FBA-Baustein Nr. 11: FBA-Strategie – Dein Schlachtplan zum Erfolg!

FBA Strategie FBA Business Builder Baustein Blog Nr. 11

FBA und Krieg haben eines gemeinsam: Nicht immer siegt am Ende des Tages die Seite, die über mehr Feuerkraft verfügt.

Oft siegt die Seite, die es besser versteht, Schwerpunkte zu bilden und begrenzte Ressourcen dort einzusetzen, wo sie die meiste Wirkung zeigen.

Dieses zielgerichtete und effiziente Einsetzen begrenzter Ressourcen zum Erreichen klar definierter Ziele unter größtmöglicher Schonung eigener Kräfte, ist die Strategie.

Und mit diesen einleitenden Worten heiße ich dich willkommen zum 11. Artikel unserer großen FBA Business Builder-Reihe. Da es im Krieg wie im Geschäftsleben keine echte Pause gibt, habe ich mich entschlossen, auch über Weihnachten und Neujahr weiter daran zu arbeiten, dich beim Aufbau deines eigenen Business und deinem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit zu unterstützen.

Nachdem wir uns in den letzten Artikeln vor allem um die "taktische" Ebene gekümmert haben und die für die Schlacht passenden Waffengattung...pardon, Produkte und Lieferanten recherchiert haben, wollen wir heute einen fokussierten Blick auf die übergeordnete Ebene der Strategie werfen.

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Ich habe die Strategie ganz bewusst nicht ganz am Anfang behandelt, da ein Soldat auch zumindest sein Handwerk und den Dienst an der Waffe beherrschen muss, bevor er sich irgendwann in ferner Zukunft seinen Marschallstab verdienen kann. Das bedeutet, dass taktische Ausbildung immer vor der Ausbildung in Strategie und Planung zu erfolgen hat.

Falls du die vorangegangenen 10 Artikel noch nicht gesichtet haben solltest, dann kannst du dies hier tun:

Heute wirst du lernen, was die Vorteile einer Strategie sind und welche generellen und FBA-spezifischen Strategien es gibt.

Auf in den Kampf!


1. Vorteile einer strategischen Vorgehensweise

Strategisch orientiertes Planen und Handeln bedeutet, dass du genau weißt, was du tust, anstatt dich nur irgendwie durchzuwursteln und von externen Einflüssen treiben zu lassen.

Die Vorteile einer strategischen Vorgehensweise sind dabei mannigfaltig.

Am Anfang steht erst einmal die Erkenntnis und die Absicht, überhaupt eine Strategie zu erarbeiten und sich an dieser zu orientieren. Allein diese Grundeinstellung sorgt schon für eine gründlichere Planung und ein genaueres Durchdenken deiner Schritte zum Erfolg.

Erfolg sei hierbei verstanden als ein am Anfang klar definiertes Ziel, dessen Erreichungsgrad eindeutig messbar ist.

Wenn du dir zu Beginn des Jahres 2017 das Ziel setzt abzunehmen, dann möchtest du nicht einfach sagen "ich will abnehmen". Das ist viel zu unspezifisch, nicht messbar und wird wahrscheinlich nicht funktionieren.

Wenn du stattdessen klar definierst "ich möchte bis zum Ende des Jahres 2017 10 Kilogramm Fett abbauen", dann ist dieses Ziel nicht nur genauer spezifiziert (Fett statt Gewicht generell, du könntest ja auch Muskelmasse abbauen), es ist auch terminiert (bis Ende 2017) und messbar (10 Kg).

Dadurch ist erst einmal ganz klar definiert, was Erfolg überhaupt bedeutet.

Du möchtest schließlich nicht ein FBA-Business aufzubauen, nur um es aufzubauen, dabei ein paar Trockenübungen machen und eine Menge Geld verlieren.

Du möchtest Geld verdienen, sprich, einen Gewinn machen. Und dieser Gewinn muss auch groß genug sein, dass sich der ganze Aufwand für dich lohnt, sonst hättest du das Geld auch anderweitig und mit weniger Risiko bei gleicher Rendite anlegen können.

Du möchtest also eine klare Vorstellung davon entwickeln, was Erfolg für dich bedeutet, was dein Ziel ist und wie du den Zielerreichungsgrad messen kannst. Eine Möglichkeit hierfür ist z.B. das Ziel "ich möchte einen Gewinn vor Steuern von 50.000 € im Jahr 2017 erwirtschaften." Dieses Ziel muss natürlich gleichzeitig ambitioniert aber auch erreichbar sein.

Bei der Formulierung von Zielen kannst du dich zum Beispiel an der SMART-Formel aus dem Projektmanagement orientieren. Diese Formel ist jetzt nicht der heilige Gral und wird zuweilen kritisiert, aber ich finde sie nicht schlecht und durchaus praktisch anwendbar, ganz davon zu schweigen, dass sie zum Standard der Betriebswirtschaftslehre gehört und auch von großen Unternehmen verwendet wird.

Laut der SMART-Formel hast du ein Ziel so zu wählen, dass es:

  • Spezifisch
  • Messbar
  • Akzeptiert
  • Realistisch
  • Terminierbar

sei.

Eine klare Definition von Erfolg und des zu erreichenden Zieles sorgt auch dafür, dass dein Gehirn die Herausforderung besser einordnen kann und du eher beginnst, zielgerichtet nach realistischen Möglichkeiten zu suchen, das definierte Ziel zu erreichen. Dies ist eben das zu Beginn angesprochene genaue Planen und Durchdenken deiner nächsten Schritte, das die Erfolgswahrscheinlichkeit erhöht.


Ein weiterer Vorteil einer strategischen Vorgehensweise ist, dass du auch selbst stärker motiviert sein wirst, deine Pläne effektiv in die Tat umzusetzen und massiv zu handeln, anstatt immer nur abzuwarten, ob sich deine Verkaufszahlen "irgendwie von selbst" nach oben bewegen werden.

Eine stärkere Motivation wird dir auch dabei helfen eine überlegene Stressresistenz aufzubauen, die du zwangsweise brauchen wirst. FBA ist ein Auf und Ab, vor allem wenn du unter finanziellem Druck arbeitest, so wie ich einen Großteil deines Geldes dafür zusammengekratzt hast und (ebenfalls so wie ich früher) eher zum Pessimismus neigst.

Lass mich dir eines ganz klar sagen: Pessimismus ist eine für Entrepreneure TÖDLICHE Eigenschaft. Wenn du darunter leidest - denn ich bin vor dem Hintergrund meiner jahrzehntelangen Erfahrungen mit chronischem Pessimismus fest davon überzeugt, dass es ein echtes Leiden ist - dann MUSST du deinen Pessimismus überwinden.

Ist es möglich, Pessimismus zu überwinden?

Klar. Absolut und für jeden.

Wie überwinde ich Pessimismus?

Indem du hart und viel arbeitest und dir damit langsam aber sicher die Erkenntnis aneignest, dass es zu einem großen Teil von dir selbst abhängt, wie dein Leben verläuft und dass du nicht nur Opfer und Spielball größerer Kräfte bist. Oft ist Pessimismus nämlich auch schlicht eine Folge von Langeweile und dem Bewusstsein, dass du in deinem Leben nicht genug tust, damit es sich in die richtige Richtung bewegt.

Du willst einen realistischen Optimismus entwickeln, der es dir erlaubt, nicht gleich das Handtuch zu werfen, wenn mal etwas nicht läuft wie geplant. Eine starke Motivation auf Grundlage einer vorab definierten Strategie wird dir dabei helfen und im Notfall deine Reaktionsfähigkeit erhöhen.


Schließlich sehe ich es auch als Vorteil einer strategischen Vorgehensweise an, dass du mehr Klarheit darüber gewinnst, wer du eigentlich bist, welche Ressourcen dir zur Verfügung stehen und was du erreichen kannst und willst.

Erkenne deine Stärke und nutze sie.

Strategische Planung bedeutet eben nicht nur, den Feind, das Terrain und Umweltbedingungen zu kennen, es bedeutet in erster Linie, sich selbst zu (er-)kennen. Auf diese Art und Weise kann man dann seine Stärken gezielt nutzen und an seinen Schwächen - falls möglich - arbeiten.

Das wird dir auch dabei helfen, dich selbst und dein Unternehmen ganz klar nach außen zu verkaufen und deinen "Elevator Pitch" zu entwickeln. Der Elevator Pitch ist quasi eine Form der kurzen Selbstpräsentation, die es dir erlaubt, binnen kurzer Zeit (die Dauer einer Fahrt mit dem Aufzug) dich und dein Unternehmen attraktiv darzustellen.

Aus "och ja, ich verkaufe so ein paar Knoblauchpressen auf Amazon" wird dann schnell:

"Wir sind ein kleines, lean operierendes Start-Up-Unternehmen mit sechsstelligem Jahresumsatz, das sich auf Herstellung und Online-Vermarktung hochwertiger Marken-Küchenutensilien spezialisiert und dabei durch Rationalisierung und Nutzung virtueller Organisations- und Infrastrukturen hohe Renditen erwirtschaftet."

Hört sich auf den ersten Blick vielleicht affig an und ich denke, ich bin zu Demonstrationszwecken vielleicht ein wenig übers Ziel hinausgeschossen.

Aber im Zweifelsfall willst du lieber mit Vertrauen in dich und deine Produkte auftreten und dich über anstatt unter Wert verkaufen. Um das aber tun zu können und dir dabei nicht schlecht oder dämlich vorzukommen, brauchst du ein klares Ziel, wo es hingehen soll und eine Strategie, die dir als Fahrplan dient.

Sehr oft habe ich schon im Zusammenhang mit jeder Form großer Vorhaben den Spruch "Fake it till you make it" gehört. Und ich stimme dem absolut zu, solange tatsächlich eine Absicht dahintersteckt, Mehrwerte zu liefern und in der Zukunft den zuvor aufgebauten Ansprüchen auch gerecht zu werden. Dann hilft einem diese Einstellung auch, sich selbst zu motivieren und sein Ziel zu erreichen.

Wenn es aber falsch verstanden wird und jemand Leute nur vorsätzlich blendet, dann bin ich mit dem Spruch nicht einverstanden. Früher oder später legt jeder Betrüger eine Bruchlandung hin.


2. Übergeordnete Strategien

Übergeordnete Strategien sind in der Wirtschaft häufig anzutreffende, nicht FBA-spezifische Strategien.

Ich spreche hier von den Wettbewerbsstrategien nach Porter: Der Strategie der Kostenführerschaft, der Differenzierungsstrategie und der Nischen- oder Fokussierungsstrategie. Ich werde dabei hier nicht ins Detail gehen sondern nur ungefähr die gängigen Ausprägungen der jeweiligen Strategien ansprechen.

Die Strategie der Kostenführerschaft zielt auf Massenmärkte ab. Unternehmen, die einer solchen Strategie folgen, konzentrieren sich auf die größtmögliche Senkung ihrer Kosten und häufig das Anbieten niedriger Preise für den Endkunden, die Preisführerschaft.

Sie wollen die billigsten (in der Herstellung) sein.

Kostenführerschaft und Preisführerschaft sind tatsächlich nicht identisch. Kostenführerschaft bedeutet eher, dass ein Unternehmen durch massive Kostenvorteile in der Produktion einfach in der Lage sein will, günstiger zu produzieren als die Konkurrenz, um damit im Preiskampf als Sieger hervor zu gehen.

Beispiel für Unternehmen, die einer Strategie der Kostenführerschaft folgen, sind Discounter wie ALDI oder LIDL, die sich mit ihrem Angebot direkt an die Masse der Bevölkerung richten und deren Hauptverkaufsargument günstige Preise sind.

Die Differenzierungsstrategie hingegen zielt darauf ab, sich von der Konkurrenz abzusetzen, sei es durch ein bestimmtes Image, Design, besseren Support oder Qualität.

In vielen Fällen führt eine Differenzierungsstrategie zum Ziel der Qualitätsführerschaft in einem bestimmten Bereich. Hersteller von Luxusbekleidung können höhere Preise für Kleidung verlangen, weil ihre Brand so stark entwickelt und von "normalen" Kleidungsherstellern differenziert ist, dass die Kunden bereit sind, allein für die Marke horrende Summen zu bezahlen.

Schließlich lohnt es sich für ein Unternehmen, eine Nischenstrategie zu verfolgen, wenn es weder auf der Seite der Kosten noch auf der Seite der Differenzierung eine realistische Chance hat, sich von seinen Konkurrenten abzusetzen.

Das bedeutet dann statt Konzentration auf den Massenmarkt eine Fokussierung auf ein stark eingegrenztes Kundensegment oder einen bestimmten geographischen Markt.

Oftmals ist es in der Praxis so, dass man die Strategien nicht trennscharf voneinander abgrenzen kann. Unternehmen wie LIDL oder ALDI mögen beide eine auf den Massenmarkt ausgerichtete Strategie der Kostenführerschaft verfolgen, gleichzeitig könnte man argumentieren, dass LIDL gegenüber ALDI auch eine Strategie der Differenzierung verfolge, da LIDL nicht nur versucht billiger zu sein, sondern auch ein größeres Produktsortiment anbietet.

Was bedeuten diese Strategien nun für den durchschnittlichen FBAler?

Ich bin der Ansicht, dass es für FBAler schwer bis gar nicht möglich sein wird, Strategien der Kostenführerschaft und Differenzierung zu verfolgen, die auf einen Massenmarkt gerichtet sind.

Die Verhandlungsmacht im Einkauf und die möglichen der Entwicklung und Qualitätssicherung sind einfach zu eingeschränkt, um von Anfang an wirklich bei den "großen Jungs" mitmischen zu können. Allerhöchstens im Rahmen der Konkurrenz zwischen einzelnen FBAlern mag das Verfolgen solcher Strategien im begrenzten Rahmen möglich sein.

Ich bin daher der Ansicht, dass es bei einem Geschäftsmodell wie FBA immer darauf ankommen wird, eine Nische zu finden, in der man sich einnisten und langsam einen Kapitalstock aufbauen kann, mit dem man dann später größere Sprünge machen kann.

Lass uns daher mal betrachten, welche übergeordneten Thematiken für solche Nischen es gibt.


3. Übergeordnete Thematiken von Nischen

Hier möchte ich versuchen, dir einige Ideen für die übergeordneten Themenbereiche zu geben, an denen du dich bei der Auswahl einer Nische orientieren kannst.

Diese Bereiche orientieren sich an menschlichen Bedürfnissen und viele Nischenprodukte werden sich in einem dieser Bereiche wiederfinden.

Die 4 übergeordneten Bereiche sind:

  • Liebe & Beziehung
  • Geld & Wohlstand
  • Gesundheit & Attraktivität
  • Irrationale Leidenschaften

Süß. Liebe & Beziehungen sind etwas, wonach eigentlich jeder Mensch ein tief verwurzeltes Bedürfnis hat. Dieses Bedürfnis ist - in verschiedenen Ausprägungen - vermutlich die Hauptmotivation für jede größere Tat von Bedeutung und liegt oft anderen Motivationen zugrunde.

(Das trifft natürlich nicht auf uns FBAler zu. FBA Business Builder können mit diesem Gefühlskram nichts anfangen und wollen ordentlich Geld machen, um in 30 Jahren einen Weltraumlift oder ein 1000 Kilometer tiefes Thermalbohrloch zu bauen...)

Betrachtet man die Besessenheit von diesem Thema in Ramschblättern, dessen wiederkehrende Behandlung in den Medien und die schier unendliche Masse an Ratgeberliteratur in diesem Bereich, dann kann man sich sicher sein, dass sich in dieser Nische ein gutes Geschäft machen lässt.

Das gleiche gilt natürlich für Geld & Wohlstand (auch als "The Real Deal" bekannt), wobei dies oft eher eine Männerdomäne ist (und vermutlich auch zu einem gewissen, nicht unerheblichen Teil durch Liebe motiviert ist...oder sowas in der Art). Es geht dabei um die Akkumulation von Ressourcen und das Anhäufen von Macht und Einfluss. Das Ziel ist immer, mehr Geld zu "machen", dadurch seinen Wohlstand zu erhöhen und verschiedene positive Effekte im Sinne gesteigerter Lebensqualität durch Besitztümer oder Unabhängigkeit zu erzeugen.

FBA selbst ist eine solche Strategie des Geldverdienens und wenn du diesen Artikel liest, dann bist du eindeutig Teil der Zielgruppe in der Nische Geld & Wohlstand, während dieser Blog ein Informationsangebot von mir als Dienstleister in dieser Nische darstellt.

Die dritte Nische, Gesundheit & Attraktivität, ist eng verbunden mit der ersten Nische, fokussiert sich aber auf die körperlichen Aspekte von Attraktivität und vor allem im Gesundheitsbereich eher auf Schmerzvermeidung bzw. -minimierung.

Ich weiß, nicht besonders trennscharf. Der Bereich Gesundheit ist halt vor allem sehr breit gefasst aber im Endeffekt wünscht sich jeder, gesund, fit und attraktiv zu sein, da Attraktivität ein Indikator für Gesundheit ist.

In dieser Nische findest du im Bereich FBA etliche Anbieter von Springseilen, Yogamatten, Trinkflaschen, Elastikbändern, Sportbandagen und was es da nicht noch alles gibt.

Schließlich kommen wir zu den irrationalen Leidenschaften, einer sehr heterogenen Gruppe, die sich einfach an den persönlichen Interessen unterschiedlicher Gruppen von Menschen orientiert.

Nerds werden sich für etwas wie Science-Fiction begeistern können, währende andere Menschen sich für Tiere, Autotuning oder Geschichte interessieren. Diese Interessen haben alle gemeinsam, dass sie im Gegensatz zu den anderen 3 Bereichen nicht jeden betreffen und auch nicht so wichtig sind und als Bedürfnisse erfüllt werden müssten.

Dennoch sind Menschen bereit, für ihre irrationalen Leidenschaften viel Geld auszugeben und wenn es dir gelingt, hier genau deine Zielgruppe zu bestimmen, dann kannst du in einer solchen Nische nicht nur sehr viel Geld verdienen, sondern auch eine besonders loyale Stammkundschaft aufbauen.


4. Private-Label-FBA-Strategien

Kommen wir nun zu den FBA-spezifischen Strategien.

Produktstreuung

Die erste, einfachste und wohl nahe liegendste "Strategie" ist die Produktstreuung. Diese Art der Vorgehensweise verfügt über keinen klaren Fokus und besteht einzig und allein daraus, ein potentiell profitables Produkt nach dem anderen zu identifizieren und zu sourcen.

Dabei wird keinerlei Beschränkung auf eine bestimmte Nische oder Produktart vorgenommen, es werden querbeet und wild durcheinander verschiedenste Produkte auf den Markt geworfen.

Dabei können auch diese sehr verschiedenartigen Produkte unter einer gemeinsamen Marke geführt werden, diese hat dann aber oft einen generischen Namen, der nicht auf die Art des Produktes schließen lässt.

Es handelt sich hierbei um eine Strategie, die aus meiner Sicht mit einer Barbarenhorde vergleichbar ist, die auf eine Phalanx disziplinierter Hopliten zustürmt. Es fehlt ihr an jeglicher Spezialisierung oder Finesse, aber wenn genug Masse, d.h. Krieger vorhanden sind, wird auch die Phalanx irgendwann unter dem unbarmherzigen Ansturm der Barbaren brechen.

Der große Vorteil dieser Strategie ist eben, dass man durch die Produktstreuung in der Lage ist, unter einer Marke sehr schnell sehr viele verschiedene und profitable Artikel auf den Markt zu werfen und damit - genügend Startkapital vorausgesetzt - sehr schnell viele kleine Profite realisieren kann, die sich zu einem großen Profit summieren. Außerdem ermöglicht es einem die Produktstreuung auch, quasi komplett auf das Brand Building zu verzichten und ein wenig erfolgreiches Produkt schnell und schmerzlos vom Markt zu nehmen.

Der Nachteil der Produktstreuung ist, dass es gegenüber dem Kunden wenig glaubwürdig ist, wenn unter ein und derselben Marke Knoblauchpressen, Schlauchbote und Springseile angeboten werden. Der qualitätsbewusste Kunde wird von solchen Produkten Abstand nehmen und du wirst nicht in der Lage sein, mit dieser Art von Strategie hohe Verkaufspreise zu realisieren.

Außerdem wird es schwer sein, mit dieser Strategie auch langfristig erfolgreiche Produkte zu etablieren, da du auch keine großen Lernerfolge hinsichtlich Produktverbesserungen erzielen oder deine Marke etablieren wirst.

Die Produktstreuung ist daher vor allem eine Strategie für viele eher kleine, günstige und wenig emotionale Haushaltsartikel, bei denen die Marke oder die Qualität für die meisten Kunden einfach keine Rolle spielen.

Sie bietet sich auch an, wenn du wirklich überhaupt keine Ahnung hast, in welche Richtung du dich entwickeln sollst und erst einmal für eine begrenzte Zeit verschiedene Produkte ausprobieren willst. Das ist aber natürlich auch nur möglich, wenn du über das notwendige Kleingeld verfügst.

Ist die Strategie der Produktstreuung profitabel? Sie kann es auf jeden Fall sein. Es gibt Private Label-Unternehmen (von einzelnen Sellern kann man da eigentlich schon nicht mehr sprechen) die tausende verschiedene Produkte im Angebot haben und relativ aus dem Bauch heraus die Entscheidung treffen, ein weiteres Produkt zu sourcen, wenn sie es irgendwo sehen.

Solche Powerseller verdienen Millionen, ohne dass sie sich groß um die Markenentwicklung oder darum kümmern würden, dass ihre Produkte zusammenpassen. Damit geht aber auch ein entsprechend hoher Verwaltungsaufwand, eine kontinuierliche Fluktuation und eine oft geringere Marge pro Produkt einher.

Für die Produktstreuung gilt eben wie weiter oben beschrieben: Die Masse macht's.


Markenfokus ohne aktives Brand-Building

Bei der zweiten FBA-Strategie ist es dein Ziel, eine (oder mehrere) in sich geschlossene und sinnvolle Marken aufzubauen.

Dabei kann es sich zum Beispiel um eine Marke im Sportbereich handeln, die Sportbekleidung und andere Sportartikel enthält, aber z.B. keine Knoblauchpressen (traurig, ich weiß).

Das Ziel ist es hierbei, auch Up-Sales und Cross-Sales machen zu können. Das bedeutet, dass eine Kundin, die ein Top kauft vielleicht auch eine Yogamatte derselben Marke kaufen wird.

Die Zugehörigkeit aller langfristig gesourcten Produkte erlaubt es auch, Bundles anzubieten. Insgesamt erhöht dies deutlich den Wiedererkennungswert deiner Marke und sorgt auch dafür, dass du dich auf eine bestimmte Nische spezialisieren und so langfristig deutlich mehr Erfahrung in diesem Bereich sammeln kannst.

Allerdings endet der Markenfokus ohne aktives Brand-Building meist beim Erstellen eines eigenen Logos und einer einfachen Website für die Brand. Viele FBAler haben schlichtweg keine Zeit oder keine Lust, sich mit einem Produkt weiter intensiv zu beschäftigen, wenn es sich erst einmal verkauft. Das liegt daran, dass das vordergründige Ziel vieler FBAler erst einmal die Generierung weiteren Kapitals ist, nicht unbedingt bereits der Aufbau eines "echten" Unternehmens in einer bestimmten Nische.

Genau dieser Mangel an langfristigem Brand-Building ist ein Nachteil dieser Strategie. Die Marke wird zwar vom Kunden auf Amazon erkannt und vielleicht kauft er auch in Zukunft weitere Produkte, der Mangel an Interaktion und Präsenz außerhalb von Amazon wird aber dazu führen, dass das Wachstum der Marke immer hinter dem möglichen zurückbleibt.

Es ist so auch unwahrscheinlicher, dass sich echte Fans und Markenbotschafter entwickeln, weil die Produkte eben immer "nur" Gebrauchsgegenstände bleiben werden, aber niemals eine echte Identität entwickeln können. Darunter leidet auch die langfristige Überlebensfähigkeit des eigenen Business, wenn immer nur auf diese Art und Weise operiert wird, weil die Menschen sich nicht groß an die eigene Brand erinnern und damit nichts assoziieren werden. Kundenloyalität wird so kaum entstehen.


Markenfokus mit aktivem Brand-Building

Ich will nicht parteiisch erscheinen, aber dies ist für mich im Bereich FBA die Königsdisziplin. Es ist die fokussierte und spezialisierte Hoplitenphalanx aus Berufssoldaten.

Bei dieser Strategie ist es nämlich so, dass das gesamte Sourcing nur die halbe Miete ist. Die andere und wahrscheinlich viel entscheidendere Seite ist der aktive, massive und zielgerichtete Aufbau einer Präsenz und einer Marke, hauptsächlich online.

Hier sprechen wir zum Beispiel vom erfolgreichen Youtuber und Athleten, der sich bereits eine eigene Gefolgschaft über Social Media aufgebaut hat und nun nach Vermarktung von Affiliate-Produkten, eBooks und Infoprodukten den nächsten Schritt geht und zum Beispiel seine eigene Sportkollektion startet.

Diese Individuen kennen sich oft sehr gut in ihrem Bereich aus und können dieses Wissen auch in ihre Produkte einfließen lassen. Außerdem verfügen sie oft bereits über ausgeprägte Marketing- und Sales-Fähigkeiten und können diese auch für ihr FBA-Business nutzen.

Ein weiterer Vorteil dieser Strategie ist, dass man die eigenen Follower zu Kunden der eigenen Produkte machen kann und so auch sehr schnell an Rezensionen und stabile Verkäufe gelangt, die aktiv dabei helfen, das Produkt erfolgreich zu positionieren.

Eine derart entwickelte Marke hat außerdem auch eine hohe Glaubwürdigkeit, da es sich eben nicht um irgendeinen Typen handelt, der jetzt sein eigenes Supplement raushaut, sondern (zumindest in der Wahrnehmung seiner Follower) einen erfahrenen Experten, der sein Fachwissen nun zielgerichtet einsetzt, um ein eigenes Produkt zu entwickeln. Dadurch wird ein solches Private Label vermutlich auch länger erfolgreich auf dem Markt sein und sich ohne starke Fluktuationen etablieren können, einzig und allein aufgrund der Tatsache, dass viele Kunden das Produkt hauptsächlich wegen der Marke selbst kaufen.

Nachteil dieser Strategie ist natürlich, dass man dazu erstmal eine Marke entwickeln muss, was sehr viel Zeit (wir reden hier von Monaten und Jahren) erfordern kann. Das Mittel der Wahl ist hier meist zielgruppenorientierter Content (Videos, Artikel) der im Rahmen von Social Media Marketing über verschiedene Kanäle mit der Zielgruppe in Berührung gebracht wird. Mit der Zeit entwickelt sich so, bei hinreichender Qualität und Verbreitung des Contents, eine loyale Gefolgschaft.

Es ist also hier nicht damit getan, ab und zu mal ein paar lustige Bilder in einer Facebook-Gruppe zu posten, sondern es muss kontinuierlich massiv Content auf qualitativ hochwertigem Niveau und mit echtem Mehrwert erstellt werden, was an sich schon ein Full-Time-Job sein kann. Dies ist in der Realität meistens nur dann möglich, wenn es sich bei der gewählten Nische und dem Produkt wirklich um eine Leidenschaft des FBAlers handelt, mit der er sich gerne und ausführlich beschäftigt.

Das aktive Brand Building kann damit langfristig sehr befriedigend und profitabel sein, erfordert aber besonders viel Einsatz, Zeit und vertiefte Kenntnisse im Online-Marketing und Social-Media-Bereich. Ich kann an dieser Stelle nur wieder das Beispiel eines Unternehmens bringen, für das ich einmal gearbeitet habe, wo der gezielt aufgebaute YouTube-Kanal eines bezahlten Influencers bereits tausende Subscriber hatte, noch bevor das Produkt (eine spezialisierte Preissuchmaschine) überhaupt online war.

Wenn ihr aber nicht "nur" FBA machen wollt sondern auch gerne vor der Kamera steht, bloggt und euer Wissen mit anderen teilt, dann könnte dies langfristig eure Strategie der Wahl sein.


5. Fazit

Lass uns noch einmal rekapitulieren, worum es heute ging.

Wir haben gesehen, dass es aus verschiedenen Gründen sinnvoll ist, sich im Zusammenhang mit FBA über seine Strategie Gedanken zu machen. Strategisch zu planen und zu handeln sorgt nicht nur für ein besseres Durchdenken, es erhöht auch die Motivation, verringert die Fehlerwahrscheinlichkeit, verbessert die eigene Außendarstellung und erhöht insgesamt die Erfolgschancen deutlich.

Dann haben wir bei den übergeordneten Strategien zwischen der Strategie der Kostenführerschaft, der Differenzierungsstrategie und der Nischenstrategie unterschieden und festgehalten, dass vor allem letztere für FBA interessant ist.

In einem weiteren Schritt haben wir uns eine Möglichkeit angesehen, Nischen thematisch zu unterscheiden. Genannt wurden die Themenbereiche Geld & Wohlstand, Liebe & Beziehung, Gesundheit & Attraktivität, und der heterogene Bereich der irrationalen Leidenschaften (z.B. Hobbys).

In einem letzten Schritt sind wir dann auf die FBA-spezifischen Strategien eingegangen, wo ich zwischen der Produktstreuung und dem Markenfokus unterschieden habe. Die Vorgehensweise des Markenfokus wurde wiederum unterteilt in Markenfokus mit und Markenfokus ohne aktives Brand-Building.

Welche Strategie du nun wählen solltest, liegt ganz bei dir. Ich bin der Ansicht, dass es sinnvoll ist mit einer Markenfokus-Strategie ohne aktives Brand-Building zu beginnen, falls man noch über keine Marke verfügt. Man sollte dabei trotzdem zumindest versuchen, sein Produkt so zu wählen, dass man später aktives Brand-Building betreiben kann, falls man sich dafür entscheidet.

Das soll aber nicht bedeuten, dass Produktstreuung nicht auch sehr lukrativ sein kann, wenn man erstmal eine Masse an Produkten aufgebaut hat.

Ich hoffe, dass dir dieser Artikel eine Orientierung gegeben hat, welche Wege dir offen stehen.

Hast du Fragen oder Anmerkungen? Welche Strategie nutzt du in deinem Business? Teil mir deine Meinung mit und hinterlasse einen Kommentar! Auch wenn ich was falsch dargestellt haben sollte, so teil mir das bitte mit und ich werde es unverzüglich verbessern!

Beste Grüße und bis zum nächsten Mal,
Gleb

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