Amazon PPC Werbung – Schritt für Schritt mehr verkaufen!

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Du willst mehr auf Amazon verkaufen? Dann musst du Amazon PPC Werbung schalten. Lies hier, wie das funktioniert!

Herzlich willkommen zu einem neuen Artikel im Business Builder Blog!

Ich freue mich sehr, dass du dabei bist und dass ich endlich wieder dazu gekommen bin, einen Artikel zu verfassen.

Heute geht es um ein wichtiges Thema, nämlich das Schalten von Amazon PPC Werbeanzeigen. Ich werde, dir die wichtigsten Grundlagen vermitteln und eine Strategie vorstellen. Diese kannst du nutzen, um selbst erfolgreich Amazon PPC Werbung zu schalten.

Los geht’s!

1. Was ist Amazon PPC Werbung und wie funktioniert sie?

Drei kleine Buchstaben aber was für eine Wirkung! PPC ist die gemeinhin verwendete Abkürzung für Pay per Click, das heißt, Bezahlen per Click. Wenn jemand von Amazon PPC spricht, dann meint er damit das Werbeanzeigenmodell, das du auf Amazon benutzen kannst, um deine Verkäufe zu steigern. Daneben gibt es im Online-Marketing auch noch andere Modelle und Abkürzungen, die du kennen solltest:

  • CPC (Cost per Click): Diese Abkürzung beschreibt die Kosten, die dir berechnet werden, wenn jemand auf eine von dir geschaltete Werbeanzeige klickt.
  • PPS (Pay per Sale): Bei diesem Modell bezahlst du nur dann für deine Werbeanzeige, wenn auch tatsächlich ein Verkauf zustande kommt. Wird von Amazon nicht angeboten.
  • PPO (Pay per Order): Ähnlich wie bei PPS, bezahlst du hier nur, wenn eine Bestellung zustande kommt. Wird von Amazon nicht angeboten.
  • PPV (Pay per View): Hier bezahlst du schon dann für Werbeanzeigen, wenn diese dem potentiellen Kunden nur angezeigt werden. Auch diese Art der Vergütung wird von Amazon nicht unterstützt und ist nur noch selten anzutreffen.

Lass dich von den anderen Abkürzungen nicht verwirren, denn auf Amazon wirst du nur die Begriffe PPC und CPC brauchen. Du bezahlst also niemals nur für das bloße Anzeigen deiner Werbung, sondern immer nur dann, wenn ein Kunde auf deine Werbeanzeige klickt.


So funktioniert Amazon PPC Werbung

Wenn du Amazon PPC Werbung schaltest, dann läuft das so ab, dass du die Werbung für eine Summe von Suchbegriffen, so genannte Keywords, schaltest, die deine potentiellen Kunden in das Suchfenster von Amazon eingeben könnten.

Wenn mehr als ein Verkäufer möchte, dass für ein bestimmtes Keyword sein Produkt angezeigt werden soll, dann läuft die Entscheidung darüber, wessen Produkt angezeigt werden soll, im Hintergrund in Form einer kleinen Auktion ab. Es ist nämlich so, dass du beim Schalten der Werbung für jedes Keyword ein Gebot abgeben musst, wie viel du maximal bereit wärst, für einen Klick zu bezahlen. Deswegen spricht man auch davon, dass man „auf/für ein Keyword bietet“.

Keywords sind entscheidend dafür, auf Amazon gefunden zu werden. Da über 90 Prozent der Kunden die Suche nutzen und sich nicht durch irgendwelche Kategoriebäume klicken, müssen deine Produkte keywordoptimiert sein, um mithilfe der seiteninternen Suche gefunden zu werden. Amazon PPC Werbung unterstützt dich dabei.

Wenn ich „Keyword“ sage, dann meine ich übrigens nicht zwangsweise ein einzelnes Wort, sondern auch eine Gruppe von Worten, die logisch zusammengehören.


Amazon PPC gesponserte Produkte

Wie läuft das Ganze nun also ab?

Sobald ein Kunde einen Suchbegriff in das Amazon-Suchfenster eingibt, dessen Suchbegriff einem Keyword ähnelt, auf das du bietest und dein Gebot höher als das der Konkurrenz liegt, wird dein Artikel auf der Suchergebnisseite dem Kunden angezeigt. Selbst wenn dein Artikel normalerweise für dieses Keyword noch nicht so populär wäre, das heißt, nicht so gut ranken würde, würde er durch das Schalten der Amazon PPC Werbeanzeige doch angezeigt werden und dadurch die Chance haben, von Kunden entdeckt zu werden.

Amazon PPC Werbung Suchergebnisse gesponserte Produkte
Amazon PPC Werbeanzeigen werden durch den Hinweis „Gesponserte Produkte“ gekennzeichnet

Deine Produktanzeige ist dabei von einem normal rankenden Produkt kaum zu unterscheiden. Nur ein kleiner Hinweis verdeutlicht, dass dein Produkt „gesponsert“ ist. Die meisten Kunden bemerken diesen nicht einmal oder werden nicht wissen, was damit gemeint ist. In der Praxis wird es also kaum eine Rolle spielen, ob dein Produkt für das entsprechende Keyword nun aufgrund seines organischen Rankings oder aufgrund deiner Amazon PPC Werbeanzeige angezeigt wird. Im Gegenteil, ich kann mir gut vorstellen, dass der Gesponsert-Hinweis eher noch dazu führt, dass dein Produkt noch attraktiver erscheint. Organisches Ranking beschreibt übrigens den Rang für ein Keyword, den dein Produkt ohne jede Amazon PPC Werbung erreicht.

Es wird noch besser: Durch deine Werbeanzeige wird dein Produkt nicht nur auf der Suchergebnisseite des Kunden angezeigt, sondern auch auf der Produktdetailseite von Konkurrenzprodukten!

Amazon PPC Werbung Produktdetailseite Konkurrenzprodukte
Die orange eingerahmten Produkte sind gesponserte Produkte

Sieh dir dazu einmal das obige Bild an. Du siehst darauf eine von mir orange umrahmte Zeile mit Produkten auf der Produktdetailseite für ein Paar Handschuhe. Dabei handelt es sich um gesponserte Produkte zu diesem Artikel, das heißt, um alternative Produkte, deren Verkäufer Werbeanzeigen schalten. Dadurch hat auch dein Produkt eine weitere Chance, von Kunden entdeckt zu werden!


Conversion

Vielleicht hast du dich schon einmal gewundert, warum manchmal Artikel zu bestimmten Suchbegriffen angezeigt werden, die mit dem Begriff eigentlich gar nichts zu tun haben. Das ist dadurch erklärbar, dass Amazon keine Bilder erkennen kann und bei der Anzeige der Produkte auf die Texte und Angaben des Verkäufers angewiesen ist. Wenn diese Verkäufer ihr Produkt falsch einordnen, ihre Produktbeschreibung falsch optimieren oder Werbeanzeigen für die falschen Begriffe schalten, kommt es zu solchen Problemen.

Das ist natürlich nicht in deinem Interesse, denn was hilft es dir, wenn dein Produkt zwar dem Kunden angezeigt wird, allerdings absolut nicht das ist, was der Kunde eigentlich gesucht hat? Im schlimmsten Fall wundern sich Kunden, klicken zwar massenhaft auf deine Produktanzeige, kaufen aber nichts – und auch in so einem Fall würdest du natürlich für jeden Klick bezahlen!

Ob ein Keyword zu vielen oder wenigen Verkäufen führt, wird mit dem Begriff der Conversion beschrieben. Damit können natürlich nicht nur Verkäufe, sondern jede mögliche Art spezifischer Zielerreichung beschrieben werden. Ein gut konvertierendes Keyword führt zu Klicks auf deine Werbeanzeige, die dann auch Verkäufe generieren. Ein schlecht konvertierendes Keyword führt, wie oben beschrieben, zu Klicks, die aber nicht zu Verkäufen führen. Man spricht in diesem Zusammenhang von einer guten oder schlechten Conversion Rate

Weiter oben habe ich geschrieben, dass der Suchbegriff des Kunden dem Keyword, auf das du bietest, ähnlich sein muss. Auch der Grad dieser Übereinstimmung lässt sich steuern, dazu aber später mehr.


2. Warum Amazon PPC? Welche Ziele kannst du mit Werbung erreichen?

Offensichtlich ist, dass du mit Amazon PPC Werbung zusätzliche Sales generieren kannst. Da dein Produkt häufiger angezeigt wird, kannst du mehr Traffic generieren, das heißt, es kommen mehr Besucher auf deine Produktdetailseite und sehen dein Listing. Wenn dein Listing jetzt gut konvertiert, sprich, über gute Bilder, einen attraktiven Preis und eine super Beschreibung verfügt, dann werden dadurch auch mehr Kunden deinen Artikel kaufen.

Amazon ppc online shopping e commerce credit cardDie Werbung ermöglicht es dir auch, besonders gut konvertierende Keywords zu identifizieren. Solche Keywords, die zu vielen Verkäufen deines Produktes führen, solltest du nachträglich in die Beschreibung deines Produktes integrieren, damit Amazon dein Produkt besser diesen Begriffen zuordnen kann. Wenn Kunden ein bestimmtes Wort in die Suche eingeben und dann dein Produkt kaufen, dann ist dein Produkt offensichtlich genau das, was sie suchen. Es macht dann nur Sinn, die von diesen Kunden benutzten Worte auch in dein Listing zu integrieren.

Übrigens ist es sehr wahrscheinlich, dass sich durch Werbung auch dein organisches Ranking für gut konvertierende Keywords deutlich verbessert. Wenn ein Kunde im Anschluss an die Suche nach einem Keyword deinen Artikel kauft, dann registriert Amazon sehr wahrscheinlich einen Match zwischen dem Begriff und deinem Produkt und wird es in Zukunft auch organisch für diesen Begriff häufiger und weiter oben in den Suchergebnissen anzeigen, das heißt, besser ranken.

Das ist auch der Grund, warum ich dir empfehle, Amazon PPC-Kampagnen kontinuierlich laufen zu lassen und niemals zu stoppen. Auf diese Art und Weise verbesserst und verteidigst du aktiv auch dein organisches Ranking, pusht gute Keywords und generierst indirekt mehr Sales.

Amazon PPC-Kampagnen sollen dabei natürlich nicht zum Verlustgeschäft werden, sondern sich mittel- bis langfristig selbst tragen. Das bedeutet, dass einige zeit nach Start einer Kampagne die Kosten der Werbeanzeigen durch die unmittelbar generierten Verkäufe wieder eingespielt werden sollten. Mehr dazu später.


3. Zentrale Elemente und Begriffe von Amazon PPC Advertising

Bevor ich dir eine Amazon PPC-Strategie vorstelle, möchte ich dir kurz die wichtigsten Begriffe erklären, die du im Zusammenhang mit PPC kennen musst.

Kampagne: Kampagnen legst du in Seller Central für Produkte an. Jedes Produkt – oder eine Gruppe von Produkten – kann unendlich viele Kampagnen haben. Unterschiedliche Kampagnen eignen sich, um den Überblick über verschiedene Strategien im Rahmen der Werbung zu behalten. Dabei konkurrieren deine Kampagnen nicht miteinander, du brauchst dir also im Allgemeinen keine Sorgen zu machen, falls eines deiner Keywords in mehreren Kampagnen vorkommt.

Amazon PPC manuelle automatische ausrichtung
Beim Anlegen einer Amazon PPC-Kampagne wählst du zwischen manueller und automatischer Ausrichtung

Du musst unterscheiden zwischen manuellen und automatischen Kampagnen. Bei automatischen Kampagnen ermittelt Amazon selbst auf Grundlage deines Listings passende Keywords und bietet auf diese. Bei manuellen Kampagnen kannst du selbst festlegen, worauf und wie viel geboten werden soll.

Match Types: Wie weiter oben bereits angesprochen, kann Amazon unterschiedlich genau bei der Berücksichtigung der Keywords sein, auf die du bietest. Das ist vor allem relevant im Kontext von Rechtschreibfehlern, unterschiedlichen Schreibweisen oder zusammengesetzten Keywords, die aus mehr als einem Wort bestehen. Die Match Types kannst du nur bei manuellen Kampagnen selbst bestimmen.

  • Broad Match: Broad Match bedeutet, dass Amazon deine Werbeanzeige auch schon bei einer ungefähren Übereinstimmung deines Keywords mit einem vom Kunden benutzten Suchbegriff schaltet. Dadurch ist dieser Match Type eher ungenau. Wenn du zum Beispiel auf das zusammengesetzte Keyword „Handschuhe Motorrad“ bietest, dann kann es passieren, dass deine Anzeige auch dann geschaltet wird, wenn ein Kunde nur „Handschuhe“ oder nur „Motorrad“ eingibt.
  • Phrase Match: Hier wird eine gesamte Phrase, das heißt alle Begriffe eines zusammengesetzten Keywords, berücksichtigt. Wenn wir unser obiges Beispiel fortsetzen, dann würde deine Anzeige zum Keyword „Handschuhe Motorrad“ zum Beispiel geschaltet werden, wenn jemand nach „Handschuhe Motorrad schwarz“ sucht, nicht aber bei „Motorrad schwarz“, da nicht die gesamte Phrase enthalten ist.
  • Exact Match: Hier muss der Kunde den Suchbegriff exakt so eingeben, wie du ihn in deiner Kampagne eingetragen hast. Das bedeutet, deine Anzeige für „Handschuhe Motorrad“ würde nur dann geschaltet, wenn dein Kunde diese Phrase exakt so eingibt – kein Wort zu viel oder zu wenig! Dieser Match Type ist am genauesten und sollte für starke, hochkonvertierende Keywords verwendet werden.
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Schon beim Anlegen einer Amazon PPC-Kampagne lässt sich der Match Type festlegen – er kann aber auch später noch angepasst werden

Negative Keywords: Negative Keywords kannst du verwenden, um Begriffe zu identifizieren, auf die auf keinen Fall geboten werden soll, um Verwechslungen und unnötige Klicks zu vermeiden. Wenn du beispielsweise willst, dass dein Produkt auf keinen Fall Kunden angezeigt wird, die eine grüne Variante suchen, dann kannst du als Negativ-Keyword „grün“ verwenden, um dies auszuschließen.

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Mit negativen Schlüsselwörtern kannst du steuern, wann deine Anzeige NICHT geschaltet werden soll

Budget: Das Budget wird pro Amazon PPC Kampagne festgelegt und gibt an, wie viel du im Durchschnitt maximal bereit bist, pro Tag für Werbung zu zahlen. Da es sich um einen Durchschnittswert handelt, ist es nicht ausgeschlossen, dass die Ausgaben pro Tag auch mal über dem Budget oder deutlich drunter liegen. Meistens liegen die Ausgaben eher darunter, da es sich ja um einen Maximalwert handelt. Im Durchschnitt schaltest du daher Werbung nur bis zur Höhe deines Tagesbudgets und maximal soviel, wie du bietest.

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Mit dem Tagesbudget legst du pro Kampagne fest, wie viel du im Durchschnitt täglich maximal zu zahlen bereit bist.

Gebot: Das Gebot kann bei manuellen Kampagnen individuell pro Keyword festgelegt werden. Bei automatischen Kampagnen kannst du das Standardgebot für die gesamte Kampagne festlegen. Dabei kannst du dich an Amazons Empfehlung „Geschätztes Gebot für die erste Seite“ orientieren, das dir in Seller Central angezeigt wird. Dir wird niemals mehr berechnet, als dieses Gebot, da es der maximale Preis ist den du zu zahlen bereit sein solltest, damit deine Anzeige geschaltet wird. Oft liegt der Preis, den du für den Klick tatsächlich bezahlst, auch unter deinem Gebot. Du solltest allerdings nie mehr bieten, als du maximal zu zahlen bereit bist.

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Verzögerte Zuordnung von Daten: Verkäufe werden häufig erst mit einer Verzögerung von einigen Tagen den Klicks auf deine Werbeanzeigen zugeordnet. Es ist nicht sofort ersichtlich, welche Anzeigen zu Klicks und Verkäufen geführt haben und welche nicht. Du solltest deswegen immer mindestens eine Woche beobachten und abwarten, bevor und nachdem du bedeutende Veränderungen an einer Kampagne vorgenommen hast, um die Resultate zuverlässig auswerten zu können.

Seitenaufrufe: Eine einfache Metrik, die dir sagt, wie oft eine Seite mit einer von dir geschalteten Werbeanzeige für ein Keyword Kunden angezeigt worden ist.

Klicks: Gibt an, wie oft deine Anzeige angeklickt worden ist.

Ausgaben: Zeigt dir die Summe an gezahlten oder noch zu zahlenden Amazon PPC-Werbegebühren für ein Keyword an. Dieser Wert lässt sich – wie auch die anderen Kennzahlen – für unterschiedliche Zeiträume anzeigen.

Verkäufe: Der Umsatz der direkt durch Klicks auf gesponserte Links im Rahmen deiner Werbekampagne für das Keyword generiert wurde.

ACoS: Die Average Cost of Sales (ACoS) repräsentieren die durchschnittlichen Kosten, die im Rahmen der Verkäufe durch Werbung entstanden sind. Hierbei handelt es sich um einen prozentualen Wert, der folgendermaßen berechnet wird: Ausgaben / Verkäufe x 100 %.

Wenn du 20 Euro für Werbung ausgegeben und damit einen Umsatz in Höhe von 100 Euro gemacht hast, folgt daraus ein ACoS von 20 Prozent. ACoS werden auch als zugeschriebene Umsatzkosten bezeichnet. Da es langfristig dein Ziel ist, dass deine Werbekampagnen sich selbst finanzieren und du für die Werbung nicht direkt noch draufzahlen musst, sollten deine zugeschriebene Umsatzkosten maximal so hoch oder niedriger als deine Marge sein.

Wenn du eine Marge von 20 Prozent hast und 2 Euro Gewinn bei einem Produkt machst, das du für 10 Euro verkaufst, sollten auch deine zugeschriebenen Umsatzkosten maximal bei 20 Prozent liegen. Pro für 10 Euro durch Werbung verkauftem Produkt möchtest du also nicht mehr als 2 Euro an PPC-Gebühren bezahlen. Deine Werbekosten bezahlst du in diesem Fall mit deinem Verkaufsgewinn aus dem durch Werbung generierten Sale.

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4. Amazon PPC Strategie nach dem Trichtermodell

Die Amazon PPC-Strategie nach dem Trichtermodell ist eine einfache PPC-Strategie, die du sofort einsetzen kannst, sobald du für dein Produkt die ersten Rezensionen und damit Social Proof generiert hast. Ich bezeichne die Vorgehensweise im Rahmen dieser Strategie deswegen als Trichtermodell, weil die erfolgreichen Keywords wie bei einem Trichter immer weiter eingegrenzt werden.

Schritt 1: Die automatische Kampagne

Stand 21.02.2017

Im Rahmen der automatischen Kampagne lässt du einfach Amazon die Entscheidung treffen, auf welche Keywords gesetzt wird. Diese bestimmt Amazon auf Grundlage deines Produktlistings. Du musst nur das Standardgebot pro Klick für die Kampagne einstellen, alles weitere geschieht automatisch. Beim einzustellenden Standardgebot kannst du dich am durchschnittlichen erfolgreichen Preis per Klick nach Kategorie orientieren. Ich persönlich würde aber ein wenig mehr bieten, etwa zwischen 25 und 50 Cent, je nachdem, wie gut deine ACoS für die Kampagne sind und ob genug Anzeigen für deinen Geschmack geschaltet werden oder nicht.

Je mehr du bietest, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Werbeanzeige auch für dein Produkt und nicht für einen Konkurrenten geschaltet wird. Das bedeutet natürlich nicht, dass du auch den maximal gebotenen Betrag bezahlen musst, auch wenn es im Extremfall dazu kommen kann, wenn auch dein Konkurrent sehr viel bietet.

Die durchschnittlich erfolgreichen Preise pro Klick sind immer nur Momentaufnahmen und verändern sich im Laufe der Zeit. Sie sagen dir auch eher, wie viel du bieten musst, damit deine Werbung auf der ersten Seite erscheint, was aber nicht zwangsweise bedeutet, dass deine Werbung auch ganz oben auf der ersten Seite erscheint, wo sie natürlich deutlich sichtbarer wäre, als in den Werbeplätzen im unteren Abschnitt einer Seite. Alle im Rahmen der automatischen Kampagne verwendeten Keywords werden immer mit dem Match Type „Broad Match“ mit den Suchbegriffen von Kunden abgeglichen.

Bei dem durchschnittlichen Tagesbudget für die Kampagnen scheiden sich die Geister. Welches Budget du hier wählst hängt von verschiedenen Faktoren ab: Wie hoch sind die zugeschriebenen Umsatzkosten (ACoS) der Kampagne, möchtest du im Moment mehr Umsatz generieren und dein Produkt aktiv pushen, um dessen Bestseller Rank (BSR) zu erhöhen? Bietet die Konkurrenz ebenfalls aggressiv auf Keywords? Je mehr du dein Produkt pushen möchtest, umso höher sollte dein Budget ausfallen. Die notwendige Höhe hängt natürlich auch vom Preisniveau in der jeweiligen Produktkategorie ab. Während in der einen Kategorie 15 Euro pro Tag schon sehr viel sind, können in einer höherpreisigen Kategorie mit mehr Nachfrage 150 Euro pro Tag absolut normal sein.

Deswegen ist es auch schwer, hier eine klare Empfehlung abzugeben. 15 bis 20 Euro Tagesbudget sind allerdings im Rahmen von Produktlaunches häufig zu vertreten. Du kannst dich bei der Wahl des durchschnittlichen Tagesbudgets auf Kampagnenebene auch an den Empfehlungen des Amazon-Verkaufscoachs orientieren.

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Hier werden dir auf der Hauptseite von Seller Central Empfehlungen zur Erhöhung deines Budgets angezeigt, falls dieses nicht ausreichen sollte

Schritt 2: Die manuelle Amazon PPC Phrasen-Kampagne

Normalerweise besteht die Möglichkeit, sich als Seller auf Amazon einen Bericht zur Performance der automatischen Kampagne als Datei ausgeben zu lassen, die man dann in Excel öffnen kann. Dort kann man dann ablesen, für welche Keywords Amazon PPC-Werbung geschaltet hat und wie erfolgreich diese waren.

Falls diese Möglichkeit einmal aus technischen Gründen nicht bestehen sollte (dies war zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels der Fall!) kann man auch die wichtigsten Keywords für das eigene Produkt recherchieren, indem man sich zunächst Listings der Konkurrenz ansieht. Bei guten Listings werden die wichtigsten Keywords regelmäßig im Titel, den Bullet Points und der Beschreibung zu finden sein.

Diese kannst du dann nehmen und in das Amazon-Suchfeld eingeben, wo dir dann verwandte Begriffe als Suchvorschläge angezeigt werden. Hierbei handelt es sich dann häufig um Phrasen, die so in der Vergangenheit von Kunden bei der Suche besonders häufig genutzt worden sind.

Mit diesen Begriffen schaltest du nun eine manuelle Kampagne. Amazon macht es dir sogar noch etwas einfacher, denn durch die zuvor geschaltete Auto-Kampagne bekommst du direkt beim Einrichten der manuellen Kampagne Keywords vorgeschlagen, die bereits Verkäufe generiert haben. Diese kannst du nun ebenfalls mit einem Mausklick in die manuelle Kampagne übernehmen.

Bei dieser manuellen Kampagne verwendest du nun aber nicht Broad Match, sondern Phrase Match, um die besonders erfolgreichen Keywords weiter einzugrenzen. Nun kannst du bei der manuellen Kampagne im Gegensatz zur Autokampagne auch auf Keyword-Ebene dein maximales Gebot angeben. Hier würde ich klotzen und nicht kleckern, das heißt, für den Anfang Gebote ab z.B. 1 Euro verwenden. Amazon wird dir zwar geschätzte Gebote für die erste Seite anzeigen, die deutlich darunter liegen könnten, allerdings gibt es 2 Gründe, warum du zu Beginn deutlich mehr bieten solltest:

  1. Auf die erste Seite zu kommen bedeutet nach meinen Informationen nicht zwangsläufig das gleiche, wie ganz oben auf die erste Seite mit der Werbeanzeige zu kommen. Diese generiert dort mehr Klicks und ist entsprechend teurer.
  2. Wenn du mit deinem Produkt gerade erst auf dem Markt bist, dann weiß Amazon noch nicht, ob du für das gewünschte Keyword mit diesem Produkt eine hohe Conversion Rate erreichen wirst. Wenn du nur ein bisschen mehr als die Konkurrenz bietest, dann wird Amazon trotzdem vermutlich die Konkurrenz bevorzugen, bei deren Produkten bereits bekannt ist, dass für dieses Keyword auch eine hohe Conversion Rate vorliegt. Indem du deutlich mehr als die Konkurrenz bietest, erkaufst du dir dennoch die Möglichkeit, dass trotz des Mangels an Daten Werbeanzeigen für dein Produkt für das neue Keyword geschaltet werden.

Die manuelle Kampagne lässt du dann wiederum 1 bis 2 Wochen laufen und wertest sie dann aus. Dabei achtest du hauptsächlich darauf, welche Keywords gut konvertiert haben und welche nicht. Die besonders schlechten wählst du dann als negative Keywords, während die besonders erfolgreichen in eine dritte Kampagne übernommen werden können. Jetzt kannst du auch Gebote anpassen und verringern, falls z.B. der ACoS-Wert zu hoch sein sollte.


Schritt 3: Die manuelle Exact Match-Kampagne

Nun kommen wir zur vorerst letzten Kampagne, der manuellen Exact Match-Kampagne. In diese Kampagne übernimmst du die bis jetzt am besten konvertierenden Keywords. Das Vorgehen ist hier genau wie bei Kampagne 2, nur mit dem Unterschied, dass wir noch feiner filtern und jetzt nur auf Suchbegriffe bieten, die exakt so vom Kunden eingegeben worden sind.

Auch hier solltest du nach 1 bis 2 Wochen auswerten und selbstverständlich nur auf solche Keywords weiter bieten, die auch profitabel sind.

Generell würde ich dir empfehlen, alle 3 Kampagnen kontinuierlich laufen zu lassen und einmal am Ende jeder Woche genau daraufhin zu prüfen, ob die Kampagnen deine Ziele erfüllen. Wenn du deine Produkte für eine bestimmte Zeit besonders pushen willst, ist es auch in Ordnung, für begrenzte Zeit überdurchschnittlich hohe zugeschriebene Umsatzkosten zu akzeptieren. Langfristig sollten deine Kampagnen sich aber wie gesagt selbst tragen, weswegen es wichtig ist, kontinuierlich gut rankende Keywords zu identifizieren und zu fördern und schlecht konvertierende Keywords komplett zu entfernen oder sogar als Negativkeywords hinzuzufügen, damit auf keinen Fall Werbeanzeigen für Suchanfragen geschaltet werden, die diese Keywords enthalten.

Ein wichtiger Punkt noch: Falls du in den Kampagnen erfolgreiche Keywords identifizierst, die besonders gut konvertieren, die du aber noch nicht in deinem Listing hast, dann solltest du dein Listing so früh wie möglich um diese Begriffe ergänzen. Amazon kann dein Produkt nur auf Begriffe ranken, die auch idealerweise in deinem Listing oder zumindest deinen Suchbegriffsfeldern im Backend auftauchen.


5. Fazit

Wenn das Thema Amazon PPC nicht so ein relativ komplexes Thema wäre, dann hätte ich mich nicht dazu entschlossen, einen Artikel dazu zu verfassen. Ich kann mir gut vorstellen, dass auch jetzt immer noch viele Fragen offen sind.

Im Kern läuft es auf folgende Punkte hinaus: Du schaltest mehrere Kampagnen mit relativ hohem Tagesbudget und Geboten, die zunächst höher liegen als die der Konkurrenz. Diese Kampagnen lässt du kontinuierlich laufen und achtest darauf, dass sie sich auf lange Sicht selbst durch die generierten Verkäufe finanzieren. Dadurch unterstützt du dein Ranking und deine organischen Sales. In periodischen Zeiträumen (1 Woche oder länger) analysierst du die Kampagnen, bereinigst sie um schlecht konvertierende Keywords und testest neue Keywords, falls du welche findest. Gute Keywords packst du idealerweise auch in dein Listing, um auch organisch noch leichter auf diese Begriffe zu ranken.

Ich hoffe, dass ich dir mit diesem Artikel einen einigermaßen verständlichen Eindruck von der Funktionsweise von Amazon PPC vermitteln konnte und dass du nun in der Lage bist, deine eigenen ersten Kampagnen zu schalten. Das solltest du auch auf jeden Fall tun, da die Konkurrenz nicht schläft und Werbung ein sehr gutes Mittel ist, die Verkaufszahlen deiner Produkte zu festigen. Bei weiteren Fragen und Anmerkungen hinterlasse mir gerne einen Kommentar.

Beste Grüße
Gleb


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2 Gedanken zu „Amazon PPC Werbung – Schritt für Schritt mehr verkaufen!“

  1. Hi Gleb, dieser Artikel ist der umfangreichste, den ich zu dem Thema gelesen habe.
    Vielen Dank!
    Schöne Grüße, Iraklis

Kommentare sind geschlossen.