produkt. Nicht schlecht für den Anfang. Auf diese Werte werden wir später noch zurück kommen.


Einmalige Kosten zu Beginn deines Business

Leider ist es auf der Kostenseite zu Beginn deines Business aber mit den reinen Bezugskosten des ersten Produktes noch nicht getan. Selbst wenn du so günstig wie möglich startest - das heißt zum Beispiel auf die Gründung einer UG (haftungsbeschränkt) oder GmbH verzichtest und nicht gleich Geld für Steuer- und Rechtsberatung ausgibst - werden einige weitere Kosten auf dich zukommen. Hier ein kurzer Überblick:

  • GS1-Gebühren: ca. EUR 452,20 im ersten Jahr
    Diese Kosten fallen an, wenn du ein Abonnement bei der GS1 Germany GmbH abschließt. Dieses brauchst du, um EAN-Codes für dein Produkt generieren zu können (mehr dazu in einem späteren Artikel). Vom Kauf von Billigcodes, die sehr viel günstiger sind, wird dringend abgeraten. Diese Codes sind bereits anderen Unternehmen zugewiesen, wodurch es später zu Problemen kommen kann.
Falls du nicht planst, gleich mehr als 5 Mio. Euro Umsatz zu haben, halten sich die Kosten in Grenzen...
Falls du nicht planst, gleich mehr als 5 Mio. Euro Umsatz zu haben, halten sich die Kosten in Grenzen...

EAN-Codes erleichtern meines Wissens nach später auch die Markenregistrierung und den Schutz deines Produktes vor Trittbrettfahrern, sodass wir uns von Anfang an dazu entschieden haben, den regulären Weg zu gehen und uns unsere eigenen Codes zu sichern. Außerdem brauchst du EAN-Codes, wenn du irgendwann auch mal im stationären Handel verkaufen möchtest.

Im zweiten Jahr fällt dann nur noch der jährliche Nutzungspreis an, der von der Umsatzstufe abhängt. Bei uns sind dies 178,50 Euro.
Eine GS1-Preisliste findest du hier.

  • Gewerbeanmeldung: ca. EUR 20
    Die Kosten für die Gewerbeanmeldung können von Gemeinde zu Gemeinde variieren. Wenn du FBA nutzen möchtest, ist eine Gewerbeanmeldung und Registrierung beim Finanzamt zwingende Voraussetzung. Wir mussten damals 20 Euro bezahlen.
  • Sample-Gebühren: bis zu EUR 50 pro Sample
    Hierbei handelt es sich um den Betrag, den du an deinen Supplier z.B. per PayPal überweist, um ein Testexemplar seines Produktes zu erhalten. Der hohe Preis ergibt sich mitunter aus den hohen Versandgebühren von China nach Deutschland.

Bei einem Preis von über EUR 50 solltest du aber bei einem kleinen und nicht zu schweren Produkt sehr skeptisch werden und zuerst gucken, was andere Supplier für das Sample wollen. Du kannst mit deinem Supplier auch vereinbaren, dass die Samplekosten im Falle einer späteren großen Bestellung vom Kaufpreis abgezogen werden.

  • Kosten für Fotos, Designs und Entwürfe: unterschiedlich
    Hiermit sind alle Kosten gemeint, die z.B. für das Design des Logos, der Verpackung, das Anfertigen professioneller Fotos, Webdesign etc. anfallen. Diese Kosten können natürlich nur schwer geschätzt werden und hängen auch davon ab, wie viel du selbst machen kannst oder wie wichtig dir die entsprechenden Punkte sind. Du solltest nur immer bedenken, dass eine attraktive Außendarstellung deines Produktes entscheidend für dessen Erfolg sein kann, bevor du am falschen Ende sparst...
    Unsere Kosten beim ersten Produkt beliefen sich hier allein schon auf ca. EUR 300.
Auf www.fiverr.com kannst du beispielsweise ein Verpackungsdesign günstig erstellen lassen.
Auf www.fiverr.com kannst du beispielsweise ein Verpackungsdesign günstig erstellen lassen.
  • Markenregistrierung beim DPMA: EUR 290
    Die Markenregistrierung beim Deutschen Patent- und Markenamt ist natürlich optional aber dringend zu empfehlen, wenn du nicht riskieren willst, dass jemand deine Marke registriert und dir damit große, sehr große Schwierigkeiten bereitet. Den mit einem solchen Konflikt einhergehenden Rechtsstreit wirst du dir am Anfang kaum leisten können.

Mit einer Investition von 290 Euro hast du erst einmal Ruhe und Sicherheit gewonnen. Es ist möglich, diese Registrierung z.B. durchzuführen, nachdem du deine ersten paar hundert Stück verkauft hast und weißt, dass dein Produkt funktioniert. Außerdem ist dann auch wieder etwas Geld in die Kasse geflossen.


Alles in allem wäre es nicht verkehrt, zu Beginn einen Sicherheitspuffer von etwa 800 bis 1000 Euro zur Verfügung zu haben, um von Anfang an alles richtig zu machen und das Design von Logo etc. Profis zu überlassen. Man kann es natürlich auch billiger hinbekommen aber ich gehe hier von unseren Erfahrungen und dem Anspruch aus, möglichst viel von Anfang an langfristig aufzubauen. Es geht auf jeden Fall günstiger, was dann aber entsprechend auch mit höheren Risiken verbunden sein kann.

Für unser Beispielprodukt würde dies bis hierhin einen Kapitalbedarf von ca. EUR 4000 ergeben. 3.000 Euro an direkten Bezugskosten und bis zu etwa 1.000 Euro an weiteren Kosten, um "den Laden ans Laufen" zu kriegen.


Laufende Kosten

Laufende Kosten sind hier zu verstehen als wiederkehrende Kosten, die z.B. monatlich anfallen und entsprechend zusätzlich zu den einmaligen Kosten und den Bezugskosten für deine Produkte regelmäßig zu begleichen sind.

Beispiele für laufende Kosten am Anfang sind:

  • GS 1-Jahresgebühr:
    EUR 178,50/Jahr bei weniger als EUR 5 Mio. Umsatz. Wurde bereits weiter oben angesprochen
  • Monatliche Amazon-Abonnementgebühren:
    EUR 46,41/Monat. Diese Gebühren musst du als professioneller Verkäufer jeden Monat bezahlen, um auf Amazon verkaufen zu dürfen.
  • Steuerberater & Steuerrücklage:
    Ich kann dir hierzu leider keine Einschätzung abgeben. Sobald du nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) bilanzierst, wirst du vermutlich regelmäßig die Dienste eines Steuerberaters in Anspruch nehmen. Am besten informierst du dich über Dienstleistungen und Preise bei Steuerberatern vor Ort. Der Steuerberater wird dir auch sagen können, wie viel Geld aus deinen Verkäufen du in eine Rücklage für Steuern packen solltest. (Wenn du zu diesem Thema mehr weißt und selbst einen guten Tipp parat hast, wie man hier am Anfang Geld sparen kann, schreib doch gerne einen Kommentar.)

Update, 13.10.2016: Eine kurze Ergänzung. Die Steuerrücklage ist zweigeteilt, ein Teil für die Umsatzsteuer und ein Teil für Einkommensteuer, Gewerbesteuer, Solidaritätszuschlag etc.. Da die Umsatzsteuer relativ zeitnah erhoben wird, sollte man hierfür eben eine Rücklage in Höhe von 19 % des erzielten Umsatzes bilden. Rücklage bedeutet generell nichts anderes, als dass du dieses Geld zur Seite legst und nicht ausgibst.

Die Rücklage für die Einkommensteuer berechnet sich nach deinem persönlichen Steuersatz. In Deutschland steigt der Steuersatz progressiv mit dem Einkommen an - je mehr du verdienst, umso mehr Steuern musst du zahlen. Die Obergrenze (ab einem jährlich zu versteuernden Einkommen von etwa EUR 53.000) liegt bei 42 % + Solidaritätszuschlag, Handelskammerbeitrag, Gewerbesteuer etc.. Falls du keine Kapitalgesellschaft gegründet hast, werden deine Gewinne aus FBA mit deinem persönlichen Steuersatz besteuert. Als Angestellter wird die Steuer automatisch von deinem Arbeitgeber einbehalten und an das Finanzamt abgeführt. Als selbstständiger Unternehmer bist du hierfür selbst verantwortlich, weshalb es eben so wichtig ist, eine Steuerrücklage zu bilden und nicht deine ganzen Gewinne auszugeben. Der Sinn der Rücklage ist, die steuerlichen Forderungen des Finanzamts bedienen zu können. Bei einem zu versteuernden Einkommen in der Größenordnung wie weiter oben genannt, wird die Rücklage also 40 % bis 45 % betragen, um einen ungefähren Eindruck zu vermitteln. (Achtung: Das zu versteuernde Einkommen ist oft NICHT identisch mit deinem Gewinn, da es z.B. verschiedene Freibeträge etc. gibt. Ein Steuerberater hilft dir, dich zurechtzufinden.)

Falls du über eine GmbH, UG (haftungsbeschränkt) oder eine andere Kapitalgesellschaft handeln solltest, so ist diese eine rechtlich eigenständige Körperschaft. Das bedeutet, dass deren Gewinne, die durch FBA erzielt werden, unabhängig von dir besteuert werden. Eine GmbH bezahlt dann z.B. statt der Einkommensteuer die so genannte Körperschaftsteuer. Diese beträgt 15 %. Es kann sich daher auch aus steuerlichen Gründen lohnen, zu prüfen, ob du über eine Kapitalgesellschaft operierst, wenn du viel mit FBA verdienst und das Geld nicht an dich persönlich ausschütten lassen möchtest. Du solltest dich daher unbedingt durch einen Steuerberater unterstützen lassen und genau mit ihm abklären, was deine unternehmerischen und persönlichen Ziele sind.

Viele der Infos in diesem Update verdanke ich der Gemeinschaft unserer Facebookgruppe. Falls du also noch nicht an Bord sein solltest, dann bist du herzlich eingeladen, hier kostenlos und unverbindlich beizutreten. 

  • Kosten für Rechtsberatung:
    Ein Posten, der schnell sehr umfangreich werden kann. Auch diesen kann ich aber leider nicht exakt beziffern. Am Anfang werden sich viele aus Kapitalmangel dazu entscheiden, ein Risiko einzugehen und nicht in Rechtsberatung zu investieren. Das kann einige Zeit gut gehen, insbesondere wenn man in einer Nische verkauft, die nicht sehr populär ist.

FBA laufende Kosten Rechtsberatung

Auf lange Sicht besteht aber die Möglichkeit, dass man unwissend irgendein Gebrauchsmuster verletzt oder ein Design kopiert, was zu einer kostspieligen Abmahnung und dazu führen kann, dass du dein Produkt vom Markt nehmen musst.

  • Update, 11.10.2016: Produkt-/Betriebshaftpflichtversicherung:
    Eine Ergänzung: Je nach verkauftem Produkt und Aufstellung kann eine Produkt- und/oder Betriebshaftpflichtversicherung sehr sinnvoll sein. Du merkst aber bereits, dass ich mich mit Versicherungen nicht sehr gut auskenne. Das Problem ist hier, dass das entsprechende Angebot individuell ausgearbeitet werden muss und man genau wissen muss, welchen Versicherungsschutz man benötigt und was dieser abdecken sollte. Damit hängen dann auch direkt die Kosten zusammen. Genau wie die rechtliche Absicherung ein wichtiges Thema beim Risikomanagement, mit dem wir uns ggf. in einem zukünftigen Artikel näher befassen werden.
  • Hosting-Gebühren:
    EUR 9,95/Monat. Hosting-Gebühren werden monatlich anfallen, wenn du zum Beispiel eine eigene Website für dein Private Label erstellst. Diese sind nicht hoch. Ich bezahle beim Anbieter All-Inkl.com 9,95 pro Monat im Premium-Tarif für 10 Domains. Die ersten 3 Monate sind kostenlos.

Das Angebot findest du hier. Das ist ein Partnerlink, falls du also einen Vertrag abschließt, erhalten wir eine Provision - du bezahlst genau den gleichen Preis, den du auch sonst bezahlen würdest, für dich entstehen also keine Nachteile. Ich habe mit anderen Hosting-Anbietern keine Erfahrungen sammeln können, bin aber mit All-Inkl.com zufrieden - ich glaube die meisten nutzen den. Falls du aber nicht sicher sein solltest, vergleich auch noch ein paar andere, vielleicht findest du auch noch was, was deinen Anforderungen besser entspricht.

  • Kontoführungsgebühren:
    Diese variieren ebenfalls von Bank zu Bank, sind aber am Anfang für ein Geschäftskonto nicht allzu hoch. Wir haben einfach ein Konto bei unserer Sparkasse vor Ort eröffnet. Wichtig ist hier, dass die Bank dich bei Auslandsüberweisungen etc. gut beraten kann und ein verlässlicher Ansprechpartner ist.
  • Gebühren für Verpackungsentsorgung:
    Die Kurzfassung: Als Verkäufer bist du gemäß Verpackungsverordnung (VerpackV) dazu verpflichtet sicherzustellen, dass die Verpackung deiner Waren vorschriftsmäßig auf ökologische und nachhaltige Art und Weise entsorgt wird. Da es nicht praktikabel ist, das Verpackungsmaterial all deiner Produkte selbst einzusammeln und zu entsorgen, gibt es in Deutschland Duale Systeme wie z.B. den Grünen Punkt oder Veolia, die sich um Erfassung, Sortierung und Verwertung von Abfällen im Auftrag von Unternehmen kümmern. Dafür entrichten Unternehmen an diese Dienstleister eine Gebühr, die sich je nach jährlichem Verpackungsaufkommen bemisst.
Auch für die Entsorgung alter Verpackungen bist du verantwortlich.
Auch für die Entsorgung alter Verpackungen bist du verantwortlich.

Diese Gebühr wird für dich am Anfang nicht hoch sein - bei uns betrug sie ca. EUR 40 für ein Jahr beim Anbieter Usepac, den wir aufgrund des niedrigen Preises bei kleinen Verpackungsmengen ausgewählt hatten.

  • AGB-Pflegeservice (optional):
    Hierbei handelt es sich um einen Service der IT-Recht-Kanzlei für EUR 11,78 im Monat, den wir in Anspruch nehmen, um sicher zu gehen, dass unser Impressum, Datenschutzerklärung und andere rechtlich relevante Texte in unserem Amazon-Verkäuferkonto stets aktuell sind und den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Durch unser Abonnement erhalten wir auch Zugriff auf weitere interessante rechtliche Informationen und Vorlagen. Insgesamt ist diese Dienstleistung nicht unbedingt notwendig, wir haben uns aber aufgrund des kleinen Plus an Sicherheit erst einmal dazu entschieden, diese in Anspruch zu nehmen.
  • Rechnungssoftware/-service (optional):
    Auf Anforderung bist du verpflichtet, jedem deiner Amazonkunden eine Rechnung auszustellen. Amazon tut dies nicht für dich. Da wir von Anfang an für die Zukunft vorausgeplant haben, wollten wir auch gleich zu Beginn ein System nutzen, das Rechnungen automatisch per Email an all unsere Kunden versendet. Wir nutzen hierzu den Service Easybill für ca. 20 Euro im Monat. Dieser ist per Schnittstelle mit dem Amazon-Verkäuferkonto verbunden, ruft regelmäßig die Verkaufsinformationen ab und verschickt vollautomatisch passende Rechnungen an tausende von Kunden.

Natürlich gibt es auch noch weitere Tools und Anwendungen, die dir bei deinem FBA-Business hilft, z.B. Software, die dich bei der Produktsuche unterstützt. Auf diese werde ich aber jetzt nicht eingehen, da ich nur einen Überblick über mögliche laufende Kosten geben wollte. Ich würde für den Anfang empfehlen, mit etwa 75 bis 100 Euro laufenden Kosten pro Monat zu kalkulieren, da allein schon die definitiv zu zahlenden Amazongebühren fast 50 Euro im Monat betragen.


Nach der Bestellung ist vor der Bestellung - die Liquiditätslücke

Nun wissen wir, dass du zu Beginn deines Business für unser Beispielprodukt etwa 4.000 Euro direkt investieren musst, um es "ans Laufen" zu kriegen - 3.000 Euro an Bezugskosten und bis zu 1.000 Euro an zusätzlichen Nebenkosten.

Lass uns nun die Nebenkosten für einen Augenblick vernachlässigen und uns allein um die Bezugskosten kümmern.

Gehen wir - eher konservativ - davon aus, dass dein Produkt sich 10 mal am Tag verkauft. Bei 500 bestellten Einheiten verkauft sich also eine Bestellmenge komplett innerhalb von 50 Tagen und führt zu einem Zufluss an Geld auf dein Bankkonto von EUR 12,88 * 500 = EUR 6.440 (siehe Anfang des Artikels, die Mindereinnahmen und Verluste durch Testexemplare beim Start deines Business lassen wir dieses mal unbeachtet).

Nun ist es aber so, dass du nicht warten willst, bis die ersten 500 Stück komplett abverkauft sind, bevor du die zweite Bestellung in China arrangierst. Es dauert schließlich einige Zeit, bis deine Produkte in China produziert und dann nach Deutschland transportiert worden sind.

Du möchtest möglichst vermeiden, out of stock zu laufen, das heißt, keine Produkte mehr zum Verkauf anbieten zu können. Der Grund ist, dass dir dann natürlich Einnahmen entgehen und dein Produkt wieder Positionen im Amazon-Ranking verliert, das heißt, auf Amazon nicht mehr so prominent und für Kunden gut sichtbar positioniert wird.

Wenn es wieder vorrätig ist, wird es sich seine Position erst wieder verdienen müssen, was dich ebenfalls Geld kostet (mehr dazu in einem späteren Artikel). Merk dir einfach, dass du möglichst nicht out of stock laufen willst.

Du musst also wissen, zu welchem Zeitpunkt du die nächste Lieferung bestellen musst!

Gehen wir von folgenden Werten aus:

  • Der Lieferant braucht 20 Tage für die Produktion von 500 Einheiten.
  • Die genutzte Versandart ist Luftfracht und benötigt ca. 6 Tage von China nach Deutschland.
  • Ein weiteres Zeitpolster von 5 Tagen wird einkalkuliert, z.B. für Verzögerungen bei der Einlagerung.

Das bedeutet also, dass wir davon ausgehen, dass es etwa 31 Tage dauert, Nachschub für dein Produkt zu beschaffen.

Wenn es ca. 50 Tage dauert, 500 Stück deines Produktes zu verkaufen, musst du also bereits etwa 20 Tage nach Verkaufsbeginn nachbestellen.

Das Problem ist, dass du für die Bestellung natürlich Geld brauchst - und hier droht die Liquiditätslücke.

Mit genug Startkapital überbrückst du die Liquiditätslücke zwischen Bestellungen.
Mit genug Startkapital überbrückst du die Liquiditätslücke zwischen Bestellungen.

Nach 20 Tagen hast du nämlich erst 200 Produkte verkauft und dadurch einen Geldzufluss von 200 * EUR 12,88 = EUR 2.576.

Für eine weitere Bestellung von 500 Stück werden dir aber Kosten von ca. EUR 3000 entstehen. Dieser Fall ist dabei noch einigermaßen unkritisch, wenn wir von einer Anzahlung von 50 Prozent an den Supplier bei Produktionsbeginn ausgehen. Dann müsstest du nach 20 Tagen zunächst nur 500 * EUR 3,12 * 50 % = EUR 780 an den Supplier zahlen.

Weitere 780 würden dann 20 Tage später folgen und noch später dann die Transportkosten, Zoll etc.. In diesem Fall würde sich die Liquiditätslücke also weniger stark auswirken.

Was ist aber, wenn damit zu rechnen ist, dass sich dein Produkt in Zukunft schneller verkaufen wird - zum Beispiel aufgrund von besserem Marketing - und du die Bestellmenge auf 1000 erhöhen willst?

Nehmen wir an der Bezugspreis bleibt gleich und du bestellst nach 20 Tagen 1000 Stück. Dann brauchst du schon EUR 1.560 als Anzahlung und natürlich erhöhen sich auch die Fracht- und sonstigen Importkosten aufgrund der gestiegenen Warenmenge. Sieht immer noch machbar aus aber jetzt lass uns noch unvorhergesehene Ausgaben, Testexemplare, einen niedrigeren Verkaufspreis am Anfang etc. einkalkulieren. All dies verringert das zur Verfügung stehende Kapital.

Es kann also leicht passieren, dass du nicht genug Geld hast, um ein Produkt nachzubestellen, obwohl du es eigentlich tun müsstest, um nicht out of stock zu laufen. Das ist eigentlich alles, was die Liquiditätslücke ausmacht.

Das Problem wird durch folgende Faktoren größer:

  • Niedrige Marge
  • Langsame Produktionsgeschwindigkeit
  • Lange Transportdauer (Zug, Schiff)
  • Hohe Anzahlung vor Produktionsbeginn
  • Schnelle Verkaufsrate

Selbst wenn dein erstes Produkt profitabel ist und du Gewinn machst, kann es also passieren, dass dir schlicht und ergreifend das Geld fehlt, um rechtzeitig die nächste Bestellung zu veranlassen.

Wenn unser Beispielprodukt sich schneller, zum Beispiel 15 mal pro Tag verkauft, dauert es 33 Tage bis du out of stock läufst und 31 Tage, bis der Nachschub kommt - du müsstest bereits nach 2 Tagen nachbestellen und hättest bis dahin einen Cash Inflow von nur EUR 386.40!

Außerdem wäre es in so einer Situation sogar deutlich angeraten, bei der zweiten Bestellung mehr zu bestellen, um nicht bei jeder Bestellung das Risiko einzugehen, aufgrund unvorhergesehener Verzögerungen out of stock zu laufen.

Das ist auch der Grund, warum du zum Vermeiden der Liquiditätslücke bereits zu Beginn mehr Kapital zur Verfügung haben solltest, als du für die erste Bestellung brauchst.

Es gibt hier keine klare Formel, wie viel Geld du brauchst. Manche Seller gehen von einem Minimum von 10.000 Euro aus. So eine pauschale Zahl ist aber nicht immer zweckmäßig, da du am Anfang auch mit weniger starten kannst, um erstmal den Ablauf von FBA zu verinnerlichen und Erfahrung zu sammeln. Es ist aber auch klar, dass dann deine Verkaufsrate und dein Gewinn niedriger sein können.

Ich halte es persönlich für sinvoll, nach Abzug aller Bezugskosten und Anlaufkosten noch einmal die Herstellungkosten der ersten Order als Reserve bereitzuhalten. In unserem Fall wären dies EUR 1.560.

Dieser Betrag würde auch in etwa einer 50-prozentigen Anzahlung für die Produktion der zweiten Order entsprechen, wenn wir statt 500 Stück 1000 Stück nachbestellen würden. Eine solche Reserve wäre also auch nützlich, um die Liquiditätslücke bei einer Erhöhung der Bestellmenge zu überbrücken.

Sehr hilfreich für das Verständnis der Liquiditätsproblematik ist auch dieses Video von Lukas Mankow vom Youtube-Kanal "zum Erfolg".

Er erklärt darin sehr verständlich und anhand guter Beispiele den genauen Sachverhalt. Falls das Thema für dich noch neu ist, würde ich dir sehr empfehlen, dir das Video einmal anzusehen. Ich fand es sehr nützlich.


Wie viel Geld brauche ich denn jetzt?

Ich werde mich jetzt hier nicht mit einem "schwer zu sagen, hängt davon ab" davonstehlen.

Ich werde dir einen Betrag für unser Beispielprodukt nennen, den du meiner Meinung nach mindestens (!) verfügbar haben solltest, um mit einem entsprechenden Produkt inklusive Customizing und /oder Branding starten zu können.


Das bedeutet NICHT, dass du alles auf eine Karte setzen solltest. Für Projekte wie FBA gilt IMMER, dass du nur Geld verwendest, dass du angespart hast und das auch wirklich als Risikokapital zur Verfügung steht - ein Restrisiko ist niemals auszuschließen. Du solltest auch nicht deinen Job kündigen oder sowas. Du wirst die ersten Monate höchstwahrscheinlich nicht von FBA leben können, sondern Gewinne komplett in das Business reinvestieren müssen.


Für unser Beispielprodukt würde ich für den Start ein Kapital von mindestens EUR 5.500 bis EUR 6.000 empfehlen - EUR 3.000 für die erste Bestellung, EUR 1000 für alle möglichen Nebenkosten und noch einmal 1.500-2.000 Euro für die Anzahlung der nächsten Bestellung zur Überbrückung der Liquiditätslücke.

Bei angenommenen Herstellungskosten von EUR 1.560 in unserem Beispiel ergibt sich also, dass du zu Beginn etwa das 4-fache der reinen Herstellungskosten an Kapital zur Verfügung haben solltest, um alles richtig machen und noch ruhig schlafen zu können.

Dieser Wert deckt sich auch mit meinen bisherigen Erfahrungen, selbst für ein Produkt mit einer schlechteren Marge als in unserem Beispiel.

Wenn du also beispielsweise 500 Stück eines leichten Produktes für 2 Euro pro Stück herstellen lässt, würde dies bedeuten, 4.000 Euro für den Start zur Seite zu legen.


Nützliche Tools

Zum Abschluss möchte ich dir noch ein nützliches Tool empfehlen, das wir auch selbst nutzen, um unsere Kosten und Margen zu berechnen.

Es handelt sich um den kostenlosen Amazon FBA Rechner von Daniel Wiegand, der viele nützliche Funktionen hat und der uns das Leben sehr erleichtert hat.

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Wirklich eine nützliche Hilfe, die ich nicht missen möchte und die es dir vor allem erlaubt, am Anfang schnell und gezielt zu überprüfen, ob sich der Verkauf eines bestimmten Produktes finanziell lohnen wird.

Hier kannst du dir den kostenlosen Amazon FBA Rechner herunterladen.


Fazit

Es kann zunächst nicht ganz leicht sein, das mit der Liquiditätslücke komplett nachzuvollziehen.

Ich muss zugeben, dass ich am Anfang nicht den Hauch einer Ahnung davon hatte und nicht einmal abschätzen konnte, welche Kosten im Rahmen von FBA anfallen könnten. Ich bin auch ganz am Anfang Behauptungen wie "500 oder 1000 Euro reichen zum Start schon" gefolgt.

Glücklicherweise hatten wir genug Geld in der Hinterhand, um problemlos reagieren zu können - aber wir haben im Endeffekt mehr investiert, als wir am Anfang für notwendig hielten.

FBA ist trotz allem immer noch eine sehr günstige Möglichkeit, ins E-Commerce einzusteigen und gute Gewinne zu machen, versteh mich da nicht falsch.

Was ich mit dem Artikel erreichen wollte ist, dich für die Kosten zu sensibilisieren und zu vermeiden, dass du irgendwie ein Minimum an Geld zusammensparst um dann zu merken, dass es in der Realität vorne und hinten nicht reicht.

Ich habe auch versucht, eine einfache Formel abzuleiten, wie viel Geld du haben solltest. Wenn du das 4-fache der Herstellungskosten, die du deinem Supplier zahlst, auf der hohen Kante hast, solltest du finanziell ganz gut aufgestellt sein. Wie immer bitte ich dich aber, dich nicht allein auf diese Faustregel zu verlassen - es ist keine exakte Wissenschaft, aber es hat für uns funktioniert.

Auf jeden Fall danke ich dir, dass du dich dieses mal mit uns durch den Zahlendschungel gekämpft hast. In den nächsten FBA-Bausteinen wird es darum gehen, wie man überhaupt erfolgreich auf Amazon Verkäufe generiert, das richtige Mindset für dein Business und - endlich - wie du herausfindest, welches Produkt du verkaufen sollst.

Wenn du noch Fragen, Anmerkungen oder Verbesserungsvorschläge haben solltest, schreib doch bitte einen Kommentar. Auf diese Weise können wir alle davon profitieren und eventuelle Ungereimtheiten auflösen.

Beste Grüße und bis zum nächsten Mal!

Gleb

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13 Gedanken zu „FBA-Baustein Nr. 3: Kapitalbedarf für FBA – Startkosten, solide Finanzierung und die Liquiditätslücke“

    1. Hi Ben,
      guter Punkt.

      Leider kenne ich mich mit Versicherungen generell und spezifisch in diesem Bereich nicht sehr gut aus. Ich werde mich diesbezüglich weiter informieren und ggf. in der Zukunft einen Artikel hierzu schreiben.

      Für die Zwischenzeit habe ich den entsprechenden Punkt bei den laufenden Kosten hinzugefügt, damit Leser zumindest wissen, dass es diesen Kostenpunkt und die Möglichkeit einer solchen Versicherung gibt und dies bei der eigenen Finanz-/Geschäftsplanung berücksichtigen.

      Vielen Dank!

      1. Ich kenne mich da auch nicht aus. Weiß nur, dass Beträge von 300-800 EUR im Jahr im Raum stehen.

        Weiterhin sollte man das recht früh in Angriff nehmen, da viele Gesellschaften einen Neugründerbonus für die nächsten 1-3 Jahre anbieten, der schon einiges ausmachen kann.

        Bin auf Deinen zukünftigen Beitrag gespannt.

  1. Insgesamt ein guter Überblick über den anfänglich entstehenden Kapitalbedarf – wären da nicht zwei gravierende Fehler:

    1. Die Annahme „…. Kleinunternehmerregelung §19…“ würde bei einem Produktpreis von 19,50 Euro bedeuten, dass man etwa 2,5 Produkte pro Tag verkaufen darf ohne über die Kleinunternehmerregelungsgrenze für das erste Jahr zu kommen. Ihr geht von dem etwa 6-fachen Absatz aus und damit riskiert man, dass das Finanzamt für das erste Jahr die KU-Regelung widerruft und Steuern fällig werden.

    2. Es sollte UNBEDINGT erwähnt werden, dass man eine Steuerrücklage bilden muss, sonst ist der Laden im 2. Jahr pleite. Und da viele Jungunternehmer in diese Falle tappen, ist es m.E. unerlässlich, bei einer Betrachtung des Kapitalbedarfs diesen Punkt ausdrücklich auszuführen.

    1. Hallo Bernd,

      vielen, vielen Dank für deinen Kommentar! Genau solche Fehler machen es so wichtig, dass kritische Kommentare da sind, um sie zu korrigieren.

      1. Ich bin tatsächlich davon ausgegangen, dass die Kleinunternehmerregelung widerrufen wird und dann würden auch rückwirkend Steuern fällig werden. Vor diesem Hintergrund ist meine Annahme aber nicht sehr sinnvoll. Ich habe deswegen die Annahme der Kleinunternehmerregelung aus dem Artikel entfernt und an verschiedenen Stellen darauf hingewiesen, wie dringend angeraten am Anfang ein Gespräch mit einem qualifizierten Steuerberater ist. Bei der Berechnung der Marge habe ich die Werte so belassen aber darauf hingewiesen, dass es sich um Bruttobeträge, also Gewinn vor Steuern handelt. Der Abzug der Umsatzsteuer und Verrechnung mit der Vorsteuer (z.B. in Bezug auf die Rückerstattung der Einfuhrumsatzsteuer) hätte ein wenig den Rahmen gesprengt, da der Artikel ohnehin recht lang geworden ist. Eigentlich wollte ich nur einen ersten Überblick über die Kosten geben.

      2. Das mit der Steuerrücklage habe ich jetzt an mehreren Stellen deutlich hervorgehoben und es leuchtet auch absolut ein. Wäre sehr schlecht, wenn jemand mit Kleinunternehmerregelung startet, seinen gesamten Gewinn gleich reinvestiert und dann nichts hat, wovon er z.B. die Umsatzsteuer bezahlen kann, die rückwirkend fällig wird, wenn das Finanzamt die Kleinunternehmerregelung widerruft.

      Ich habe jetzt ausdrücklich darauf hingewiesen und auch wiederholt auf die Wichtigkeit einer Konsultation mit einem Steuerberater verwiesen.

      Vielen Dank noch einmal und beste Grüße,
      Gleb

  2. Ein wirklich informativer Artikel. Ich finde es gut, das ihr das Thema Steuer deutlich hervorhebt. Da ihr auch Easybill verwendet, würde mich interessieren wie ihr das Tool in Bezug auf eure Buchhaltung verwendet. Vielleicht ist das einen Extra Artikel wert.

    1. Hi Florian,

      danke für das Lob und die Anregung, wir werden alles tun, damit die Artikel auch weiterhin informativ bleiben und einen realistischen Blick auf das FBA-Business gewähren.

      Wir sind im Moment selbst mit unserem Steuerberater zusammen im Prozess, unsere Buchhaltung so zu professionalisieren, dass diese langfristig allen Anforderungen genügt und möglichst automatisch funktioniert. Wie wir Easybill diesbezüglich einbinden werden, kann ich dir daher zum jetzigen Zeitpunkt leider auch noch nicht sagen.

      Ich habe mir deine Anregung aber auf jeden Fall notiert. Eine Menge Themen für zukünftige Artikel sind bereits vorgeplant, darunter auch (in etwas fernerer Zukunft) eine Reihe zu den Themen Ausbau und Professionalisierung des Geschäftsbetriebs, sobald man ein Produkt erfolgreich verkauft. Ich werde dann auch einen Artikel zum Thema Buchführung einbauen und zusehen, dass ich explizit auf den von dir erwähnten Punkt eingehe.

      Beste Grüße,
      Gleb

  3. Hallo Gleb,
    schöne Artikel, bin mittlerweile beim 3 angekommen und spiele mit dem Gedanken mit FBA anzufangen. Ich weiß, du hast an mehreren Stellen geschrieben, dass ein Kapital von 3k+
    sinnvoll wäre. Da ich mich am Anfang in das ganze Thema reinfuchsen muss, würde ich mit weniger anfangen wollen, habe etwa an 500 -1000 Euro gedacht. Weiterhin würde ich zu nächst keine eigene Marke aufbauen wollen, sondern als Reseller auftreten. Was hälst du davon? Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich auch mehr investieren könnte, sodass ich nicht in den Liquiditätsengpass komme, von dem du geschrieben hast. Meine Intention ist einfach, nicht gleich in die Vollen zu gehen, und erst langsam zu lernen. Sprich, ich will nicht gleich davon leben, wenn pberhaupt jemals, da ich einen guten Arbeitsplatz habe, möchte nur etwas dazu verdienen.

    Danke im Voraus.

    MfG Alex

    1. Hallo Alex,

      vielen Dank. Ich antworte dieses Mal kurz und knapp: Würde ich genauso machen. Selbst mit 3.000 € kommt man bei FBA nicht sehr weit und das ganze Geschäft ist auch rechtlich mit großen Risiken behaftet. Der Start als Reseller ist eine gute Idee und da kannst du auch mit deutlich weniger Startkapital gut vorwärts kommen (glaube ich). Leider kenne ich mich da nicht so aus, aber schau dir doch vielleicht mal auf YouTube den Kanal „Wholesale Ted“ dazu an.

      Also, ich halte davon sehr viel! Viel Erfolg und lass mich beizeiten mal wissen, wie das Reselling läuft!

      Beste Grüße,
      Gleb

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